Weil am Rhein Auf den Spuren von Hilde Ziegler

Weil am Rhein - Mit einer Führung auf den Spuren der Weiler Schriftstellerin und Schauspielerin Hilde Ziegler hat die Stadtführerin Hildegard Vierhuff am Sonntag gut 20 Zuhörer mit auf eine Zeitreise genommen. Es war die erste Stadtführung nach der zweiten coronabedingten Zwangspause.

Hilde Ziegler, die von 1939 bis 1999 gelebt hat, ist in Alt-Weil aufgewachsen. Folgerichtig führte die Tour über mehrere Stationen im ältesten Weiler Stadtteil zum Zoll, wo die Zuhörer durch ein Dach vor dem während der Führung einsetzenden Regen geschützt waren. „Eigentlich sollte die letzte Station am Mühlenrain sein, von dem Hilde Ziegler eindringliche Schilderungen ihrer Kindheit während des Zweiten Weltkriegs hinterlassen hat“, sagt Stadtführerin Hildegard Vierhuff im Gespräch mit unserer Zeitung.

Aufgrund der Wetterlage aber habe sie sich spontan entschlossen, länger beim Zoll zu verweilen. Als positiv vermerkt sie, dass keiner der Teilnehmer vorzeitig gegangen ist: „Alle haben mit ihren Schirmen dem Regen getrotzt.“

Belohnt wurden sie dafür mit Zitaten und Anekdoten von und über Hilde Ziegler, die auf die einzelnen Stationen der Tour abgestimmt waren. Dabei ging Vierhuff nicht chronologisch vor, sondern orientierte sich an Hilde Zieglers Buch „Während der Verlobung wirft einer einen Hering an die Decke“, das in zahlreichen Weiler Haushalten und mit mehreren Exemplaren auch in der Weiler Stadtbibliothek zu finden ist. Vor der evangelischen Kirche Alt-Weil etwa ging es um Zieglers Verhältnis zur Religion, oberhalb des Tunneldurchgangs nach Lörrach wurde vorgelesen, wie die Schriftstellerin als Kind den Tunnel durchqueren musste, um in die Lerchenstadt zu gelangen.

Auch ein Bild von Hilde Ziegler als Schulmädchen und Textstellen dazu, wie sie über den Zoll erstmals in die als paradiesisch wahrgenommene Schweiz gelangen konnte, gehörten zur Führung dazu. Alemannische Textteile wurden von Anita Möhring vom Markgräfler Trachtenverein Kandern vorgetragen.

Zu Beginn begrüßte VHS-Leiter Tom Leischner die Teilnehmer und freute sich darüber, dass man endlich wieder loslegen könne. Das Prozedere wird allerdings bei den anstehenden Stadtführungen anders als gewohnt sein: Während Zuhörer bisher spontan an einer Führung teilnehmen und den Unkostenbeitrag von fünf Euro in bar bezahlen konnten, gilt künftig eine Anmeldepflicht. „Die Spontanität, die wir bisher hatten, ist derzeit leider so nicht möglich“, sagt Vierhuff.

Die Besucher, die am Sonntag unangemeldet vorbeikamen, wurden allerdings nicht wieder weggeschickt, denn man wolle den Zuhörern Zeit geben, sich an die neuen Bestimmungen zu gewöhnen.

Für Stadtführungen anmelden können Interessierte sich persönlich in der Geschäftsstelle der VHS Weil am Rhein, Humboldtstraße 5, oder im Internet unter www.vhs-weil-am-rhein.de. 

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