Weil am Rhein Alt-Weil rückt in den Fokus

Weil am Rhein - „Eine Stadt ist nie fertig. Die Aufgaben gehen uns in den kommenden Jahren nicht aus“, hatte Oberbürgermeister Wolfgang Dietz bei der Verabschiedung des Haushalts gesagt. Dabei erwähnte er auch die beiden ausgewiesenen städtebaulichen Sanierungsgebiete in Haltingen und Friedlingen. Und jetzt soll mit Alt-Weil ein weiteres Gebiet dazukommen.

Was eine Ortssanierung mit ihren begleitenden Maßnahmen bewirken kann, sieht man an den Beispielen Haltingen und Friedlingen, wenngleich sich die privaten Maßnahmen im Rahmen des öffentlichen Sanierungsprogramms bislang noch bescheiden ausnehmen. Dafür ist die Stadt umso aktiver und bewegt einiges. In Haltingen, wo beispielsweise auch das Bahnhofsumfeld im Bereich der Burgunder Straße städtebaulich aufgewertet und neu gestaltet werden soll, wird die Umsetzung noch ein paar Jahre dauern, da die Stadt mit ihren Maßnahmen von der Bahn und deren Fortschritt beim Ausbau der Rheintalstrecke abhängig ist. Und in Friedlingen mit seinen umfangreichen Projekten ist das Sanierungsprogramm bis ins Jahr 2035 ausgelegt.

„Die vorbereitenden Untersuchungen für Alt-Weil sind abgeschlossen, jetzt wird der Antrag auf Ausweisung eines Sanierungsgebiets vorbereitet“, sagt Erster Bürgermeister Christoph Huber auf Nachfrage und fügt hinzu: „Bis zum 31. Oktober muss der Antrag beim Regierungspräsidium eingereicht sein.“ Bis dahin soll es laut Huber in Alt-Weil eine öffentliche Begehung und eine Informationsveranstaltung geben, um die Bürger mitzunehmen und sie zu animieren, sich bei privaten Sanierungsmaßnahmen Zuschüsse zu sichern. Gerade Alt-Weil mit seiner alten Bausubstanz und den zahlreichen unter Denkmalschutz stehenden Gebäuden biete sich für ein Sanierungsgebiet an. Zwar ist in den frühen 80er-Jahren im Zuge des Dorfentwicklungsplans einiges gemacht worden, doch seither – und das ist mittlerweile gut 35 Jahren her – waren die städtebaulichen Aktivitäten verhalten.

Das soll sich jetzt ändern. Bei der Ortssanierung in Alt-Weil bilden aufgrund der vorhandenen alten Bausub­stanz vor allem die privaten Maßnahmen einen Schwerpunkt. „Wir werden eine umfassende Bestandsaufnahme machen und die dabei zutage tretenden städtebaulichen Missstände möglichst beseitigen“, gibt Huber als Ziel aus. An öffentlichen Maßnahmen kommen laut Erster Bürgermeister der Ausbau des Knotens Römerstraße/Hinterdorfstraße in Betracht, wenn die Tramlinie bis zum Läublinpark verlängert wird. Auch das Gebäude an der Hauptstraße 130, das die Stadt vor zwei Jahren kaufte und in dessen Hinterhaus sich Jahrzehnte die Schuhmacherwerkstatt von Günther Dittes befand, rückt in den Blickpunkt. Dittes hatte im Dezember 2015 mit fast 80 Jahren seinen geliebten Beruf an den Nagel gehängt.

Mit der Aufgabe seiner Schuhmacherwerkstatt ging ein Kapitel Altweiler Geschichte zu Ende. Das Haus steht seither leer und soll einer neuen Nutzung zugeführt werden. Was mit dem Gebäude passiert, ist noch offen.

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