Weil am Rhein Alte Bäume in der Stadt erhalten

Die alten Eichen auf dem Messeplatz sollen trotz einer geplanten Bebauung in diesem Bereich weiter stehen bleiben. Foto: Marco Fraune

Weil am Rhein - Der Erhalt von Bäumen auf dem Messeplatz, mehr Grün am Friedlinger Zoll und ein neues Wurzelmanagement: Die Gemeindepolitik sorgt sich um die „grüne Lunge“, wie im Bau- und Umweltausschuss deutlich wurde.

Vorbild ist Basel-Stadt

Generell ist der Umgang mit alten Bäumen den Freien Wählern wichtig, wenn rundherum Bauarbeiten laufen und womöglich mit der Schaufel die Lebensadern an- oder sogar durchgeschnitten werden. Ein „Wurzelmanagement“, wie UFW-Stadtrat Axel Schiffmann einen Vorschlag seines Fraktionskollegen Jürgen Walliser artikulierte, sei wichtig. „Die Ausführungsarbeiten muss man einer aktiven Kontrolle unterziehen.“ So gelte es, die nicht ersetzbaren alten Bäume zu schützen. Dabei verwies er auf ein ähnliches Management wie es die Basler Nachbarn schon praktizieren würden.

So gibt es im Kanton Basel-Stadt schon seit dem Jahr 1980 ein Gesetz zum Schutz und zur Förderung des Baumbestands, das Baumschutzgesetz. „Mittels Wurzelsondierungen, welche durch ausgewiesene Baumpflegespezialisten vorgenommen werden, kann bereits im Vorfeld festgestellt werden, ob die geplanten baulichen Maßnahmen den Wurzelbereich tangieren“, heißt es dort. „Schäden können verhindert werden, wenn man rechtzeitig Vorkehrungen zum Baumschutz auf der Baustelle trifft. Das Baumschutzkonzept dient als Grundlage, um Schäden an geschützten Bäumen zu vermeiden.“

Plan an Standort anpassen

Die alten Eichen an der ehemaligen Flüchtlingsunterkunft auf dem Messeplatz nahm Grünen-Stadtrat Thomas Bayer in den Blick. „Ist es möglich, die zu erhalten?“ Positive Signale sendete zumindest Erster Bürgermeister Christoph Huber aus. So seien die Bäume laut dem städtischen Grünplaner Stephan Fischer erhaltenswürdig.

Der Bebauungsplan sieht für diesen Bereich auch Bäume als erhaltenswürdig vor, doch nicht exakt für den Standort, wo sich die alten Eichen momentan befinden. „Die Standorte stimmen nicht überein“, hatte sich auch Huber etwas gewundert. Nun wird im Rathaus die Zielrichtung verfolgt, die passenden Standorte einzuzeichnen, ohne dass unterm Strich weniger Wohnraum herauskommt.

Blauenstraße-Neubauten

Klar ist laut Huber aber auch, dass keine zeitliche Dringlichkeit besteht. Denn in der November-Sitzung will die Verwaltung den Vorschlag einbringen, zuerst die Freifläche an der Blauenstraße in die Vermarktung zu bringen. „Es wird Zeit, die Baulücke zu schließen.“ Erst später will sich die Stadt dann um die Vermarktung des Messeplatz-Geländes kümmern, wie Bürgermeister Rudolf Koger auch schon als favorisierte Option gegenüber unserer Zeitung hat durchblicken lassen.

Zwei Bäume fehlen

Noch nachhaken will die Stadtverwaltung beim Eigentümer des B+B-Hotels am Friedlinger Zoll, wo früher eine Villa stand. Eigentlich müssten hier fünf Bäume wachsen, doch Grünen-Stadtrat Bayer war aufgefallen, dass es dort gar nicht so grün ist wie vorgesehen. Vor Ort stellte sich heraus, dass auch nur drei Bäume vorhanden sind. Nun werde der Eigentümer angeschrieben, warum zwei fehlen, kündigte die Verwaltung im Bauausschuss an.

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