Weil am Rhein Anpacken und nicht nur kritisieren

Wolfgang Roth-Greiner (FDP) betont: „Ich bin ein Sprachrohr für alle Weiler.“ Foto: zVg

Weil am Rhein - Das Interesse an der Stadtentwicklung treibt Wolfgang Roth-Greiner um. Im Gegensatz zum Kreistagsmandat, um das er sich nicht mehr beworben hat, wird der mittlerweile 74-Jährige weiterhin im Weiler Ratsrund Platz nehmen. Im neuen Gemeinderat ist er das älteste Mitglied, während Linn Fischer (Grüne) mit 21 Jahren am anderen Ende der Altersskala liegt.

Sein Verständnis von Politik bringt den Industriekaufmann im Ruhestand dazu, weiterhin als Gemeindepolitiker mitzuwirken. „Wer kritisieren will, muss mit anpacken.“ Aus einem liberal geprägten Elternhaus, in dem schon der Vater politisch aktiv war, wollte Wolfgang Roth-Greiner nun seine Partei, die FDP, nicht im Stich lassen, so der stellvertretende Vorsitzende der Weiler Freidemokraten. Wichtig sei ihm schon aus Eigeninteresse, dass sich die Stadt liebens- und lebenswert entwickelt, damit die Bürger gerne hier wohnen. „Wir leben in einer exzellenten Lage.“ Es gelte, die passenden Rahmenbedingungen für eine positive wirtschaftliche Entwicklung zu schaffen und auch ausreichend Wohnraum anbieten zu können.

Seit fast sechs Jahrzehnten ist Roth-Greiner nunmehr politisch aktiv, FDP-Mitglied wurde er zum 18. Geburtstag, wobei er schon drei Jahre zuvor bei den Jungdemokraten war. Seine Jugend verbrachte Roth-Greiner in Zweibrücken in der Pfalz, zwischendurch war noch Frankfurt als Lebensmittelpunkt angesagt, bevor er ab 1978 in Weil am Rhein mit seiner Frau eine neue Heimat fand, wo er wieder politisch aktiv wurde – unter anderem elfeinhalb Jahre lang als Vorsitzender der Weiler FDP, deren stellvertretender Vorsitzender er noch ist. Liberalismus, Menschenrechte, freie Entfaltungsmöglichkeiten und Autonomie sind für Roth-Greiner die Gründe, in der FDP zu sein.

Kein Senioren-Sprachrohr

Insgesamt 13 Jahre lang ist Roth-Greiner im Weiler Gemeinderat, bei der jüngsten Kommunalwahl mit 2394 Stimmen als Mandatsträger bestätigt. Die Meinungsbildung in dem Gremium bewertet er als fair. „Mit der Verwaltung kann man vernünftig sprechen und ich habe keine Probleme mit dem Oberbürgermeister.“

Politisch Position bezieht der 74-jährige Weiler immer wieder, klar und pointiert. Bis heute noch bezeichnet er sich als „krasser Gegner“ des Laguna. „Die Stadt hat damit noch nie Geld verdient.“ Bei der Weiterführung der Tram von Basel über die Grenze bis zum Schlaufenkreisel in Weil sei er hingegen eines besseren belehrt worden, gibt er auch Fehleinschätzungen zu. Doch eine mögliche Verlängerung bis zum Läublinpark hält er für einen Fehler. Auch gegen eine Fußgängerzone sei er, vielmehr liebäugelt der Freidemokrat hier mit einer Einbahnstraßenregelung.

Dass der 74-Jährige nun gemeinsam mit einer 21-Jährigen im Ratsrund sitzen wird, findet er hervorragend. „Die Jungen sehen die Dinge aus einer anderen Perspektive.“ Während sich Linn Fischer auch als Sprachrohr der Jugend sieht, will Roth-Greiner hingegen nicht das Sprachrohr der Senioren sein. „Ich bin ein Sprachrohr für alle Weiler und nicht für besondere Stadtteile.“

In fünf Jahren will Roth-Greiner nicht noch einmal als Gemeinderatskandidat antreten. Bis dahin hofft er, mitgeholfen zu haben, dass sich die Verkehrsverhältnisse in Weil verbessert haben werden und mehr bezahlbarer Wohnraum entstanden ist. „Wir brauchen Zuzug und wir können uns nicht mit Stillstand begnügen.“

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