New York - US-Sicherheitsberater John Bolton hat laut einem Medienbericht im vergangenen Jahr vom Verteidigungsministerium Optionen für einen Angriff auf den Iran angefordert.

Hintergrund sei ein Angriff mit drei Mörsergranaten auf das Diplomatenviertel in der irakischen Hauptstadt Bagdad gewesen, schrieb das "Wall Street Journal" unter Berufung auf amtierende und frühere Regierungsmitarbeiter. Zwar sei bei dem Angriff, der einer militanten Gruppe mit Verbindungen zum Iran zugeschrieben werde, niemand verletzt worden, aber er habe ungewöhnlichen Alarm im Weißen Haus ausgelöst.

Das US-Verteidigungsministerium habe die erbetenen Optionen ausgearbeitet, hieß es in dem Bericht weiter. Nach Darstellung der Zeitung ist jedoch nicht klar, ob die Vorschläge dem Weißen Haus vorgelegt wurden, ob Präsident Donald Trump von der Anfrage wusste und ob ernsthafte Pläne für einen Angriff gegen den Iran Gestalt annahmen.

Ein Sprecher des Nationalen Sicherheitsrates erklärte, man stelle Präsident Donald Trump Optionen zur Verfügung, um auf eine Vielzahl von Bedrohungen zu reagieren.

Das "Wall Street Journal" schrieb, die Anfrage habe sowohl im Pentagon als auch im Außenministerium Besorgnis ausgelöst. "Sie verunsicherte die Menschen", wurde einer ranghoher Ex-Mitarbeiter zitiert. "Es war irre, wie unverblümt sie über einen Angriff auf den Iran sprachen."

Ein Regierungsmitarbeiter, der nicht namentlich zitiert werden wollte, stellte es anders dar. Es stimme nicht, dass das Außenministerium und das Pentagon von der Anfrage überrumpelt worden seien, sagte er der Deutschen Presse-Agentur. Auf Details ging er aber nicht ein.

Trump hatte im Mai 2018 in einem Alleingang das internationale Atomabkommen mit dem Iran aufgekündigt. Die US-Regierung wirft der Führung in Teheran unter anderem vor, Terror zu betreiben und mit einer aggressiven Politik den Nahen Osten zu destabilisieren. Vor allem Trumps Sicherheitsberater Bolton gilt als Hardliner gegenüber der islamischen Republik. "Bombardiert den Iran, um die iranische Bombe zu stoppen", forderte er im März 2015 in der "New York Times".