^ Weil am Rhein: An den Wänden wurde es eng - Weil am Rhein - Verlagshaus Jaumann

Weil am Rhein An den Wänden wurde es eng

Elisabeth Schröder
In Windesgeschwindigkeit hat sich das Weiler Stapflehus mit Bildern von 69 Künstlern gefüllt. Foto: Elisabeth Schröder

So etwas gab es in Weil am Rhein noch nie: Die Neugier war groß beim ersten Kunstflashmob am vergangenen Wochenende in der Städtischen Galerie Stapflehus.

Mit Spannung war der Kunstflashmob erwartet worden. Das Interesse war laut dem Initiator und Leiter der städtischen Galerie Stapflehus, Patrick Luetzelschwab, bereits im Vorfeld sehr groß, das Telefon lief heiß. Schon eine halbe Stunde vor Beginn am frühen Samstagnachmittag hatte sich eine große Schlange vor dem Ausstellungshaus gebildet. Nach einer organisatorischen Information, der kurzen Betrachtung der Bilder und der Absprache über die Wandhängung ging es los.

Mit Hammer und Nagel ans Werk

Mit Tatendrang und großer Freude machten sich die Künstler, ausgerüstet mit Hammer und Nagel, ans Werk und hängten ihr jeweiliges Werk selbst an die Wände. Für jedes Kunstwerk fand sich ein Platz, auch wenn es gegen 16 Uhr, dem Ende der Hängungszeit doch etwas eng an den Wänden wurde, wie Luetzelschwab lachend zugab. Die Herausforderung, Themen wie Farbe, Figur oder Industrie in kürzester Zeit kuratorisch zusammenzuführen, war sehr intensiv, jedoch überwog die Freude über das tolle Erlebnis und das vielfältige, qualitätsreiche Ergebnis.

Gespräche zwischen Künstlern

Die Künstler kamen ins Gespräch, halfen sich gegenseitig beim Aufbau und fotografierten sich mit ihren Werken. Vielfalt gab es auch unter den Teilnehmenden. Zum einen beteiligten sich die Künstler Elisabeth Veith, Beate Fahrnländer, Volker Bessel und Guiseppe Masini vom Kesselhaus, sowie weitere namhafte Künstler der Region wie Niels Tofahrn, Ellen Mosbacher, oder Ulrich Wössner.

Auch aus Freiburg war der ein oder andere Künstler angereist. Neben den professionellen Künstlern stellten auch Hobbykünstler aus. Es fanden sich sowohl Schüler und Senioren unter den Teilnehmern der Aktion. Unter den ausgestellten Werken dominierten kräftige, leuchtende Farben – der Frühling kehrte sozusagen auch ins Stapflehus ein.

Der Frühling zieht mit kräftigen, leuchtenden Farben ein

Eine große Bandbreite eröffnete sich auch in den gezeigten künstlerischen Techniken. Neben der Malerei fanden sich auch Arbeiten auf Papier und Druckgrafiken, Skulpturen, Fotografien, etwa von Nicolai Balkow, ein Mobile (Christine Huß), ein Blatt-Wandteppich aus Filz (Regina Mattmüller), ein geometrisches Seidenbild (Rainer Grünzner), ein Draht-Bild mit Schafen (Imke Kämpf) und eine Videoinstallation in der Ausstellung und bildeten ein breites Spektrum an künstlerischen Techniken ab. Ganz oben im Dachgeschoss zeigte René Herzogenrath seine Videoprojektion „Retina III“, mit einer sehr schnellen Abfolge von Bildern in Horizontalstruktur mit Geräusch, die er mit einem sich drehenden Ventilator erzeugt hat. Seine Video-Sequenz sieht er als Sinnbild des REM-Schlafs, der Traumphase des Menschen, die gewöhnlich 3 Stunden dauert, hier nun aber auf genau 3 Minuten komprimiert wurde.

Wiederholung ist nicht ausgeschlossen

Letztendlich wurden insgesamt 69 Werke von ebenso vielen ausstellenden Künstlern gezeigt. Am Samstag um 16 Uhr trugen zwei Kunstwerke bereits einen roten Punkt und waren somit verkauft worden. Das Interesse bei Künstlern und Publikum war groß. Bereits am Samstag kristallisierte sich der Kunstflashmob als voller Erfolg heraus. Eine Wiederholung im nächsten Jahr ist definitiv nicht ausgeschlossen.

Marina Targa Foto: Elisabeth Schröder

Marina Targa hatte ihr Acryl-Gemälde „Cosmeen“ von 2022 im Gepäck. Sie wohnt in Weil am Rhein, wo sie auch geboren wurde und ist pensionierte Werbegrafikerin. Sie hat sich mit Kursen an der Kunstgewerbeschule Basel weitergebildet und malt seit 2 Jahren wieder intensiv. Blumen in kräftigen Farben und auch die Weiler Reben sind Motive ihrer Werke.

Eloisa Florido Navarro zeigte ihre Holzskulptur „Ahnen“, von 2023.

Eloisa Florido Navarro Foto: Elisabeth Schröder

Sie wohnt in Lörrach und arbeitet hauptberuflich als Künstlerin, sowie als Psychologin. Die Künstlerin hat sich für den Flashmob für eine Gruppe von Figuren aus Lindenholz entschieden, die sie teilweise mit Feuer geschwärzt hat.

Komposition aus Holz, mit Feuer geschwärzt

Das Holz hatte oben ein Loch in der Mitte, wodurch ihr diese Kompositionsidee in den Sinn kam. Sie arbeitet gern mit Holz, fühlt sich aber auch in der Malerei, beim Zeichnen oder Modellieren künstlerisch Zuhause.

Valentina Sucameli zeigte das kleine Werk „Die Sicht“, von 2024, Acryl auf Leinwand. Sie ist Schülerin der neunten Klasse in der Realschule Dreiländereck in Weil am Rhein. Ihre Kunstlehrerin hat sie auf den Kunstflashmob aufmerksam gemacht.

Valentina Sucameli Foto: Elisabeth Schröder

Gemeinsam mit einem weiteren Schüler und zwei Schülerinnen hat Sucameli an der temporären Aktion teilgenommen. In ihrem Bild hat sie sich von ihrem Lieblingskünstler Claude Monet inspirieren lassen und ihrer gemalten Komposition als Highlight einen Schwan hinzugefügt.

  • Bewertung
    11

Umfrage

Wahlurne

Der Kreistag wird am 9. Juni neu gewählt. Sind Sie mit der Arbeit des scheidenden Gremiums zufrieden?

Ergebnis anzeigen
loading