Weil am Rhein Ampel statt Kreisverkehr für den Weiler B 3-Knoten

Nach Eröffnung der „Dreiländergalerie“ wird mit einer Überlastung des Verkehrsknotens gerechnet. Foto: Marco Fraune

Von Marco Fraune

Rot, gelb, grün: Der Knoten B3/B532 unweit des Vitra-Campus soll im nächsten Jahr eine Lichtsignalanlage erhalten. Im nächsten Schritt ist eine Lenkung des Verkehrs von Frankreich über die Bundesstraßen um Weil am Rhein ins Auge gefasst. Damit würden dann voraussichtlich weniger Autos und Laster über die Römerstraße auch durch Alt-Weil fahren. Aktuell wird aber an beiden Plänen noch gefeilt, wobei ein Kreisverkehr offenbar aus dem Rennen ist.

Weil am Rhein. Mit der Eröffnung der „Dreiländergalerie“ einige hundert Meter weiter auf der B 3 in Richtung Innenstadt geht das Regierungspräsidium Freiburg davon aus, dass die Leistungsfähigkeit des B 3/B 532-Knotens nicht mehr gegeben ist. Das im Rahmen des Einkaufstempel-Baus erstellte Verkehrsgutachten habe aufgezeigt, dass man sich schon jetzt „am Rande der Leistungsfähigkeit“ unweit des Vitra-Hauses befindet. Nach Eröffnung der „Dreiländergalerie“ könne speziell der vom Stadtinneren oder auch aus Frankreich kommende und nach Haltingen abbiegende Verkehr nicht mehr auf die B 3 einfädeln. Schon im Jahr 2007 wurde für die Linksabbieger eine innen liegende Einfädelspur geschaffen – ein Pilotprojekt, das bis heute Bestand hat.

Angesichts des absehbaren Knoten-Infarkts sah sich das Regierungspräsidium zum Handeln gezwungen, damit vor der Dreiländergalerie-Eröffnung schon Hand angelegt wird. Die Leitung der in Bad Säckingen angesiedelten RP-Abteilung Straßenbau Süd, Leitender Baudirektor Dieter Bollinger und Stellvertreter Oliver Gassenmeier, schilderten am Dienstagabend im Bau- und Umweltausschuss, was wann wo gemacht werden soll. Denn das Baureferat kümmert sich um Planung, Bau, Erneuerung und Erhalt der Bundes- und Landesstraßen.

Bund gegen Kreisverkehr

Die Experten stellten in den Vormonaten verschiedene Überlegungen an, wobei auch der Kreisverkehr erörtert wurde. Doch der Bund gestattet diesen außerorts nur in Ausnahmefällen, jeder müsse genehmigt werden, heißt es. Mit einer solchen rechne man aber nicht. Auch komme die Nähe zu den Bahngleisen als räumlich begrenzender Faktor hinzu.

Eine andere verworfene Alternative war, die B 532 mit einer Rampe an die B 3 anzubinden, womit der aus Frankreich kommende Verkehr direkt darauf geleitet würde. Das Konstrukt Brücke an Brücke anbinden, wäre laut Gassenmeier „technisch schwierig“ und mit „enormen Kosten“ verbunden.

Nachmittags mit Infarkt

Als wirtschaftlichste Lösung kristallisierte sich damit schnell die Ampel heraus. Ein Büro aus Karlsruhe wurde mit der Planung der Lichtsignalanlage bereits beauftragt. Eine Verkehrszählung mit bis zum Jahr 2030 hochgerechneten Zahlen gab es daraufhin. Demnach gibt es Vormittags- und Nachmittags-Spitzen, wobei letztere der maßgebende Fall sei, also wenn es zur Überlastung des Knotens kommt. Nicht die Linksabbieger in Richtung Weil, sondern die Rechtsabbieger in Richtung Haltingen kommen laut Prognose künftig nicht mehr auf die Bundesstraße. Die Wartezeiten sind so lang, dass von einer Überlastung gesprochen wird.

