Utzenfeld Kommune hat eine gesellschaftliche Verpflichtung

Noch ist das Eingangstor zum Schönauer Freibad geschlossen. Geht es nach dem Willen des Gemeinderates Utzenfeld, könnte sich dies bald ändern.Foto: Paul Berger Foto: Die Oberbadische

Utzenfeld (ue). In Corona-Zeiten die richtigen Entscheidungen zu treffen, ist, wie die ausgiebige Diskussion im Gemeinderat zur „Freibad-Öffnung“ zeigte, nicht immer leicht.

Als erstes Ratsgremium von fünf betroffenen Schönauer GVV-Gemeinden hatte Utzenfeld diese Angelegenheit am Mittwochabend auf der Tagesordnung. Dabei wurde deutlich, wie komplex die Dinge liegen. Zwar gab Stuttgart für die Öffnung der Badeanstalten im Land „grünes Licht“, doch nach wie vor bestehen strikte Auflagen, insbesondere was die Abstände zwischen Personen sowie die erforderlichen Hygienemaßnahmen angeht.

Genau geregelt sind neben der Nutzung des Schwimmbeckens auch der Aufenthalt auf den Liegewiesen und den übrigen Badeeinrichtungen. Im Wasser darf sich pro zehn Quadratmeter Wasserfläche lediglich eine Person aufhalten. In Schönau wären dies maximal 20 Personen im Schwimmerbecken. Nicht weniger streng sind die Vorschriften für das Benutzen der Duschen und der Toiletten.

Für jede einzelne Attraktion im Schwimmbad muss entsprechendes Aufsichtspersonal präsent sein, erläuterte Bürgermeister Harald Lais die Vorgaben. Alleine im Freibad Schönau wären nicht weniger als 15 Leute erforderlich, die sich um die vorgeschriebenen Aufgaben kümmern müssten, was letztlich bei den Personalkosten mit rund 30 000 Euro zu Buche schlagen würde. Auch was die Vorgaben angeht, gebe es derzeit immer wieder Bestimmungsänderungen. So erhielten die Kommunen in Sachen Corona fast täglich neue Weisungen, berichtet Lais.

Ratsmitglied Ulrich Diemer trieben indes ganz andere Sorgen um. Würde das Bad in diesem Sommer geschlossen bleiben, so seine Befürchtungen, gingen viele Menschen sonst wohin, und das möglicherweise auch unkontrolliert. Damit wäre die Gefahr einer Ansteckung größer als bei einem geordneten Badebetrieb, meinte er. Ähnlich sah dies Ratsvertreter Hartmut Schwäbl, der auf die gesellschaftliche Verpflichtung der Kommunen hinwies. Besonders Eltern mit Kindern würden das Bad sehr vermissen, betonte Schwäbl. Eine Zuhörerin, nach ihrer Meinung in Sachen Freibad befragt, sprach sich ebenfalls für eine Öffnung für die noch verbleibenden Sommermonate aus. Da die meisten Familien ohnehin nicht in Urlaub könnten, hofften viele von ihnen auf einen Schwimmbadbesuch. Auch Urlauber und Feriengäste, so argumentierte sie, würden sich über ein geöffnetes Bad freuen. Mit fünf Ja- gegen zwei Nein-Stimmen unterstützt der Gemeinderat Utzenfeld die Öffnung des Schönauer Freibads für die restlichen Sommermonate.

Der Countdown läuft! Jetzt bis zum Jahresende gratis lesen. Schnell HIER anfordern.

Umfrage

Alexej Nawalny

Der Fall Nawalny bringt die Bundesregierung in Zugzwang, sollte Moskau bei der Aufklärung weiterhin mauern. Ist eine Neuausrichtung der deutschen Russland-Politik jetzt unvermeidbar?

Ergebnis anzeigen
loading