Wald in Hausen Weniger Fichten, dafür mehr Buchen

Christoph Schennen
Ein herbstlicher Wald Foto: Maximilian Müller

Der Wald leistet einen hohen Beitrag zum Klimaschutz. Das machten die Forst-Experten im Hausener Gemeinderat deutlich. Von 2013 bis jetzt wurden laut Forst BW durch Holzzuwachs 160 Tonnen Kohlenstoff gebunden.

Der Forst BW war gleich mit drei Personen – Bernhard Schirmer, Andreas Sippel und Lars Neubauer – zu Gast in der Sitzung des Gemeinderats.

Forsteinrichtung

Sippel (Forstdirektion beim Regierungspräsidium Freiburg) erläuterte zunächst die Bedeutung der Forsteinrichtung. Hausen hat seinen Angaben zufolge eine Waldfläche von 166 Hektar (durch Zukauf von 13 Hektar mehr als vor zehn Jahren). 66 Hektar Wald dienen dem Bodenschutz, 49 Hektar sind FFH-Gebiet. Die Zusammensetzung der Baumarten hat sich in den vergangenen zehn Jahren leicht verändert: Der Anteil der Fichte ist von 22 auf 13 Prozent gesunken. Auf der Hälfte der Waldfläche stehen Buchen. Der Holzzuwachs betrug von 2013 bis 2024 rund 1500 Festmeter pro Jahr. „Das entspricht 160 Tonnen gebundener Kohlenstoff“, wies Sippel auf die Klimaschutzfunktion des Waldes hin.

Auf einer Fläche von 66 Hektar wird Naturverjüngung betrieben. Gepflanzt wurden Buche, Ahorn, Tanne, Esche und Douglasie. Die Tanne und das Laubholz – vor allem Ahorn – sind stark von Verbiss betroffen, Fichte und Buche weniger.

In den vergangenen zehn Jahren wurden laut Sippel fast 2000 Festmeter mehr eingeschlagen als geplant (13 822 Festmeter). Das lag an der hohen Menge an „Zwangsnutzungen“ (3922 Festmeter), wie in der Förstersprache das Holz genannt wird, das von Insekten befallen oder von Stürmen beschädigt wurde. Der Forst hat mehr Maßnahmen realisiert als geplant. Auf 3,6 Hektar wurden Bäume gepflanzt, der Jungbestand wurde auf 18,4 Hektar gepflegt. Der Verjüngungszugang beträgt 14,7 Hektar. Von 2013 bis 2023 wurde ein Überschuss in Höhe von 127 731 Euro erzielt, so Sippel.

Fortlicher Betriebsplan

Lars Neubauer, Nachfolger von Revierförster Sven-Hendrik Wünsch, stellte den forstlichen Betriebsplan für 2024 vor. Geplant ist ein Einschlag von 1060 Festmeter. Das soll einen Überschuss von etwa 41 300 Euro abwerfen. Gepflanzt werden sollen 300 Bäume (Douglasie, Lärche, Kirsche, Bergahorn), bei 30 Bäumen sollen Äste abgenommen werden, auf drei Hektar soll Schlagpflege (auf der Hiebfläche), auf 2,6 Hektar Kultursicherung und und auf 4,5 Hektar Jungbestandspflege betrieben werden.

Geplant sind Investitionen in die Jungbestände in Höhe von 12 250 Euro. Für die Wegeunterhaltung sind 15 000 Euro und für die Erholungsvorsorge beziehungsweise Schutzfunktionen 2000 Euro vorgesehen.

Kalkuliert wird mit Forstverwaltungskosten von 14 700 Euro und weiteren Kosten von 3000 Euro. Die Fördersumme aus dem Programm „Klimaangepasstes Waldmanagement“ beträgt 17 000 Euro; für die Markierung zusätzlicher Habitatbaumgruppen und eine Zusatz-Zertifizierung fallen Kosten in Höhe von 3000 Euro an. Neubauer rechnet mit einem Gesamtergebnis von 9500 Euro. Der Gemeinderat stimmte der Erneuerung der Forsteinrichtung für den Zeitraum 2024 bis 2033 zu und beschloss die Betriebsplanung 2024.

Zahlreiche Fragen

Die Gemeinderäte hatten zahlreiche Fragen. Erich Greiner fragte, ob es noch die Borkenkäferfallen gebe, die früher im Wald standen. Sippel sagte, mit ihnen könne man Monitoring betreiben. Die hohe Zahl an Borkenkäfern könne man damit aber nicht bekämpfen. Eine kleine Zahl an Borkenkäfern könne der Baum mit seinem Harz bekämpfen. Gegen einen übermäßigen Befall sei er aber machtlos.

Der Borkenkäfer fresse die Rinde des Baums, durch die die Saftleitung verläuft. Sie falle ab. „Es dringt dann Sauerstoff ins Holz und es wird blau. Technisch ist das Holz aber einwandfrei.“ Sägewerke würden für Käferholz weniger zahlen, obwohl es voll verwertbar sei.

Harald Klemm erkundigte sich nach den Eschen. „Das Eschentriebsterben ist seit zehn bis 15 Jahren bei uns im Gange“, sagte Sippel. „Es wurde durch einen Pilz aus nicht imprägniertem Importholz verbreitet. Wir hauen die befallenen Eschen nicht aktiv weg, die meisten Eschen gehen aber kaputt.“ Das sei schade, weil die Esche eine wuchskräftige Baumart sei. Neubauer erinnerte daran, dass es ab 2018 große Mengen an Schadholz im Südschwarzwald gab. Waldbesitzer am Rümmelesbühl (Gemarkung Gresgen/Zell) haben hier Flächen an die Gemeinde Hausen verkauft. „In diesem Bereich finden sich wesentliche Flächen der Trinkwasserversorgung“, sagte Neubauer.

In diesem Jahr mussten nach einem Unwetter und einem kleinen Hangrutsch Wege im Gewann Niederberg, südwestlich von Hausen (Totengrabenweg), sowie am „Alten Gresger Weg“ instand gesetzt werden. Das führte zu außerplanmäßigen Ausgaben in Höhe von 20 000 Euro. Im Abschnitt zwischen „Alter Gresger Weg“ und der Ortsverbindungsstraße Hausen-Gresgen werde im kommenden Jahr der größte Teil der Forstbetriebsarbeiten (Holzernte, Pflege) stattfinden.

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