Weil am Rhein „60Plus ist nicht an Corona erkrankt“

 Foto: zVg

Weil am Rhein - Die Corona-Pandemie hat auch den Bürgerbeteiligungsprozess „60Plus“ in Weil am Rhein gebremst. Projektleiterin Susanne Maria Kraft berichtet im Gespräch mit unserer Zeitung, wie sich die Situation aktuell darstellt. Beim Bürgerbeteiligungsprojekt geht es darum, dass die Senioren die eigene Lebenswelt in der Stadt aktiv mitgestalten können und sollen, was zur Zeit schwierig ist.

Frau Kraft, wie wirkt sich die Corona-Krise auf die 60Plus-Angebote aus?

Die Senioren gehören zur besonderen Risikogruppe, weshalb wir nach wie vor große Bedenken haben. Die Sicherheit ist unser oberstes Ziel, wir wollen niemanden in seiner Gesundheit gefährden.

Die Engagementbörse, die eigentlich im März stattfinden sollte, werden wir in diesem Jahr sicher nicht mehr durchführen können, dafür waren mehr als 100 Teilnehmer eingeplant. Vielleicht klappt es nächstes Frühjahr. Ansonsten läuft das Angebot jetzt sehr langsam mit kleinen Angeboten wieder an.

Zum Beispiel?

Es finden nun zum Beispiel wieder die Spielenachmittage bei der AWO statt oder Nordic Walking und auch das Familienzentrum Wunderfitz ist wieder mit einem Angebot dabei. Dabei lassen sich auch die Abstandsregeln gut einhalten.

Größere Gruppen können sich eben noch nicht treffen. Bei der Zielgruppe 60Plus empfinde ich auch die Online-Beteiligung als eher schwierig. Da ist es doch wichtiger, persönlich ins Gespräch zu kommen. 60Plus ist ja eigentlich ein Bürgerbeteiligungsprogramm, das umso mehr Sinn macht, je mehr Leute dabei sind. Das müssen wir derzeit eben zurückstellen.

Sie sind aber dennoch guten Mutes?

Ja, wir geben nicht auf, es wird auf jeden Fall weiter gehen. 60Plus ist nicht an Corona erkrankt, es hat keinen Husten, keinen Schnupfen und kein Fieber (lacht). Wir betrachten die Situation mit wachem Blick. Die Engagementbörse werden wir zum Beispiel veranstalten, sobald es wieder möglich ist.

Auch die Fördermittel aus dem Fördertopf „Quartiersimpulse“ und hier aus dem Programm „Beratung und Umsetzung von Quartiersprojekten vor Ort“ werden verlängert, die eigentlich im September ausgelaufen wären, so dass wir diese auch noch zu einem späteren Zeitpunkt abrufen können. Das ist ein tolles Signal vom Land und hilft uns weiter. Keiner konnte ja in dieser Zeit seine Projekte abschließen oder etwas Neues auf die Beine stellen.

Der Newsletter per E-Mail wurde die ganze Zeit weiter versendet. Hat sich dieser bewährt?

Ja, auf jeden Fall. Die Menschen haben sich schließlich auch mit Angeboten wie dem Einkaufsservice an uns gewandt, die wir über den Newsletter kommunizieren können. Wir haben mittlerweile fast 300 Abonnenten – gestartet sind wir im November mit 80. Da haben wir immer noch einen Zuwachs. Das ist für uns auch ein Zeichen, dass der Newsletter als Mehrwert erkannt wird – das freut mich. Wir hatten keinen Abbruch durch Corona.

Im Newsletter gibt es stets die Kategorie „Raum für Ihre Worte“ als Plattform für Erzählungen. Wird das genutzt?

Am Anfang haben wir dort positive Feedbacks veröffentlicht, die wir übrigens auch ausschließlich erhalten haben, es gab keinerlei Kritik. Die Kategorie war eigentlich für Erzählungen von Ausflügen und sonstigen Erlebnissen gedacht.  Die Struktur des Newsletters ist ja auch unter Bürgerbeteiligung entstanden, und da wurde das gewünscht. Es ging zwar jetzt nichts mehr ein, aber wir würden uns über Beiträge freuen. Die Menschen können zum Beispiel gerne berichten, wie es ihnen in dieser Zeit geht.

Stehen Sie sonst in Kontakt mit den Senioren?

Wir stehen vor allem in Kontakt mit dem Netzwerk für die Senioren, also jenen, die die jeweiligen Dienste anbieten. Aber unsere Abteilung steht natürlich immer offen bei Fragen. Außerdem gibt es die Seniorenberatungsstelle als Anlaufpunkt. Manchmal schreiben uns die Bürger aber auch. Vor allem nach dem ersten Newsletter haben wir viele tolle Komplimente erhalten.

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