Weil am Rhein 25 Wohnungen sollen entstehen

 Foto: Alisa Eßlinger

Weil am Rhein - Die Firma Heuer & Heuer Concepthaus plant eine neue Wohnbebauung auf dem Areal des ehemaligen Getränkemarkts Walter in Alt-Weil. Rund 25 Wohnungen könnten dort entstehen.

Der Bauträger hat das Grundstück vom bisherigen Eigentümer Wolfgang Walter erworben, wie Geschäftsführer Bernhard Eggs auf Nachfrage unserer Zeitung berichtet. „Wir befinden uns mitten in der Planung.“ Ein Bauantrag wurde noch nicht gestellt, dies soll laut Eggs aber spätestens im Herbst geschehen. „Dann hoffen wir natürlich auf die Baugenehmigung. Mitte kommenden Jahres könnte Baubeginn für das Projekt sein“, erläutert Eggs. Er rechnet mit einer Bauzeit von 15 bis 18 Monaten, so dass die Fertigstellung auf Ende des Jahres 2022 terminiert wäre.

25 Wohnungen unterschiedlicher Größe sollen auf dem 1800 Quadratmeter großen Areal entstehen, ist man sich mit dem Planer der Firma einig. Zwei-, Drei- und Vier-Zimmer-Wohnungen sollen es laut Eggs werden.

Örtlichen Gegebenheiten in Alt-Weil anpassen

Auch eine Tiefgarage soll es geben. Er betont, dass bei der Architektur die Lage mitten in Alt-Weil selbstverständlich berücksichtigt werde. „Die Bebauung soll sich den Gegebenheiten dort anpassen.“

Derzeit wird das Grundstück von der Stadt noch für die Flüchtlingsunterbringung genutzt, der Pachtvertrag endet am 31. März 2021. „Dann wird das Gebäude wieder frei und wir wollen es nach Erhalt der Baugenehmigung abreißen“, kündigt Eggs an.

Auch Walter hatte vor einigen Jahren eine Wohnbebauung auf dem Areal geplant. Unter dem Titel „Dörfli im Dorf“ waren neun quasi gleichartige zwei- bis dreigeschossige Häuser mit 14 Wohnungen geplant, darunter vier barrierefreie, die zum Teil auf mehreren Ebenen, zum Teil erdgeschossig, aber hausübergreifend gebaut werden sollten. Damals, vor mehr als fünf Jahren, machte allerdings der Denkmalschutz einen Strich durch die Rechnung, der Abriss wurde untersagt. Walter, der für das Bauprojekt sechs Millionen Euro in die Hand nehmen wollte, hatte das Gelände anschließend dem Landkreis Lörrach vorübergehend für die Flüchtlingsunterbringung überlassen. Mittlerweile ist die Stadt Weil in diesen Vertrag eingetreten.

Keine Probleme mehr mit dem Denkmalschutz

Die Probleme mit dem Denkmalschutz sind nun aber vom Tisch, wie Geschäftsführer Eggs berichtet. Lediglich der Wunsch bestehe, die historische mittelalterliche Holzbalkendecke zu retten, die typische Basler Verzierungen aufweist. Diese soll dann eventuell einem neuen Zweck zugeführt werden.

Im Jahr 1996 hatte es bereits eine Abbruch-Genehmigung gegeben, auch damals hieß es, die Holzbalkendecke soll gesichert werden. Als Walter 2014 den Abbruch plante, hatte diese Genehmigung keine Gültigkeit mehr. Denn das Denkmalamt vermutete in dem alten Wohnhaus an der Altweiler Hauptstraße, übrigens Walters Elternhaus, ein historisches Kleinod: eine frühmittelalterliche Amtsstube.

Mittlerweile liege aber eine detaillierte Schadensanalyse des Gebäudes und eine Wirtschaftlichkeitsberechnung für den Aufwand einer Erhaltung vor. Es sei nicht zumutbar, das Haus zu erhalten und gleichzeitig eine sinnvolle Nutzung zu ermöglichen, laute demnach die neue Einschätzung des Landesdenkmalamts.

Das Nachbargebäude, zu dem eine bauliche Verbindung besteht, steht aber übrigens nach wie vor unter Denkmalschutz. Laut Stadt wird für jedes Gebäude eigens festgestellt, ob es schützenswert ist.

Der Countdown läuft! Jetzt bis zum Jahresende gratis lesen. Schnell HIER anfordern.

  • Bewertung
    0

Umfrage

Alexej Nawalny

Der Fall Nawalny bringt die Bundesregierung in Zugzwang, sollte Moskau bei der Aufklärung weiterhin mauern. Ist eine Neuausrichtung der deutschen Russland-Politik jetzt unvermeidbar?

Ergebnis anzeigen
loading