Weil am Rhein - Der Klimawandel fordert zum Handeln und zu einer kommunalen Energiewende auf. Auch die Stadt Weil am Rhein ist auf diesem Gebiet schon seit Längerem aktiv. Sie will im Sinne der Nachhaltigkeit den Ausstoß von Kohlendioxid (CO2) reduzieren. Mit welchen Maßnahmen dies effektiv gelingen kann, zeigt das energetische Quartierskonzept Leopoldshöhe auf.

Abschlussbericht von "endura kommunal"

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Die von der Stadt beauftragte Firma „endura kommunal“ aus Freiburg legte jetzt den Abschlussbericht des Quartierskonzepts vor. Knapp 8400 Tonnen CO2 werden nach Berechnungen von „endura kommunal“ im untersuchten Gebiet Leopoldshöhe in diesem Jahr ausgestoßen. 62 Prozent entfallen dabei auf die Wohngebäude, 32 Prozent auf das Gewerbe, fünf Prozent auf öffentliche Gebäude und ein Prozent auf kirchliche Gebäude.

Wo nun auf der Leopoldshöhe energetische Potenziale vorhanden sind, haben die Fachleute untersucht. Bei einer Fragebogenaktion, unter anderem zu Wärme- und Stromverbrauch, betrug der Rücklauf im Quartier 45 Prozent.

Mehr Begrünung  sowie mehr Bäume und Pflanzen, auch Dachbegrünungen, mehr „bewegte Wasserflächen“ auf Plätzen wie Rathaus- und Sparkassenplatz gehören ebenso zu den Klimaanpassungsstrategien wie eine energetische Gebäudesanierung, Fotovoltaik-Anlagen, Solarthermie, Blockheizkraftwerk und Ausbau des Nahwärmenetzes. Ziele sind auch zukunftsorientierte und unabhängige Energieversorgungslösungen wie zum Beispiel Wärme-Kälte-Kopplung.

CO2-Emissionen verringern

Geschäftsführer Rolf Pfeifer und Lena Klietz von „endura kommunal“ stellten die Ergebnisse vor, verbunden mit praxisorientierten Maßnahmen. Denn Ziel sei es, die CO2-Emissionen wie auch den Energieverbrauch und damit die Energiekosten zu verringern.

Durch den Ausbau des Nahwärmenetzes können bis 2019/20 bei 48 Anschlüssen 880 Tonnen CO2 eingespart werden, bis zum Jahr 2035 bei 146 Anschlüssen gar 1916 Tonnen. Bei vermehrt eingesetzten Photovoltaikanlagen und der Nutzung von Solarthermie sehen die Experten von „endura kommunal“ ein Einsparpotenzial von 1334 Tonnen CO2 bis zum Jahr 2035. Durch die energetische Sanierung der Gebäude ließen sich die Emissionen um weitere 829 Tonnen reduzieren, während der Einsatz von Blockheizkraftwerken mit 435 Tonnen Einsparung zu Buche schlägt. Insgesamt wäre dies eine CO2-Verringerung von rund 4800 Tonnen.

Kritik an Planung der „Dreiländergalerie“

Bei energetischen Gebäudesanierungen sieht Pfeifer noch viel Potenzial. Der „endura“-Geschäftsführer kritisierte mit aller Deutlichkeit, dass bei der „Dreiländergalerie“ keine Fotovoltaik-Anlage auf dem Dach vorgesehen ist. Wäre dies der Fall, könnten 350 Tonnen CO2 reduziert werden. „Das ist unmöglich“, sagte Pfeifer mit dem Hinweis, dass auch auf dem Kaufring-Dach eine PV-Anlage fehle. Doch hier sei die Eigentümerstruktur schwierig, um das umzusetzen. Dagegen hat das Rheincenter auf eigene Initiative Maßnahmen ergriffen, um den CO2-Ausstoß zu verringern. Die kommunalen Gebäude bezeichnete Pfeifer als vorbildlich. Auch der Nahwärmeausbau der Stadtwerke gehe in die richtige Richtung.

Klimaschutzziele erreichen

Um die Klimaschutzziele zu erreichen, sollen nun nach und nach die vorgeschlagenen Maßnahmen umgesetzt werden, wobei die politischen Gremien diese erst noch festlegen und beschließen müssen, wie Erster Bürgermeister Christoph Huber verdeutlichte. Als nächstes Gebiet für ein energetisches Quartierskonzept kann sich Huber die Gartenstadt vorstellen. „Dort steckt viel Energie drin.“