Weil am Rhein Ärzte wollen an die Römerstraße

 Foto: sba/Rolf Vennenbernd     

Weil am Rhein - Mit vier bis fünf neuen Arztpraxen an der Römerstraße rechnet der Geschäftsführer des St. Josefshauses, Christoph Dürdoth. Neben Platz für Fachärzten und Allgemeinmediziner sollen an der Römerstraße bis zu 80 Wohnungen entstehen, knapp jede dritte sozial gefördert. Eine Fertigstellung des 20- bis 25-Millionen-Euro-Projekts wird für das Jahr 2023 angepeilt.

„Wir werden keine Probleme haben, die Räumlichkeiten zu belegen“, bemerkt Dürdoth nach den ersten Gesprächen mit Allgemeinmedizinern und Fachärzten. Auch die passenden Fachrichtungen seien dann wohl vertreten. Hierzu zählen die Bereiche Neurologie, Psychiatrie/Psychologie sowie wünschenswert noch Gynäkologie und Urologie. Ein Arzt habe bereits ein konkretes Raumprogramm erarbeitet, weitere sollen nun folgen. Es gebe Interesse und Absichtserklärungen, freut sich der Geschäftsführer über die positiven Rückmeldungen für die 1000 bis 1400 Quadratmeter Praxisflächen.

Dabei wird es nach aktuellen Plänen eine Kombination von medizinischem Versorgungszentrum (MVZ) und einem medizinischen Zentrum für Erwachsene mit geistiger Behinderung (MZEB) geben. So würden sowohl die Weiler Bürger als auch vom St. Josefshaus in Herten betreute Menschen mit Behinderung profitieren, die vom Arzt auch besucht werden.

Angestellte Ärzte

Dass die Kassenärztliche Vereinigung Baden-Württemberg einen Strich durch die Rechnung machen wird, glaubt Dürdoth nicht. „In den Fachrichtungen sehe ich kein Problem mit den Kassensitzen.“ Außerdem werde angesichts des hohen Altersdurchschnitts der noch praktizierenden Ärzte bis zum Jahr 2023 sicher noch der eine oder andere in Rente gehen und eine Übernahme des Sitzes wünschen. Das MVZ/MZEB könnte für den Praxissitz die Lösung sein, so Dürdoth. Dieses stelle dann die Ärzte an, wobei einer „den Hut aufhaben muss“. Eine Kooperation mit den Kreiskliniken liege zudem auf der Hand, um Ärzte anzustellen. „Es geht um ein Versorgungsproblem, das wir beheben wollen“, setzt der St. Josefshaus-Geschäftsführer auf eine Verbesserung der medizinischen Versorgung.

Mit sechs Architekturbüros

Die wesentlichen Grundstücksinformtionen, die für die Entwicklung des Geländes von Bedeutung sind und ausgewertet wurden, liegen mittlerweile vor. Für die Begleitung der Mehrfachbeauftragung, also eines begrenzten architektonischen Wettbewerbs, wurde auch ein Büro gefunden. Die Beauftragung wird laut Dürdoth in Kürze erfolgen. „Der Kreis der teilnehmenden Architekturbüros ist ausgeschaut.“ Sechs Büros sind mit im Boot.

Mit E-Baukörper?

Klar ist, dass neben den Arztpraxen-Räumen bis zu 80 Wohnungen entstehen sollen. Welche Form und Erscheinung der Baukörper haben wird, ist nun Teil des Wettbewerbs. „Wir wollen den Architekten nicht zu große Vorgaben machen.“ Klar sei, dass es sich wirtschaftlich darstellen lassen muss und Funktionalität aufweist. Angesichts der besonderen Lage am Orteingang von Weil und der unmittelbaren Nachbarschaft zum Vitra-Campus weiß der St. Josefshaus-Geschäftsführer auch um die Notwendigkeit, optisch hier einen positiven Akzent zu setzen. Fix ist, dass mit Fernwärme geheizt wird.

Zwar gibt es für den Bau verschiedene Denkansätze, doch eine E-Form steht dabei ganz oben. Heißt: Ein an der Römerstraße entlang führender Baukörper zwischen Vitra-Campus und der neuen Heizzentrale an der Römerstraße würde durch drei zum Grundstücksinneren hinführende weitere Teil-Bauten komplettiert. Ob diese mit dem Hauptgebäude verbunden sind oder ob womöglich eine dann doch andere Form gewählt wird, sollen die sechs Architekturbüros nun ausarbeiten.

Investor mit sozialem Herz

Als Investoren treten Prof. Rudolf Hammerschmidt auf, der schon in der Hertener Sozialeinrichtung engagiert ist, sowie die „Hoepfner Bauinvest Plus“, eine Tochtergesellschaft von Hoepfner Bräu aus Karlsruhe. Angesichts von einer gering angepeilten Netto-Rendite von etwa drei Prozent sei der Investor mit einem „sozialen Herz“ versehen. Als Mieter im Blick sind daher weniger die gut verdienenden Grenzgänger und Schweizer als vielmehr Menschen mit geringem Einkommen. Bis zu 30 Prozent sozial gebundene Wohnungen werde es geben.

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