Utzenfeld Aufgaben gemeinsam bewältigen

Der scheidende Utzenfelder Bürgermeister Harald Lais (rechts) übergab die Amtskette an seinen Nachfolger Martin Wietzel. Foto: Hans-Jürgen Hege Foto: Die Oberbadische

Die Utzenfelder haben einen neuen Rathauschef: Martin Wietzel, der laut seinem Stellvertreter Michael Dehne die Gelegenheit bekomme, „mögliche alte Zöpfe abzuschneiden“, die Gemeinde vor allem aber weiter voranbringen und nicht zuletzt die Selbstständigkeit des Dorfes sichern soll.

Von Hans-Jürgen Hege

Utzenfeld. Wietzel, den im April über 70 Prozent der Wahlberechtigten auf den Chefsessel im Rathaus hievten, wurde am Donnerstag in einer dank stark gelockerter Corona-Auflagen endlich wieder mal maskenfreien und sehr gut besuchten Gemeindehalle vor Freunden, Vereinsvertretern, den Bürgermeisterkollegen des Gemeindeverwaltungsverbands, vor Daniel Senn, dem Chef der Kommunalaufsicht beim Landratsamt Lörrach, vor seiner Familie und den Gemeinderäten per Eid feierlich in die Pflicht genommen. Den durch seine „Beförderung“ frei gewordenen Gemeinderatsposten füllt ab sofort Klaus Schlachter aus. Und zu seinem zweiten Stellvertreter wählte das Gremium Hartmut Schwäbl, der bei der Bürgermeisterwahl gegen Martin Wietzel angetreten war und nach einem fairen Wahlkampf den Kürzeren gezogen hatte.

Harald Lais hatte auch den letzten Tag seiner 24jährigen Amtszeit als Bürgermeister am 30. Juni noch gut hinter sich gebracht. Michael Dehne dankte ihm „für seinen unermüdlichen Einsatz“ und kündigte an, dass es vermutlich am Tag der Einweihung der neuen Feuerwehrwache, die das letzte große Projekt in der „Ära Lais“ gewesen sei, den ihm gebührenden großen Zapfenstreich mit einem Rückblick auf sein Wirken geben werde. „Lieber Harald, für dich ist ein Lebensabschnitt zu Ende gegangen und für die Gemeinde Utzenfeld, die du 24 Jahre lang geprägt hast, eine Ära“, sagte Dehne und verzichtete vorerst auf weitere Details, weil das „den heutigen Rahmen sprengen würde“.

Der neue Bürgermeister erinnerte an die bewegten Tage nach seiner Wahl. „Massenhaft“ Briefe seien gekommen, es gab Glückwünsche von allen Seiten, „sehr viel Begeisterung“ sei dabei gewesen und er hoffe, dass die auch weiterhin anhält, auch wenn hie und da Entscheidungen getroffen werden müssten, die nicht jedem passen. Ihm sei klar, dass es viel zu tun gebe in seiner Gemeinde. Aber er sei zuversichtlich, dass diese Aufgaben gemeinsam in Angriff genommen und bewältigt werden können, so Wietzel.

Harald Lais blieb, Danke zu sagen bei allen Weggefährten in den vergangenen 24 Jahren. Er habe überwiegend gute Verbindungen nach allen Seiten gehabt, Unterstützung gefunden aus den Reihen der Bevölkerung, den Gewerbetreibenden, den Mitarbeitern der Gemeindeverwaltung, den Bürgermeisterkollegen und den Vereinen sowie der Feuerwehr des Dorfs: „Danke dafür, es hat im Großen und Ganzen prima funktioniert.“  

Lais appellierte an die Zuhörer, den neuen Bürgermeister nicht gleich zu Beginn mit Problemen zu löchern. Man müsse immer daran denken, dass das, was der Bürger von der Arbeit des Bürgermeisters sieht, nur die Spitze des Eisbergs sei. Es laufe viel hinter den Kulissen, von dem oberflächlich niemand etwas sehe.

Daniel Senn sagte, dass Harald Lais im Landratsamt als Person wahrgenommen worden sei, die „stets verbindlich und beharrlich“ die Anliegen seines Dorfes und des Gemeindeverwaltungsverbands vertreten habe. Mit seiner freundlichen Art habe er viel erreicht. Zum Abschied überreichte er Lais ein Geschenk der Landrätin, „das sicherlich nicht sehr hochwertig ist, weil der Landkreis bekanntlich weniger Geld hat als die Gemeinde Utzenfeld“.

Senn gratulierte Martin Wietzel zu seinem guten Wahlergebnis. Da er Gemeinderat gewesen sei, wisse er ja, was auf ihn zukomme, „deshalb muss ich sie jetzt nicht speziell bedauern“, schmunzelte der Chef der Kommunalaufsicht.

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