Renate Krüger, Pfarrerin der evangelischen Gemeinde in Haltingen, feiert am morgigen Sonntag ihren 65. Geburtstag. Seit neun Jahren ist sie dort Seelsorgerin.

Weil am Rhein (sc). Als Renate Krüger nach Haltingen gekommen ist, hat sie diesen Ort nicht gekannt. „Mit offenen Armen bin ich empfangen worden“, erinnert sich Krüger. Das Miteinander und die Zusammenarbeit mit dem Kirchengemeinderat sei von Anfang an sehr gut gewesen. „Ich bin einer hohen Sensibilität für die Anliegen der Gemeindeglieder begegnet.“ Die Menschen begegneten ihr offen, wohlwollend und herzlich, eben so, wie „es mir im Herzen entspricht“, sagt die Pfarrerin.

So findet beispielsweise an jedem Sonntag nach dem Gottesdienst eine Kaffeestunde statt, die bis zu 25 Personen nutzen. Es wird miteinander geredet, man tauscht sich aus – gerade für diejenigen, die berufstätig sind, hat sich so ein wichtiger Treff entwickelt.

Die Haltinger Kirchengemeinde ist eigenständig und sie beharrt auf ihre Eigenständigkeit, weiß die Jubilarin. „Dennoch kooperiert die Gemeinde sehr gut und die Ökumene wird bis in das Vordere Kandertal gelebt. Das alles macht meine Arbeit in der Gemeinde schön und fruchtbar.“

Zur seelsorgerischen Tätigkeit kommen weitere Aufgaben, wie als Mitglied im Vorstand des Diakonie- und Frauenvereins, die Gestaltung der Schulgottesdienste sowie die Aufgabe als Vorsitzende der Diakoniestation Weil-Vorderes Kandertal. Bis vor zwei Jahren war Pfarrerin Krüger auch für den Religionsunterricht an den Schulen verantwortlich. Wenn es benötigt wird, stellt die Pfarrerin Obdach für Flüchtlinge in ihrem Haus zur Verfügung.

Dies vor dem Hintergrund ganz persönlicher Erfahrungen: In Berlin-Lichtenberg kam Renate Krüger zur Welt. Sie war sieben Jahre alt als die Mutter mit ihren vier Kindern fliehen musste. Der Aufenthalt in verschiedenen Flüchtlingslagern, dann schließlich der Einzug bei den Großeltern, die in Rheinfelden lebten. Nach dem Abitur an der Jugenddorf-Chris-tophorusschule Altensteig studierte sie in Tübingen und Heidelberg, wo Renate Krüger das Theologische Examen machte. In Villingen leistete sie zuerst das Lehrvikariat in der Pauluskirche sowie das zweite Theologische Examen. Es folgten Stationen in Pforzheim, Sulzfeld/Baden, Badenweiler, danach Haltingen, wo sie zunächst als Vakanzvertretung eingesetzt war.

Im Jahr 2010 wurde sie auf die Pfarrstelle berufen. Singen im Kirchenchor und im Chor „Just in time“, das ist ein schöner Ausgleich zur Arbeit. Eine Katze, ein paar Hühner und der Garten, im ganz privaten Bereich findet die Pfarrerin Kraft und Inspiration. Bis zum 67. Lebensjahr will Renate Krüger noch arbeiten, dann, im Jahr 2020, genau am Erntedanksonntag, möchte sie in Pension gehen.

Dieser Geburtstag fällt gleichzeitig mit dem Datum des 40-jährigen Jubiläums zusammen. Das sind Gründe, gleich zweimal zu feiern. Was sie dann tun will, das weiß die Mutter dreier Kinder schon jetzt: In Kürze wird sie zweifache Oma, auf dieses Ereignis freut sie sich sehr. Sich den Enkelkindern widmen, Zeit für sich haben, Freundschaften pflegen, einfach nur die freie Zeit genießen, das hat sich Renate Krüger für später vorgenommen.

 Aus Anlass des 65. Geburtstags sind „alle, die kommen wollen“, am Sonntag ab 11.15 Uhr zu einem kleinen Empfang in das evangelische Gemeindehaus eingeladen.