^ Weil am Rhein: Ampel oder Kreisverkehr? - Weil am Rhein - Verlagshaus Jaumann

Weil am Rhein Ampel oder Kreisverkehr?

Beatrice Ehrlich
Ein Kreisverkehr ist teurer als eine Ampelanlage. Auch dieser Gedanke spielt in die künftigen Planungen hinein. Foto: Pixabay

Dem Vorschlag einer Ampelanlage für die Einmündung auf die B3 zwischen Weil und Haltingen können viele Weiler Gemeinderäte nichts abgewinnen. Sie wünschen sich einen Kreisverkehr.

Geht es nach der derzeitigen, überwiegenden Mehrheit der Weiler Gemeinderäte, gäbe es am Übergang der Römerstraße zur B 3 demnächst zwei Kreisverkehre. Ein Argument dafür sind die guten Erfahrungen, die man mit den nördlich Haltingens gelegenen Kreisverkehren gemacht habe. Obwohl auch diese zunächst umstritten gewesen seien, hätten sie sich letztlich bewährt, machten etwa Axel Schiffmann (UFW) und Nicole Sütterlin (Grüne) deutlich.

„Hütchen“ werden oft umgefahren

Oliver Gassenmeier vom Regierungspräsidium Freiburg hatte am Dienstag im Gemeinderat das Vorhaben für die Errichtung eine Ampelanlage an der Einmündung auf die B 3 eingebracht. Bisher wird dort der von der Rampe an der B 532 (Römerstraße) her kommende Linksabbiegerverkehr über eine Einfädelspur in die B 3 eingeleitet. Diese ist mittels kleiner Markierungen („Hütchen“) aus Kunststoff zusätzlich markiert. Es handle sich bei dieser Kreuzung um eine Unfallhäufungsstelle, machte Gassenmeier deutlich. Laut aktuell vorliegender Zahlen des RP würde ein Kreisverkehr an dieser Stelle insbesondere zu Spitzenlastzeiten am Vormittag an seine Grenzen stoßen.

Höhere Leistungsfähigkeit bei Ampeln

Auch Nachmittags habe man für die Ampelanlage eine höhere Leistungsfähigkeit berechnet, auch hier wieder insbesondere in Spitzenlastzeiten. Nicht zuletzt sei der Bau eines Kreisverkehrs deutlich teurer, gab der Vertreter des Straßenbauamts zu bedenken. Wegen des Baus der Dreiländergalerie war das RP bei seinen bisherigen Berechnungen von steigenden Verkehrszahlen auf dieser Strecke ausgegangen. Um zu sehen, ob das auch wirklich so ist, soll noch vor den Sommerferien eine Verkehrszählung stattfinden. Irmgard Lorenz (Grüne) gab hinsichtlich dessen zu bedenken, dass die Sommerferien in der Schweiz, aus der viele Autofahrer kommen, bereits Ende Juni beginnen.

Axel Schiffmann sprach sich gegen den Bau einer Ampelanlage aus. „Wir haben kein Problem mit der Einmündung“, sagte er. Manche Autofahrer würden zwar zugegebenermaßen über die „Hütchen“ fahren. Dennoch: Er fahre vier Mal am Tag über diese Kreuzung, und habe noch nie wesentliche Stauvorgänge bemerkt. Er bevorzuge einen Kreisverkehr, macht Schiffmann deutlich, um diesen zu entlasten, könnten „Bypässe“ in Erwägung gezogen werden. Festzuhalten sei außerdem, dass es an dieser Stelle weder Fuß- noch Fahrradverkehr gebe. Den Kreisverkehr nördlich Haltingens, beim „Dehner“ habe man den Weilern auch ausreden wollen, erinnerte er sich. Dieser habe sich aber bestens bewährt.

„Im Fluss“, aber trotzdem bilden sich Staus

Jürgen Walliser (FW) schloss sich dieser Sichtweise an: Aus Sicht eines Verkehrsteilnehmers seien seine Erfahrungen mit einem Kreisel einfach besser. Er wollte außerdem wissen, wie viele Unfälle genau an dieser Stelle stattgefunden hätten. Kreisverkehre hätten ihre Grenzen, gab Gassenmeier zu bedenken, sie seien zwar „im Fluss“, dennoch würden sich auch Staus bilden. Mit den konkreten Zahlen müsse er passen, er könne diese aber noch nachliefern. Auch Claus Weibezahl (CDU) erkundigte sich, wie hoch denn die Zahl der Unfälle an dieser Stelle genau sei, und wie gravierend diese seien. Er habe früher beruflich an der Erstellung von Unfallstatistiken mitgewirkt, sagte der ehemalige Polizeihauptkommissar. Oft handle es sich um unbedeutende Vorfälle, die immer wieder stattfänden. Genau dann spreche man von Unfallhäufigkeit, wendete Gassenmeier ein. Walliser fügte noch an, dass bei beiden Varianten – Ampel und Kreisel – Staus zu Spitzenlastzeiten zu erwarten seien, in den anderen Zeiten sei aber der Kreisel besser. Oberbürgermeister Wolfgang Dietz schloss die Debatte mit dem Argument, es handle sich um zwei Straßen, für die die Stadt nicht zuständig sei.

Vitra soll an der oberen Kreuzung selbst planen und bauen

An der oberen Kreuzung, dort wo die Rampe zur B 3 von der B 532 abzweigt, war vonseiten des RP zunächst eine Einmündung mit einer zusätzlichen Spur aus Richtung Weil angedacht gewesen. Das Unternehmen Vitra als direkter Anlieger hatte darüber hinaus eigene Berechnungen zur Belastung dieses Verkehrsknotens und auch der umliegenden Kreuzungen anstellen lassen, die Campusarchitekt Christian Germadnik im September im Gemeinderat vorgestellt hatte, ebenso wie den Plan, der Kreuzung, die künftig durch einen Kreisverkehr ersetzt werden könnte, durch eine eigene Abbiegespur zum Vitra-Gelände zu ergänzen. Bisher lässt die Abbiegekreuzung an der Römerstraße das Vitra-Gelände links liegen.

Eine solche Lösung sei genehmigungspflichtig, hielt Gassenmeier fest, sie sei auch ungewöhnlich, aus Sicht des RP sei sie aber dennoch denkbar. Allerdings, so machte er deutlich, müsse Vitra eine solche Lösung selbst planen und bauen.

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