Weil am Rhein Arbeitsreich, aber erfolgreich

Weiler Zeitung, 15.04.2018 19:16 Uhr

Insgesamt 308 Einsätze, bei denen 20 Menschen und fünf Tiere gerettet wurden, hat die Freiwillige Feuerwehr im vergangenen Jahr geleistet. „Es war ein arbeitsreiches, aber sehr erfolgreiches Jahr für die Feuerwehr“, erklärte der scheidende Kommandant Klaus Gempp bei der Hauptversammlung der Weiler Wehr am Freitagabend.

Von Marco Fraune

Weil am Rhein. Die Bandbreite der Einsätze reichte von Verkehrsunfällen über Brände und Menschenrettungen bis zum Austritt von Gefahrgut aus einem Zug-Kesselwagen, bei dem die Kräfte mehr als 30 Stunden im Einsatz standen. Angesichts solch eines Zeitaufwandes dankte Gempp nicht nur den eigenen Einsatzkräften, sondern auch den Arbeitgebern für deren Freistellung während der Arbeitszeit sowie den Partnern und den Familien. „Es ist ein zeitaufwändiges und nicht immer planbares Hobby.“

Mehr Mitglieder: Es ist allgemein schwierig, Freiwillige zu finden. Dennoch gelang es der Weiler Wehr, die Mitgliederzahl im vergangenen Jahr von 156 auf 163 Einsatzkräfte zu steigern. „Dies ist in der heutigen Zeit nicht selbstverständlich und hat auch vielfältige Anstrengungen erfordert“, verwies Gempp unter anderem auf die Arbeitsgruppe Öffentlichkeitsarbeit unter der Leitung von Markus Utke, der später am Abend durch den Kreisbrandmeister Christoph Glaisner zum Oberbrandmeister befördert wurde. Die Mund-Propaganda sei aber das wichtigste Instrument für eine erfolgreiche Neumitgliederwerbung.

Größte Abteilung: Mit 82 Kameraden ist die Altersmannschaft unter der Leitung von Gerhard Riesterer die größte Wehr-Abteilung. Ehrenkommandant Albert Fuchs gab sein Amt als Obmann der Altersmannschaften im Kreis Lörrach ab. Übernommen hat mit Reinhold Utke wieder ein Weiler.

Hauptamtliche: Brandamtmann Frank Sommerhalter, der am 5. Mai offiziell als Kommandant auf Klaus Gempp folgt, dann aber als Hauptamtlicher (wir berichteten), leitet bereits seit März 2017 die Feuerwache und ist Abteilungsleiter Feuerwehr bei der Stadt. Im April hat zudem Winfried Bäuchle seine Arbeit hier aufgenommen. Und mit Kevin Schlageter ist seit einem Monat die fünfte hauptamtliche Kraft bei der Wehr im Einsatz.

Bei dem Bericht über die hauptamtlichen Tätigkeiten der Weiler Wehr und die Beschaffungen blickte Sommerhalter unter anderem auf die Inbetriebnahme und Datenpflege des neuen Feuerwehrverwaltungsprogramms, die Überarbeitung des Fahrzeugkonzepts, die Beschaffung der neuen Drehleiter, die Brandschutzerziehung und Führungen in der Feuerwache mit 24 Schulklassen sowie Kinder- und Jugendgruppen oder auch acht Feuerlöscher-Schulungen mit Bediensteten von öffentlichen Einrichtungen. „Die Arbeiten im Bereich der hauptamtlichen Kräfte werden immer umfangreicher“, verwies Sommerhalter auf mehr Wartungsaufwand, mehr Prüfvorschriften und den Dokumentationsaufwand.

Neue FSJ-Stelle: Für dieses Jahr wird die Schaffung einer FSJ-Stelle beziehungsweise einer Bundesfreiwilligendienst-Stelle bei der Feuerwehr geplant. Neu ist bereits die Uniform, in der die Wehrleute auch zur Versammlung kamen. Einige hatten bereits die neuen digitalen Meldeempfänger mit Rückmeldefunktion dabei, von denen 2017 weitere 25 beschafft wurden und weitere folgen sollen.

OB lobt und fordert: Obwohl die Stadt für die Beschaffungen von Geräten und Wagen tief in die Tasche greift, weiß OB Wolfgang Dietz zugleich, dass alles ohne freiwillig tätige Wehrleute nicht in Wert gesetzt werden kann. Es brauche ein gutes und enges Zusammenspiel von Menschen und Ausrüstung. Dass man beim neuen Feuerwehrgerätehaus Märkt nicht so weit gekommen ist, wie man wollte, sei der schwierigen Grundstücksangelegenheit geschuldet.

„Beschleunigte Lösungen“ forderte Dietz bei Einsätzen am Bahngelände, womit er auf die Löschwasserversorgung und das Havariebecken abzielte. „Wir brauchen eine Umsetzung von Lösungen“, blickte der OB auf Bahn und Politik.

Ein Bericht über Ausbildungen und Ehrungen folgt.