Weil am Rhein 2500 Bienen leben in einer Wabe

Weiler Zeitung, 14.06.2018 22:00 Uhr

Wie Bienen Honig herstellen, warum ein Imker mit Rauch arbeitet und was Drohnen sind erfuhren die Erst- und Zweitklässler der Herrmann-Daur-Schule in Märkt gestern im Rahmen eines Projekts.

Von Saskia Scherer

Weil am Rhein-Märkt. Der Märkter Imker Markus Strauß stattete der Schulklasse zunächst einen Besuch ab, um ihnen in einem theoretischen Teil die gestreiften Insekten ein bisschen näher zu bringen.

Dann folgte nach einem kurzen Fußmarsch der Anschauungsunterricht bei Strauß zu Hause. Die Kinder durften erst einmal Waben in die Hand nehmen und Bienen im Schaukasten beobachten. Als in dem Gewimmel endlich die Königin entdeckt wurde, war die Begeisterung riesig. „Sie hat gerade ein Ei gelegt“, erklärte Strauß den aufmerksamen Schülern.

Anschließend wurden rasch Schutzanzüge übergestreift, denn als nächstes ging es zu den Bienenkästen. 16 Bienenvölker besitzt der Imker aus Märkt. Beim Öffnen der Kästen blies er Rauch auf die Tiere. „Damit wird ein Brand simuliert und die Bienen fliegen davon, um sich rasch den Bauch vollzuschlagen“, erläuterte Strauß. Es werde quasi ein Urinstinkt geweckt. Dadurch könnten sie rund drei Tage überleben. Allgemein habe eine Biene aber nur eine recht kurze Lebensdauer von 60 Tagen, erfuhren die Grundschüler.

In jedem Bienenkasten befinden sich zehn Waben und in jeder Wabe leben 2500 Bienen, die rund zweieinhalb Kilo Honig herstellen, erklärte der Imker weiter. Wenn er richtig reif ist, werden die Bienen aus den Waben geschüttelt und der Honig geschleudert. Derzeit sammeln die Tiere Lindenhonig. „An eurer Schule steht ebenfalls eine Linde, dort fliegen sie auch hin“, hatte Strauß beobachtet.

Eine Biene, die nicht stechen kann

Schließlich durften die Kinder sogar eine Biene auf die Hand nehmen – eine Drohne, eine männliche Biene, die nicht stechen kann. Vorsichtig wurde das kleine Tier herumgereicht, so dass es jeder einmal genauer begutachten konnte.

Strauß ist seit acht Jahren als Imker tätig. „Mein Kirschbaum im Garten hat einmal geblüht und keine einzige Biene kam angeflogen“, erinnert er sich. Das habe für ihn den Anstoß gegeben, sich eigene Völker zuzulegen. Außerdem ist er Vorsitzender des Imkervereins Markgräflerland.

Die kleine Schul-Exkursion fand im Rahmen des Projekts „Wir staunen über...“ statt. „Thema war eben unter anderem ein Bienenvolk“, erklärte Lehrerin Juliane Möllendorf im Gespräch mit unserer Zeitung. Es sei schön, dass die Schüler sich nun auch noch vor Ort mit den Honigsammlerinnen beschäftigen konnten.

Zum Abschied servierte Markus Strauß’ Ehefrau Christa eine selbst gemachte Honiglimonade. Außerdem gab es für jedes Kind ein kleines Gläschen Honig. Ein Bienenstich wurde am Ende übrigens doch noch beklagt. Aber auch dafür hatte Christa Strauß sofort eine Lösung parat: eine spezielle Salbe. „Von dem Stich wird man heute Abend nicht mehr viel sehen“, konnte sie den Jungen beruhigen.