Weil am Rhein Abschied nach 20 Jahren

Beatrice Ehrlich
Ein herzliches Dankeschön vom Ortschaftsrat: Axel Schiffmann überreichte dem scheidenden Ortsvorsteher Michael Gleßner einen Geschenkkorb. Foto: Beatrice Ehrlich

Die letzte Sitzung mit dem Ortschaftsrat in seiner alten Besetzung war dem Abschied von Ortsvorsteher Michael Gleßner gewidmet.

Runde 20 Jahre stand Michael Gleßner als hauptamtlicher Ortsvorsteher an der Spitze des Teilorts von Weil am Rhein.

Der Alt-Ortschaftsrat und langjährige stellvertretende Ortsvorsteher Manfred Däublin und Ratsmitglied Axel Schiffmann übernahmen es, die Errungenschaften des scheidenden Ortsvorstehers vor versammelter Runde noch einmal aufzuzählen. Der Ortschaftsrat tagte allerdings in kleiner Runde: Alle nicht wieder gewählten Mitglieder hatten sich für die letzte Sitzung entschuldigt.

„Wir waren froh, dass wir wieder jemanden gefunden haben“

Als ehemaliger Stellvertreter Gleßners meldete sich als erster Manfred Däublin zu Wort. „Es war eine schwierige Zeit“, erinnerte er sich an die Zeit vor Gleßners Amtsantritt. „Wir waren froh, dass wir wieder jemanden gefunden haben nach dem Ende der Amtszeit von Peter Hunkler.“

Da für den damals noch ehrenamtlichen Ortsvorsteher kein Nachfolger gefunden wurde, war 1999 entschieden worden, einen hauptamtlichen Ortsvorsteher zu bestellen – Michael Gleßner.

Einiges erreicht in 20 Jahren

Dieser habe einiges erreicht in 20 Jahren, hob Däublin hervor. Zur 1250-Jahr-Feier habe Gleßner seinen Beitrag geleistet, sagte er anerkennend.

Lob und eine Flasche Wein gab es von einem Haltinger „Urgestein“: Manfred Däublin (l.) und Michael Gleßner. Foto: Beatrice Ehrlich

In bester Erinnerung sind Däublin auch die Reden zum Volkstrauertag des Ortsoberhaupts, die stets ein „hohes Niveau“ gehabt hätten. Nicht zuletzt habe sich der Ortsvorsteher auch mit unangenehmen Dingen auseinanderzusetzen gehabt und sich beschimpfen lassen müssen, besonders im Zusammenhang mit dem Thema Bahn-Ausbau, rief Däublin in Erinnerung.

„Du hast die Trommel gerührt“

Axel Schiffmann (UFW), der sich im Namen des Ortschaftsrats bei Gleßner bedankte, ergänzte Däublins Ausführungen noch um weitere Aspekte: Bei der Heldelinger Straße und den beiden Güterstraßen-Brücken habe Gleßner „die Trommel gerührt“, dass die Gewerke fertig werden, lobte er. Hervorzuheben seien auch Baugebiete, die man während Gleßners Zeit habe ausweisen können. Für das Fasnachtsfeuer habe er eine gute Lösung gefunden, und auch die Corona-Pandemie habe man mit vereinten Kräften gut hinter sich gebracht, auch wenn das Rathaus gesichert gewesen sei „wie Fort Knox“, wie Schiffmann mit einem Augenzwinkern anmerkte.

Bebauungsplan ist „tolle Sache“

Den Bebauungsplan Nordwest, an dem Gleßner ebenfalls seinen Anteil hatte, nannte Schiffmann eine „tolle Sache“. Dabei gehe es nicht nur um eine Feuerwache, sondern es brauche mehr, dafür stehe er – Schiffmann – im Wort bei Haltinger Bürgern. Der Soldat geht mit einem Ortschaftsrat-Zapfenstreich von Bord“, schloss Schiffmann launig, an Gleßner gerichtet, und überreichte ihm ein Geschenk.

Ortsvorsteher kommt noch einmal – zur Vereidigung

„Es war ein spannender Lebensabschnitt“, blickte Gleßner seinerseits auf seine Zeit in Haltingen zurück. Allerdings sei diese Sitzung noch nicht sein letzter Akt gewesen: „Ich werde euch alle, wie Ihr hier sitzt, noch vereidigen“, kündigte er an, bevor die Runde überging zum gemütlichen Beisammensein bei Getränken und belegten Weckle.

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