Weil am Rhein Auch Wanderausstellung geplant

Der Vorsitzende des Vereins Heimatgeschichte und Volkskunde Weil am Rhein, Uwe Kühl (r.), gemeinsam mit Vortragsreferenten Prof. Gerd Krumeich Foto: Joachim Pinkawa Foto: Weiler Zeitung

Um auf das vergangene Jahr zurückzublicken und auf das folgende Jahr vorauszuschauen, hat sich der Verein für Heimatgeschichte und Volkskunde Weil am Rhein zur Mitgliederversammlung getroffen. Anschließend bot Gerd Krumreich den Vortrag „Versailler Verträge“.

Von Joachim Pinkawa

Weil am Rhein . „Wir stehen auf festen Beinen“, fasste der Vorsitzende Uwe Kühl die aktuelle Lage des Vereins im Alten Rathaus zusammen. Kühl beschrieb damit die wirtschaftliche Situation des 303 Mitglieder umfassenden Vereins und die vielfältigen Aktivitäten.

Rückblick

14 verschiedene Veranstaltungen wie Exkursionen, Vorträge und Ausstellungsbesuche, sowie Weinproben und die Beteiligung an speziellen Projekten zählte er dabei auf. Neben den positiven Kooperationsbemühungen mit dem Schwarzwaldverein Weil am Rhein, wofür Kühl der anwesenden Vorsitzenden Rosemarie Lange dankte, nannte er noch den „Liechtgang“ und den Vortrag „Hochwasser des Rheins“ sowie die Beteiligung an der Anschaffung und dem Anlegen der Gedenktafeln am Märkter Bunker und am Tatort der Erschießung der Flugzeugbesatzungen in Rheinweiler.

Ausblick

Der Vorsitzende verwies auf mehrere kommende Vorhaben, die beabsichtigen „die ganze Geschichte der Region auch aus dem römischen Ursprung, zu erfassen“. In diesem Zusammenhang sind eine Wanderausstellung im Kesselhaus („Am anderen Ufer“) sowie Besuche zum Freiburger „Archäologischen Museums Colombischlössle“ (ausgestellt sind Fundstücke auch aus Weil) und zum „Augustinermuseums“ geplant.

Die Serie „Liechtgang“ wird mit dem Thema „Elsässische Sprache“ fortgesetzt, wofür Colette Greder gewonnen werden konnte. Weiterhin sind Exkursionen wie die Besichtigung der „baulichen Überreste des Westwalls“ und – auf Anregung aus der Reihe der Mitglieder – ein Besuch der „Stiftsbibliothek St. Gallen“ oder des Denkmalobjektes „Zechenwihler Hotzenhaus“ geplant.

Vortrag

Nach der Mitgliederversammlung wurde der Vortrag von Gerd Krumeich zu den „Versailler Verträgen“ fortgesetzt, wozu auch Gäste aus der Region und aus dem Elsass eingeladen waren. Krumeich hat als renommierter Historiker und Experte für die Geschichte des Ersten Weltkriegs bereits zahlreiche Publikationen und Bücher geschrieben. Er wird mit seinen Forschungen auch in Frankreich, Großbritannien und in den Vereinigten Staaten geschätzt.

Mit Hinweis auf sein Buch „Die unbewältigte Niederlage“, bezeichnete Krumeich die Fernwirkungen und Nachwirkungen der Verträge von Versailles als „Trauma“, das teilweise bis heute besteht („Der Krieg in den Köpfen ging weiter“). Die Nachwirkungen des Themas bezeichnete er für Frankreich als „präsenter“ wie in Deutschland und formulierte den Appell an eine „Gedenkgemeinschaft“ in beiden Ländern.

Präzise und unter Berücksichtigung vieler Gegebenheiten und Details vermochte Krumeich das „Trauma“ für beide Länder im historischen Kontext aufzuschlüsseln. Außerdem zeigte er Möglichkeiten und Lösungen zur Überwindung des „Traumas“ auf, obwohl „es schwierig ist, angesichts unvorstellbarer Zerstörungen und Millionen Toter auf beiden Seiten, diese Zeit zu beurteilen“. Die Zuhörer dokumentierten ihr Interesse mit Nachfragen und Denkansätzen.

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