Todtnau Widerstand gegen Bauvorhaben in Geschwend

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Todtnau-Geschwend (jä). Auf Einladung der Interessengemeinschaft gegen ein Bauvorhaben in der Mättlestraße in Geschwend (wir berichteten) trafen sich am Mittwochnachmittag Anwohner und Beteiligte, um vor Ort noch einmal die Bedenken der Anlieger vorzutragen.

Der Einladung gefolgt war zwar nicht der Bauherr, doch war – als Vertreterin der Genehmigungsbehörde – Nicole Issler-Burger vom Landratsamt (Baurecht und untere Denkmalschutzbehörde) anwesend sowie Claudia Mann (Landesamt für Denkmalpflege), der Grünen-Abgeordnete Gerhard Zickenheiner (MdB), Bauamtsleiter Klaus Merz sowie Mitglieder der Interessengemeinschaft (IG) Geschwend.

Bauantrag mittlerweile genehmigt

Eigentlich sei es zu spät für dieses Treffen, sagte Issler-Burger, denn auch die zweite Klage der IG beim Verwaltungsgericht hatte keinen Erfolg. Seit 2016, als die Bauvoranfrage zunächst abgelehnt wurde, bis Juli 2022 zog sich der Genehmigungsprozess, nun sei der Bauantrag genehmigt, betonte sie. Dem widersprach Wilfried Diener, der Sprecher der IG an diesem Nachmittag, denn man habe erst jetzt die Möglichkeit gehabt, sich zu dem Vorhaben zu äußern. Es sei „unvernünftig“, in dieses durch Satzung geschützte, einzigartige Häuserensemble ein solches Gebäude zu stellen, zumal in der Satzung festgehalten ist, dass eine Baugenehmigung nur zu erteilen sei, „wenn die Veränderung das Bild der Gesamtanlage nur unerheblich oder nur vorübergehend beeinträchtigen würde“. Das aktuell geplante Objekt stehe dem jedoch deutlich entgegen, so Diener. Man hoffe sehr auf eine Lösung und vor allem auf die Vernunft des Bauherrn und wolle das Gespräch mit ihm suchen.

Gerhard Zickenheiner erklärte sich zwar bereit, unterstützend bei einem solchen Gespräch dabei zu sein, sieht jedoch auch die „Grenzen der Möglichkeiten“.

Haus so hoch wie Nachbargebäude

Das Haus mit fünf Wohnungen wird 25 Meter lang und elf Meter hoch sein, der Dachfirst ebenso hoch wie der vom angrenzenden Blasihof. Um dies zu erreichen, wird das Grundstück tiefer gelegt, außerdem müsste die historische Natursteintrockenmauer abgerissen werden.

Der Baustil orientiert sich an den umliegenden Höfen. Es sei eine erhebliche Beeinträchtigung, wenn auf der Grünfläche gebaut würde, die äußerst wichtig für die Gesamtanlage und die Ortsstruktur sei, erklärte Claudia Mann vom Landesamt für Denkmalpflege. Sie habe jedoch nur beratende Funktion in dieser Sache, antwortete sie auf den Vorwurf von Gerhard Zickenheiner, dass das Ganze doch „eine Bankrotterklärung der Behörde“ sei. Ortschaftsrat Jürgen Pfefferle warf ein, dass auch im Oberdorf neben alten Höfen der Bau von Neubauten auf Grünflächen genehmigt wurde. Diskussionen gab es auch, als das Thema auf die notwendigen Parkplätze kam, die am Straßenrand geplant sind. Bauamtsleiter Merz widersprach der Aussage, dass die Stadt Todtnau das Straßengrundstück an den Bauherrn verkauft hätte, dieses sei weiterhin in städtischer Hand. Ob ein Richter des Verwaltungsgerichtshofs in Mannheim wohl wisse, wie schmal die Mättlestraße im Winter ist, wenn die Schneeberge meterhoch am Straßenrand liegen und dann der Bus durch die Straße fährt, fragte sich Anwohnerin Ruth Silveira vom Blasihof.

IG wehrt sich weiterhin gegen Bauvorhaben

Die Mitglieder der Interessengemeinschaft wollen sich weiter gegen das Bauvorhaben wehren. Ein Fachanwalt aus Freiburg soll hier helfen, denn die IG vermutet „undurchsichtige Abläufe zwischen den beteiligten Parteien und Verwaltungen“, wie sie in einem Schreiben an die betroffenen Behörden und an die Presse äußert.

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