Weil am Rhein Auch jüngere Bürger begeistern

Der Vorstand des CDU-Stadtverbands: (vorne v.l.) Simone Brobeil, Günter Dußmann (Vorsitzender), Sabine Güthner, Kathrin Schuster, (hinten v.l.) Michael Karolzak, Claus Weibezahl, René Winzer, Erik Wade, Klaus-Michael Effert, Dietmar Teuscher und Thomas Abele mit Jürgen Rausch (Kreisverbandsvorsitzender) Foto: Saskia Scherer Foto: Weiler Zeitung

Der CDU-Stadtverband hat Günter Dußmann einstimmig als Vorsitzenden bestätigt. Sein Stellvertreter bleibt Klaus-Michael Effert, dem künftig René Winzer zur Seite steht. „Ich freue mich auf die neue Amtszeit“, so Dußmann bei der Mitgliederversammlung am Donnerstagabend. Er kündigte an, Ideen entwickeln zu wollen, die auch umsetzbar sind.

Von Saskia Scherer

Weil am Rhein. Neben verschiedenen Veranstaltungen wie Besuchen von Politikern und Sommertalks blickte Dußmann im Hadid-Bau vor allem auf die Wahl zurück.

Kommunalwahl

„Die Kandidatensuche hat viel Raum eingenommen und viel Kraft benötigt.“ Nach der Nominierungsversammlung stand eine ganztägige Kandidatenschulung an. „Leider haben wir nicht alle Sitze erhalten, aber wir hatten gute Themen“, so Dußmann, der das Ergebnis auch an der politischen Themenlage zu der Zeit festmachte. „Die Bundespolitik hat uns dabei nicht so unterstützt.“

Claus Weibezahl, Vorsitzender der CDU-Fraktion im Gemeinderat, bezeichnete die Wahl als Enttäuschung. Je ein Sitz im Gemeinderat, Ortschaftsrat und Kreistag gingen verloren. „Aber die Einzelergebnisse waren gar nicht schlecht“, betonte er. Bei der Kandidatensuche habe es „unglaublich viele Absagen“ gegeben. „Jeder weiß es besser, will aber nicht mitmachen oder hat keine Zeit“, kritisierte er. Aber es seien auch gute Gespräche geführt und gute neue Mitglieder gefunden worden. „Wir waren breit aufgestellt und hatten die Listen fast komplett gefüllt.“

Aufstellung für die Zukunft

Die CDU müsse sich Gedanken machen, wie jüngere Wähler und Bürger begeistert werden können – etwa über das Jugendparlament, Schulen und Vereine. Er regte außerdem an, zwei bis drei Mal jährlich eine öffentliche Sitzung mit dem Stadtverband und der Fraktion als Diskussionsrunde zu veranstalten. Seit Juli finden die telefonischen Bürgersprechstunden wöchentlich statt monatlich statt.

Was 2020 ansteht

Mit Blick auf den Haushalt 2020 nannte Weibezahl als Pflichtaufgaben etwa die innere Sicherheit sowie konstante Instandhaltungsmaßnahmen – von Straßen über Gebäude bis hin zum Werkhof-Fuhrpark. „Wer da spart, zahlt drauf.“ Investitionen wie Sportplätze würden enorme Folgekosten nach sich ziehen. Bei den Problemstellungen für 2020 wie Tempo 30, Fußgängerzone, Tramverlängerung, Hangkantenbebauung oder Rathauserweiterung gebe es noch viele Fragezeichen.

Weibezahl forderte, „einfache Probleme“ zeitnah anzugehen. Als Beispiel nannte er den Bammertwagen, dessen Zustand bei der Rebbegehung kritisiert worden war. „Jetzt ist die Weinlese vorbei und niemand redet mehr darüber. Das führt zu Frust.“

Eine herausfordernde Legislaturperiode stehe bevor. „Aber gemeinsam werden wir als CDU einen Betrag zum Gelingen leisten“, zeigte sich der Fraktionsvorsitzende überzeugt.

Finanzen

2017 hätten sich die Einnahmen und Ausgaben etwa die Waage gehalten, erläuterte Schatzmeisterin Sabine Güthner. 2018 seien die Einnahmen etwas höher als die Kosten gewesen. „Dafür waren die Ausgaben für die Wahl wahnsinnig hoch.“ Die Kassenprüfer Norbert Adam und Karl Fischer bestätigten eine einwandfreie Kassenführung.

Wahlen und Ehrung

Neben dem Vorsitzenden-Trio wurde auch der Rest des Vorstands neu gewählt. Schatzmeisterin bleibt Sabine Güthner, Schriftführer Erik Wade. Neuer Medienbeauftragter ist der 21-jährige Student Marco Di Martino. Zu Beisitzern gewählt wurden Thomas Abele, Simone Brobeil, Michael Karolzak, Peter Reinacher, Kathrin Schuster, Dietmar Teuscher und Claus Weibezahl. Als Beisitzer ausgeschieden sind Julia Lindner, Stefan Grüter und Eva-Maria Bozenhardt. Neue Kassenprüfer sind Bozenhardt und Verena Fischer.

Für 50-jährige CDU-Mitgliedschaft wurde Erich Hinze in Abwesenheit geehrt.

Stimmen

Kreisrat Hans-Peter Vollmer bat, mit der neuen Grundsteuerberechnung verantwortungsvoll umzugehen und diese nicht als „Gelddruckmaschine“ zu nutzen.

Auf Anregung von Bozenhardt gab Jürgen Rausch als Vorsitzender einen Einblick in den CDU-Kreisverband. „Wir befinden uns in einem Schlummermodus – aber auch die Ortsverbände und Stadtverbände“, meinte er. „Wir müssen mehr Dynamik reinbekommen.“ Die Kandidaten, die nicht gewählt wurden, sollen „nicht stehen gelassen“, sondern aktiviert werden. „Wir brauchen sie.“

Ob es in Zukunft noch einen CDU-Kreisgeschäftsführer geben wird, sei ungewiss. Aus Sicht des Bezirksverbands sei dies eventuell nicht mehr angemessen. „Aber wir haben die Option in der Hand.“

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