Weil am Rhein 60 000er-Marke knapp geknackt

Die letzten Öffnungstage im Freibad waren nur spärlich besucht. Foto: zVg/Thomas Dix Foto: Weiler Zeitung

Das Weiler Freibad öffnet heute das letzte Mal in diesem Jahr seine Pforten. Die Zielmarke von 60 000 Besuchern wurde in dieser Saison knapp überschritten. Zur Bilanz gehören aber auch mehr kleine Nichtschwimmer, kürzere Schlangen vor der Kasse und Beschwerden über Burkinis.

Von Marco Fraune

Weil am Rhein. An den letzten Öffnungstagen des Freibades blieb ein Besucherstrom aus, vielmehr tröpfelten die Badegäste nur noch ein – am Samstag kamen 52, am Sonntag bei deutlich kühleren Temperaturen nur 26. Geschäftsführer Carl Stephan Matti kennt das Abflauen des Interesses zum Ende der Sommerferien hin. „Das Problem ist: Es deckt nicht die Betriebskosten.“ Anders sehe es bei gutem Wetter mitten in der Saison aus.

Der Top-Wert in diesem Jahr liegt angesichts von zwischenzeitlich über 40 Grad Celsius Außentemperatur bei 4500 Badegästen im Laguna. Das hat wiederum wegen einer nicht erfolgten Begrenzung zu Beschwerden geführt. „Wir sind ein öffentliches Bad“, rechtfertigt Matti die offenen Türen. Eine Abweisung sei nach der Haus- und Badeordnung nicht möglich, soweit die Gäste beispielsweise nicht betrunken an der Eingangskasse stehen. „Aus welchem Grund sollten wir die Besucherzahl reglementieren? Das ist hier auch ein riesen Areal.“

„Das kommt gut an“

Viel Licht und nur wenig Schatten habe es in dieser Freibadsaison gegeben. Eine konstante Wassertemperatur von 25 Grad Celsius, von Montag bis Sonntag von 6.30 bis 20 Uhr geöffnet und das bis zum letzten Sommerferientag – „das kommt gut an“, berichtet der Laguna-Geschäftsführer. „Die Mitarbeiter haben in dieser Saison einen Bomben-Job gemacht.“ Auch weiterhin setzte er auf die Treue der Badegäste. Insgesamt sei das Freibad auch „gut aufgestellt“, da sich die Anlagen in einem guten Zustand befinden würden. Weiterhin erziele man mit dem Freibad aber keine Gewinne, sondern es stehen rote Zahlen zu Buche, die ein Stück weit durch den Badeland-Betrieb ausgeglichen werden sollen. „Wir bemühen uns aber, die Defizite im Freibad klein zu halten.“

Schwarze Sheriffs aktiv

Schwarze Sheriffs sollen außerdem dafür sorgen, dass sich die Gemüter nicht zu sehr erhitzen, was auch in diesem Jahr gut gelungen sei. Klagen gebe es eher, dass die angeheuerten Ordnungshüter nicht noch stärker durchgreifen. Diese würden laut Matti schon frühzeitig eingreifen, um einen Konflikt nicht eskalieren zu lassen. Wenn mehr Gäste im Freibad sind, würden auch mehr Schwarze Sheriffs eingesetzt. „Deren Einsatz hat sich etabliert, und wir werden es in Zukunft weiter machen.“ Der Appell lautet, dass die Badegäste die Angestellten im Fall der Fälle ansprechen sollen, falls Fehlverhalten auffällt.

Zehn bis 15 Beschwerden habe es gegeben, weil sich einige Badegäste an der Badekleidung anderer Schwimmer störten, konkret den Burkinis. Die zweiteilige Badebekleidung für Frauen lässt nur Gesicht, Hände und Füße frei. Matti: „Für uns ist das kein Problem.“

Handy statt Kindeswohl

Zufrieden liest der Laguna-Geschäftsführer die Unfallbücher 2019, in denen „nichts besonders“ vermerkt werden musste. Dennoch blickt Matti kritisch auf Eltern, die sich mehr mit ihrem Handy als mit der Aufsichtspflicht befassen. Dass Kinder dann ohne bemerkt zu werden, so in Not geraten, sei leider kein Einzelfall. „Das stellen wir immer wieder fest.“

Deutlich höher sei mittlerweile auch die Zahl der Kleinen, die noch nicht schwimmen können. Kindergartenkinder und auch Jungen und Mädchen bis zur dritten Schulklasse würden beim Besuch des Bades mit den Erziehern und Lehrern vermehrt Schwimmflügel oder andere Auftriebshilfen tragen. Dabei biete das Laguna auch eine Schwimmschule an, deren Plätze stets voll belegt seien. „Die Kinder haben teilweise nicht die motorischen Fähigkeiten zum Schwimmen. Es ist überraschend, wie viele Nichtschwimmer es gibt.“

Kürzere Warteschlangen

Zwar hat das Laguna genug Personal, womit der Badebetrieb weiter aufrecht erhalten werden kann. Doch überregional gebe es einen Facharbeitermangel beim Badebetrieb, weiß Matti, der bundesweit die Situation kennt. Daher werde verstärkt auf Anlernkräfte gesetzt, die unter Aufsicht von Fachkräften agieren.

Freudig stimmt den Laguna-Geschäftsführer, dass die Warteschlagen vor seinen Eintrittskassen verkürzt werden konnten. „Das hat gut geklappt.“

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