Vernissage in Schopfheim Vom Wert der Wiesen

Gudrun Gehr
Blütenpracht im „Untergrund“: Im Gewölbekeller des Stadtmuseums informiert der BUND über den Wert von Heuwiesen. Foto: Gehr

Eine Wanderausstellung unterm Titel „Blühende Heuwiesen“ – ein gefährdeter Lebensraum“ macht im Museumskeller Station. Der BUND will damit für den „einzigartigen Lebensraum Wiese“ begeistern.

Museumsleiter Dominik Baiker sprach zur Einführung der neuen Wanderausstellung vor rund 30 Gästen im Roggenbachsaal des Museums. „Jeder kann einen Beitrag zur Erhaltung von blühenden Heuwiesen leisten“, betonte er. Der Bau von „Insektenhotels“ reiche nicht aus, wenn es ringsum kein Nahrungsangebot für Insekten gibt, machte Baiker deutlich.

Bevölkerung sensibilisieren

Vor dem Museum hat die Stadtgärtnerei als „Werbegag“ für die neue Ausstellung zwei Hochbeete mit der Saat einer Heuwiesenmischung angelegt. Baiker schmunzelte: „Diese sind eindeutig kein Bestandteil der Stadtmöblierung.“ Die Ausstellung passe gut in die Bemühungen des Museums, jüngeres Publikum anzuziehen.

Der Geschäftsführer und Regionalvorstand des BUND Hochrhein, Ulrich Faigle, führte mit einen Vortrag in die Ausstellung ein. „Wir wollen die Gäste für den einzigartigen Lebensraum Wiese begeistern und aufzeigen, was individuell für den Erhalt artenreicher Mähwiesen getan werden kann“, umriss er den Zweck der Ausstellung.

Diese Sensibilisierung sei dringend nötig: Nur noch rund ein Prozent der Wiesen seien Blühwiesen, nannte Faigle eine markante Zahl. Im Zuge intensiv betriebener Landwirtschaft in den 1950er Jahren seien diese stark zurückgegangen. Vielfach werde heutzutage häufiger gemäht als zuträglich – den Blühpflanzen werde dadurch keine Zeit mehr zum Wachstum gelassen. Sechs Hektar landwirtschaftliche Fläche würden bundesweit täglich vernichtet. Den wirtschaftlichen Wert der von Insekten vorgenommenen Bestäubungen schätzt der BUND – wenn überhaupt möglich – auf rund 3,8 Milliarden Euro.

Informative Tafeln

Im Gewölbekeller erwarteten die Gäste auf Tafeln Informationen zu Artenschutz und Biodiversität. Eine artenreiche Wiese ist ein idealer Lebensraum für viele Vögel, Insekten und weitere Tierarten, ist dort zu erfahren. Und: Viele, meist kleinere, landwirtschaftliche Betriebe leisten einen entscheidenden Beitrag zum Erhalt der blühenden Heuwiesen, indem die Wiesen extensiv bewirtschaftet werden – etwa, indem nur zweimal pro Jahr gemäht und auf das Mulchen verzichtet wird.

Viele Insekten wie beispielsweise die Grauschuppige Sandbiene, überleben nur mit Pollen einer Glockenblume von der Heuwiese. Auch andere Insekten, wie die Rote Wespenbiene oder der Schwalbenschwanz-Schmetterling, haben nur mit Heuwiesen eine Überlebenschance. Faigle sagte: „Nicht nur die Klimakrise braucht sofortiges Handeln, sondern auch die Biodiversitätskrise.“

Die Ausstellung ist noch bis zum 15. September zu sehen. Öffnungszeiten des Museums: sonntags von 11 bis 17 Uhr, mittwochs 14 bis 17 Uhr und samstags von 10 bis 17 Uhr

Weitere Infos unter www.bund-hochrhein.de.

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