Weil am Rhein Baden soll barrierefrei möglich sein

Die Rollifreunde Weil am Rhein: Gabriele Eberhardt, Rosa Kamerling und Kornelius Kamerling (von links) inspizierten das Laguna auf Barrierefreiheit für Rollstuhlfahrer. Foto: Alisa Eßlinger

Weil am Rhein - Wie barrierefrei ist das Laguna? Was sich seit dem Umbau des Bades im Jahr 2013 getan hat, wollten gestern die Rollifreunde Weil am Rhein ergründen. Sie machten sich auf eine Inspektionstour mit Laguna-Geschäftsführer Carl Stephan Matti und Bademeister Marcel Rülke, die aber frühzeitig endete.

Die Menschen mit Behinderung wollen eine gewisse Selbstständigkeit behalten, weiß die zweite Vorsitzende der Rollifreunde, Gabriele Eberhardt. „Auch wenn es beim Grad der Behinderung nicht immer möglich ist.“ Deshalb entschieden die Rollifreunde um Vorsitzende Rosa Kamerling, sich ein genaueres Bild davon zu machen, ob das Laguna Rollstuhl-gerecht ist.

Die Führung startete in der Umkleide für Menschen mit Behinderung. Geschäftsführer Matti versicherte, dass Fachleuchte bei der Begehung zum Umbau des Laguna die Barrierefreundlichkeit mit eingeplant hatten – ein höhenverstellbarer Spiegel, Handgriffe an Toilette und Dusche sowie ein Notnopf sind vorhanden.

Kamerling fiel jedoch auf: Es gibt nur die Toilette, Dusche und Umkleide zusammen. „Das könnte zum Problem werden.“ Denn je nach Grad der Behinderung kann das Umziehen schon einmal länger dauern. Für den Geschäftsführer ist es klar, dass man mit Wartezeit rechnen müsse – was Kamerling als schlechte Lösung ansieht: „Wenn einer sich umzieht und der nächste auf Toilette muss, kann das schnell einmal in die Hose gehen.“

Außerdem fehle es bei der Anzieh-Liege an Griffen und einem „Galgen“ zum Hochziehen. Die Liege sei zudem viel zu niedrig, monierte die Rollifreunde-Vorsitzende. Rülke argumentierte wiederum, dass die Liegen meistens nur in einer Einheitsgröße erhältlich sind. „Es ist schwierig, allen gerecht zu werden.“

Inspektion abgebrochen

Ein weiteres wichtiges Thema war der Pool-Lift – ein Aufzug, der den Rollstuhlfahrer ins Wasser absenkt. „Der portable Lift kann nicht unbeaufsichtigt bleiben. Es muss immer jemand vom Personal dabei sein“, erklärte Rülke. Daher sei der Pool-Lift nicht frei zugänglich für die Rollstuhlfahrer. „Es ist nur eine Minimallösung, denn es gibt mittlerweile neuere Modelle“, bemerkte Eberhardt.

Investitionen in die Barrierefreiheit seien teuer, wissen auch die Rollifreunde. Matti übte sich daher in Zurückhaltung mit Zusagen: „Ich höre mir die Anregungen an und gebe sie dann weiter.“ Es sei Sache des Gemeinderats zu entscheiden, ob das Laguna Veränderungen bezüglich der Barrierefreiheit vornehmen wird. „Die Rollifreunde können ihre Beschwerden hier im Laguna einreichen.“ Der Aufsichtsrat leite etwaige Beschwerden dem Gemeinderat weiter, der dann Gelder bewilligen müsste. Ihm selbst seien hier die Hände gebunden. Wenn der Gemeinderat Geld bewilligt, würden die Optimierungen vorgenommen, so Matti.

Während die Rollifreunde dem Geschäftsführer im Laufe des Rundgangs vorwarfen, die Belange der Behinderten nicht ausreichend zu kennen, wies Laguna-Geschäftsführer Matti die Kritikpunkte des Rollifreunde-Trios als weitgehend unbegründet zurück. Maßnahmen für die Barrierefreiheit seien ausreichend ergriffen worden, wobei Verbesserungsvorschläge weiterhin abgegeben werden dürften. Letztlich brachen die Rollifreunde die Inspektion des Bades frühzeitig ab.

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