Weil am Rhein An drei Tagen wird gesungen

Stefan Arndt, Organisator der Wiler Schnitzelbängg, findet, dass rund um den Globus im vergangenen Jahr so viel passiert ist, was sich trefflich für einen Schnitzelbangg eignet. Foto: Monika Merstetter

Weil am Rhein - Nach ersten Anfängen in den 20er- und den 50er-Jahren des vorigen Jahrhunderts gibt es spätestens seit 1978 als nicht wegzudenkender Teil der Weiler Fasnacht das organisierte Schnitzelbangg singen. Mit der Gründung der IG Wiler Schnitzelbängg vor 30 Jahren steht dahinter eine vorbildliche Organisation, die ihresgleichen sucht.

Lange war Hans-Peter Hartmann als Koordinator tätig. Nach 23 Jahren übergab dieser im Dezember 2013 das Amt an Stefan Arndt.

Der hatte sich zuvor schon eingearbeitet und sich um die Anfertigung der Plakate „Mir singe drei Dag Schnitzelbängg“ gekümmert und die Wirte in den in Frage kommenden Auftrittslokalen kontaktiert. Immer mehr ist dabei Arndt in die Rolle als zentraler Ansprechpartner geschlüpft. Sei es, dass Gäste bei ihm nachfragen, wo es noch freie Plätze gibt, aber auch, wenn irgendjemand mit irgendetwas nicht zufrieden war.

Wer nicht kommen kann, sollte absagen

Seit Ende vergangenen Jahres steht er mit den Wirten in Kontakt und kann inzwischen vermelden: „Alle 1800 Sitzplätze an den drei Tagen sind reserviert.“ Der Fairness halber hoffen Wirte, Gäste und Bänkelliedersänger, dass, wenn kurzfristig reservierte Plätze nicht eingenommen werden können, abgesagt wird, damit diese anderweitig belegt werden können. Als Service, um kurzfristig noch nach freien Plätzen zu fragen, hat Arndt auf den Plakaten die Telefonnummern der Lokalitäten gedruckt. Ebenso gibt es ein handliches „Infoblättli“, auf dem er alle Daten zusammengetragen hat. Trotz Computer sei das eine nicht zu unterschätzende Arbeit.

Groß ist die Freude bei allen Akteuren, dass es am kommenden Samstag endlich losgeht. Verraten wurde nicht einmal die geringste Kleinigkeit, wenn es um die Themen, Reime und Helgen geht. Und alle sind gespannt, was die anderen an Humorvollem mit spitzer Zunge dem Publikum servieren.

Die Kameradschaft wird großgeschrieben. Das zeigt sich beginnend beim Treffen im November, wenn die Marschpläne verteilt werden. Da steht die Organisation bereits mit den Beizen, die in einer Runde angefahren werden, damit möglichst wenig Fahrzeit dazwischen liegt. Nur so kann gewährleistet werden, dass die Gruppen im 30-minütigen Rhythmus auftreten können. Beliebt ist auch der Neujahrsempfang, der in lockerer Runde stattfindet.

Erste Bilanz nach erstem Tour-Abend

Eine erste Bilanz wird am ersten Tour-Abend gezogen, wenn alle Gruppen sich zum Abschluss im Josefstübli bei Mike Steimle zu einem kleinen Apéro treffen. Nicht zu vergessen: das mit Spannung erwartete Schnitzelbangg-Nachsingen. Erst dort erfahren alle gegenseitig, welche Schnitzelbängg präsentiert wurden.

Gesungen wird an allen drei Tagen ab 19 Uhr. Die Akteure bitten, die Plätze rechtzeitig einzunehmen, um Essen und Trinken vor Beginn ordern zu können.

Weil am Rhein (mme). Bei den Riisneegl sind nach einem arbeitsreichen und inspirierenden Klausur-Wochenende in Fröhnd-Hof Danny und René wieder ohne Pappkamerad, dafür mit dem echten Markus auf Tour. Die neuen Glitzer-Düpflischisser revolutionieren ihren Vortrag, indem sie die Stamm-Melodie und den Blues eliminieren, dafür den Bangg in zwölf neue Melodien packen. Außerdem versprechen sie, kurz und knackig zu sein. Für D‘Schnuurefridli un si Knecht gibt es wie immer zwischen letztem Zunftabend und erstem Schnitzelbangg-Singen kein anderes Thema, als an ihrem Vortrag zu feilen. Stolz wie Hugo freut sich der Knecht, seine neue nach Maß geschneiderte Weste endlich präsentieren zu können.

Die neuen in der IG Wiler Schnitzelbängg, die Schereschliffer, können den ersten Abend kaum erwarten. Sie sind schon einige Zeit mit dichten, reimen und probesingen fertig geworden und warten gespannt, wie sie beim Publikum ankommen. Die Getto-Singers müssen auf zwei bewährte Stammkräfte verzichten. Die auftretenden fünf geben jedoch alles, damit die 44. Tour auch eine Jubiläumstour wird.

Die junge Truppe der Wiler Rhy-Deufel mit Manuel Seewald, Michael Greulich, Michael Steinhardt und Thomas Seliger hat sich von Beginn an am Niveau der arrivierten Gruppen angepasst. „Wir liegen auf Kurs, alle sind wieder mit an Bord“, vermelden die Quärulante, die sich 2016 umbenannten und ursprünglich aus der Rhy-Deufel-Clique entstammten.

Bei den fünf Mooswaldsiechä bleibt alles beim Alten. Lediglich Bangg und Helge sind neu, verrät Beate Böhringer scherzhaft. Das Schrätteli-Chörli wird mit Matthias Himmel und Lothar Aurich nur noch als Duo unterwegs sein. Die Lachsfrässer haben sich endlich XXL-Lätzchen zugelegt, damit beim Spaghetti Bolognese essen vor dem Auftritt die Sakkos keine Spuren mehr abbekommen.

Wo und wann wird gesungen:

22. Februar: Stadtcafé, Chläbi-Grotte, Spielmannszug, Tribüne SV Weil, Pizzeria ESV Weil, Fritz Hotel, Vogtskeller und Alte Rothuuschäller

28. Februar: Bootssteg, Vogtskeller, Ott’s Leopoldshöhe, Hebelhof, Chläbi-Grotte, Badischer Hof, Josefstüble, Da Marco

29. Februar: Josefstüble, Haifisch Bar, Krone Altwil, Chläbi-Grotte, Chläbi-Restaurant, Ott’s Leopoldshöhe, Schwanen

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