Entwurf für Ampelanlage

Ein erster Entwurf für die Ampelanlage liegt bei der Behörde vor. Dabei wird mit Detektoren in der Straße geplant, damit sich die Ampelphasen anpassen. Vorgesehen ist, die innen liegende B3-Linkseinfädelspur zu entfernen und als Geradeausweg in Richtung Haltingen zu nutzen. Damit kann dann Platz für eine Rechtsabbiegespur geschaffen werden. Zugleich landen dann die von Weil und Frankreich kommenden Fahrzeuge beim Linksabbiegen direkt auf der richtigen Spur in Richtung Weiler Bahnhof.

Eigentlich sollte dieser Plan in diesem Jahr umgesetzt werden. Da der Bau der „Dreiländergalerie“ deutlich länger dauert als gedacht, habe man nun noch Zeit, Modifikationen vorzunehmen. Zuerst wolle man die Lichtsignalanlage überplanen, im Frühjahr ausschreiben und dann realisieren. Mit eingebunden werden soll auch die Weiler Stadtverwaltung.

Oberer Knoten als nächstes

Bei der Planung aufgefallen ist bereits, dass die wenige Meter höher gelegene Abbiegekreuzung keineswegs optimal funktioniert. Der Verkehr soll möglichst nicht weiter auf die Römerstraße durch Alt-Weil fahren, sondern vielmehr über die B 3 und die B 317 um Weil am Rhein herum. Der obere Knoten sollte daher auch umgebaut werden, wobei das RP auch nicht vergaß, für diesen zweiten Umbau-Schritt auf die etwa 30-prozentige Kostenbeteiligung der Stadt zu verweisen. Auch für diese Maßnahme sollen weitere Gespräche stattfinden. Die Sinnhaftigkeit werde noch überprüft, erklärte Bürgermeister Martin Gruner (zur Diskussion: siehe weiteren Bericht).

Weil am Rhein (mcf). Weil ein Kreisverkehr mehr Verkehr in Kreuzungsbereichen fließend durchleiten kann, soll dieser durch das Regierungspräsidium Freiburg nicht schon verworfen werden. Darauf drängte im Bau- und Umweltausschuss ganz besonders Axel Schiffmann (UFW). Dabei erinnerte er auch an die Entstehungsgeschichte des Kreisverkehrs beim Dehner (Nordwestumfahrung/Binzen/Haltingen/Ötlingen), wo zuvor auch eine Ampel errichtet werden sollte, doch der Kreisverkehr habe sich bewährt.

Für einen Kreisel spreche eine Entschleunigung des Verkehrs, dass Laster Wendemöglichkeiten haben und die Verkehrsregel einfach sei. Schiffmann: „Der Kreisel am B 3-Knoten ist mir zu schnell verschwunden.“ Hinzu komme, dass eine Ampel wartungsintensiv sei und Strom verbrauche. RP-Vertreter Oliver Gassenmeier verwies hingegen explizit darauf, dass der Bund den Kreisverkehr wohl nicht genehmigt. Mit einer Ampel könne der Verkehr besser gesteuert und damit um Weil herum geleitet werden.

Johannes Foege (SPD) hält es hingegen für eine politische Frage, ob ein Kreisverkehr genehmigt wird. Außerdem bezweifelte er, ob eine Ampel die Verkehrslenkungswirkung tatsächlich erreiche. Weil der Knoten aber kein Unfallschwerpunkt sei, könne man erst einmal abwarten, welche Verkehrsströme sich entwickeln. Auch im Blick bleiben müsse der ÖPNV sowie eine extra Busspur. „Abwarten ist die falsche Variante“, sagte der Leitende Baudirektor vom RP, Dieter Bollinger. Die Behörde will für die Weiler Politik und Verwaltung noch weiter herausarbeiten, warum ein Kreisverkehr an dieser Stelle nicht sinnvoll ist.

Für den obigen Knoten in Richtung Römerstraße müsse man die Kosten erst einmal thematisieren, findet Schiffmann. Gleichzeitig richtete er den Blick zum Autobahnabbieger und in Richtung Friedlingen wenige Meter weiter. Hier sieht er einen „Rampenkreisel“ als zielführend an.

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