Weil am Rhein Abbau nach dem Auszug

Weil am Rhein - Die Stadt hält ihr Versprechen: Die Wohncontainer auf dem Messeplatz sind Ende Juli leer und werden dann abgebaut, erklärt Hauptamtsleiterin Annette Huber auf Anfrage unserer Zeitung. 63 Flüchtlinge müssen beziehungsweise mussten umziehen.

Vor knapp drei Jahren, Anfang September 2017, sind die ersten Bewohner in die Anschlussunterkunft für Flüchtlinge gezogen. Insgesamt wurden drei Wohncontainer für rund 60 Bewohner aufgestellt. Klar war schon bei der Errichtung, dass es sich für drei Jahre um eine Zwischenlösung handelt, da seinerzeit noch dringend Wohnraum für Flüchtlinge geschaffen werden musste.

Diese kamen dann zum Teil in den zweigeschossigen mobilen Wohneinheiten unter, wo sich vor allem Drei-Zimmer-Wohnungen, aber auch kleinere Einheiten finden. Auch Technikräume zählten dazu. Anwohner hatten sich zwar gegen die Flüchtlingsunterkunft ausgesprochen, doch das Regierungspräsidium gab grünes Licht für den Bau.

Öffentlich wurden seitdem keine größeren Probleme mit den temporären Nachbarn oder innerhalb der Unterkunft. „Insgesamt sind wir zufrieden, wie es abgelaufen ist“, bilanziert Huber. Alles sei sehr ruhig gewesen, wobei natürlich nicht alles rosarot gewesen sei. „Es gab aber keine ganz großen Probleme.“ Die Hauptamtsleiterin freut sich daher, dass die Herausforderung der Flüchtlingsunterbringung auch zur Hochzeit gemeistert werden konnte und das Konzept der dezentralen Unterbringung realisiert wurde.

Größere Unterkünfte gibt es neben dem Messeplatz auch am Sägischopf. Und dahin ziehen nun auch mehrere der noch auf dem Messeplatz wohnenden Flüchtlinge. Von den 63 Personen, die umgezogen sind oder bis Ende nächsten Monats noch umziehen, konnte für etwas mehr als die Hälfte eine Bleibe in den eigenen vier Wänden gefunden werden, größtenteils auch in Weil.

In der künftig größten Anschlussunterbringung im Stadtgebiet, den Wohncontainern in Haltingen zwischen Festhalle und Sägischopf, leben ab August insgesamt 44 Bewohner, einige davon waren zuvor am Messeplatz. Es verbleiben hier aber weiterhin rund 20 freie Plätze, womit die Stadt laut Huber noch einen „gewissen Puffer“ hat. Mit der allgemeinen Situation in der dortigen Unterkunft ist die Stadt zudem zufrieden. „In Haltingen läuft es gut und ruhig“, berichtet die Hauptamtsleiterin.

Auch für diese Unterkunft hatte die Stadt eine Begrenzung auf drei Jahre genannt. Denn: Weiterhin werden dauerhafte Wohnungen für anerkannte Flüchtlinge gesucht, die hier bleiben dürfen und sich fest einrichten wollen.

Eine „richtige“ Wohnung, die nicht nur als Übergangslösung dient, wird als eine wichtige Voraussetzung für die Integration bewertet. Unterstützung bietet in Weil am Rhein die Integrationsbeauftragte Anu Karjalainen. Sozialbetreuung und Integrationsmanagement sind hier die Schlagworte. Auch der Willkommenskreis Weil am Rhein wirkt hier tatkräftig mit.

Für dieses Jahr rechnet die Stadt damit, noch auf jeden Fall auf der sicheren Seite zu sein. Doch es bleibe weiterhin die Frage, wie sich die Flüchtlingsbewegungen in den nächsten Monaten angesichts von Konflikten und Problemen in den Herkunftsländern verändern werden. Die Unterbringung sei daher weiterhin eine Aufgabe, doch nicht mehr eine solch schwierige wie noch während der „Flüchtlingskrise“.

Klar ist, dass es nach dem Abbau der Wohncontainer für Flüchtlinge auf dem Messeplatz darum geht, diesen Bereich zu bebauen.

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