Umweltschutz Zell soll frei von Kippenresten werden

MT
So sehen die öffentlichen Kipppenbehälter aus. Foto: /Bürgerverein

Immer mehr Zeller entsorgen ihre Kippen umweltfreundlich, teilt der Bürgerverein mit.

Bis Ende Juni wurden in Zell insgesamt um die 440 000 Zigarettenstummel gesammelt und dem Recycling oder der fachgerechten Entsorgung zugeführt. Das sind Kippen, die nicht auf der Straße, im Hausmüll, in der Toilette oder in der Biotonne gelandet sind, informiert der Bürgerverein in seiner Mitteilung.

Würden die Schadstoffe all dieser Kippen ins Grundwasser gelangen, hätten sie das Potenzial um 440 Millionen Liter Trinkwasser ungenießbar zu machen. Dies hat nun die Organisation Tobacircle dem Zeller Bürgerverein bestätigt. Tobacircle kümmert sich um die fachgerechte Verwertung und Entsorgung von Zigarettenresten deutschlandweit.

30 Behälter in Zell

Der Bürgerverein begann bereits im Mai 2021 mit dem Anbringen von speziellen Sammelbehältern für Zigarettenkippen. Inzwischen sind etwa 30 Behälter in der Kernstadt und den Ortsteilen installiert. Auch Zeller Firmen und Gastronomen stellen spezielle Aschenbecher für ihre Mitarbeiter oder Gäste bereit. Drei große öffentliche Sammelbehälter stehen vor dem Schmidts Markt, beim Werkhof und beim Bürgerzentrum Gresgen. Die Entleerung aller Behälter übernehmen die Werkhof-Mitarbeiter.

Kooperation mit Schule

Da in Zell noch immer viele Zigaretten achtlos im öffentlichen Raum weggeworfen werden, unterhält der Bürgerverein mit der Montfort-Realschule eine Partnerschaft: Einmal pro Woche säubert eine Klasse Straßen, Gehwege und Plätze von Zigarettenkippen und anderem Unrat. Als Gegenleistung erhält die Schule jährlich eine finanzielle Zuwendung vom Bürgerverein.

Die Organisation Tobacircle versucht möglichst viele Zigarettenkippen einem Recyclingverfahren zuzuführen, in dem die Tabakreste und Zigarettenkippen zu Additiven für die Kunststoffherstellung aufbereitet werden. Dieses Verfahren ist allerdings nur bei absolut trockenen Zigarettenresten möglich. Nasse oder verunreinigte Kippen sind nicht recyclefähig. Diese werden an Müllheizkraftwerke geliefert, wo sie unschädlich vernichtet werden und somit noch zumindest zur Erzeugung von Fernwärme verwendet werden. Tobacircle dokumentiert den Stoffstrom detailliert und kann dadurch exakt nachweisen, wie, wo und wann die einzelnen Chargen der Kippenreste verwertet oder entsorgt wurden.

Verein war Vorreiter

Als der Bürgerverein im Mai 2021 begann, sich mit dem Sammeln und Recyceln von Zigarettenstummeln zu beschäftigen, sei er einer der Pioniere in Deutschland gewesen. Inzwischen gebe es zahlreiche Kommunen, die das gleiche System anwenden. Denn immer mehr rücke in das Bewusstsein der Menschen, dass achtlos weggeworfene Kippen Giftstoffe enthalten, die ins Grundwasser gelangen und dies verunreinigen können. Selbst die Entsorgung mit Restmüll sei – obwohl nicht verboten – problematisch. Verboten hingegen ist die Kompostierung oder die Entsorgung über die Biotonne. „Die weiterhin beliebteste aber leider auch umweltbelastendste Entsorgungsart ist das achtlose Wegwerfen im öffentlichen Raum“, schreibt der Bürgerverein. In Zell werde dies vom Ordnungsamt nicht geahndet, in Gemeinden und Städten der Umgebung seien jedoch Geldbußen von bis zu 100 Euro für eine weggeworfene Zigarettenkippe möglich.

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