Weil am Rhein Bässlergut brennt komplett nieder

Weil am Rhein - Das alte Bässlergut ist am späten Samstagabend bis auf die Grundmauern niedergebrannt. Ein Großaufgebot verschiedener Feuerwehren war im Einsatz. Menschen kamen nicht zu Schaden. Die Brandursache ist unklar.

Kurz nach 21 Uhr stiegen hohe Rauchsäulen gen Himmel. Beim Eintreffen der zahlreichen Wehrleute stand das leer stehende Anwesen südlich der Nonnenholzstraße schon im Vollbrand. Als erste Maßnahme ging es dann darum, die Ausbreitung der Brandes auf eine Scheune auf der einen und auf den Wald auf der anderen Seite zu verhindern. „Das Gebäude war nicht mehr zu retten und im Wohnhaus brannte es schon durch“, schildert Markus Utke seine ersten Eindrücke, der am Sonntagmorgen die Einsatzleitung der Nachlöscharbeiten von Kommandant Frank Sommerhalter übernommen hatte.

Brand greift über

Nach derzeitigen Erkenntnissen brach das Feuer im Bereich der Scheune aus und griff dann über auf das Gebäude, heißt es von Seiten der Polizei. Teile davon sind bereits eingestürzt. Die Brandursache ist laut Polizeiangaben von Samstagnacht unklar. Die Höhe des entstandenen Sachschadens könne derzeit nicht beziffert werden.

Sowohl vom Landesgartenschaugelände als auch vom Laguna wurden zu Beginn der Brandbekämpfung Löschwasserleitungen verlegt, die Berufsfeuerwehr Basel pumpte zudem noch Wasser aus der Wiese zum Brandort. Vorsorglich schickte die Integrierte Leitstelle Lörrach um 23.20 Uhr auch eine Warnmeldung heraus, dass es zur Geruchsbelästigung durch Brandrauch kommt und darum gebeten wird, in Weil am Rhein und Otterbach Fenster und Türen geschlossen zu halten. Diese Warnung konnte aber bald wieder aufgehoben werden, nachdem Stadtgebiete mit Messwagen abgefahren wurden. Auch Löschwasserproben wurden entnommen.

Ein Großaufgebot

Schweizer Wehrleute unterstützten ebenso wie die Lörracher Feuerwehr mit Löschfahrzeugen die Brandbekämpfung. Die Freiwillige Feuerwehr Weil am Rhein war mit mehr als 100 Kräften vor Ort, also die Abteilungen Stadt, Haltingen, Ötlingen und Märkt. Hinzu kamen drei Messgruppen der Feuerwehr Rheinfelden, Lörrach und von Roche Basel.

Die Wehrkräfte waren in wechselnder Besetzung bis Sonntagnachmittag im Einsatz. Immer wieder wurden laut Utke Kräfte zum Ausruhen nach Hause geschickt. Der zentrale Einsatz dauerte bis etwa 3 Uhr am Sonntagmorgen an. Um die bis zum Mittag andauernden Nachlöscharbeiten etwas zu erleichtern, wurde noch ein Bagger zum Brandort gefahren, der die glühenden Balken auseinanderzog.

Neben den Wehrkräften waren auch ein Dutzend DRK-Einsatzkräfte vor Ort, die Polizei sowie Kreisbrandmeister Christoph Glaisner. Der Fernmeldezug des Landkreises setzte einen Multikopter ein. Direkt einen Eindruck vom Ausmaß des Großbrandes machten sich Oberbürgermeister Wolfgang Dietz und die Leiterin des Rechts- und Ordnungsamts, Ellen Nonnenmacher. Auch die Umweltabteilung des Landratsamt und Energiedienst kamen.

Das Bässlergut

In dem zwischen dem Zoll Otterbach und dem Laguna befindlichen Gebäude befindet sich auch eine Wohnung. Das Bässlergut ist Eigentum der Einwohnergemeinde der Stadt Basel. Das Gebäude soll aus dem Jahr 1945 stammen, wobei das Bässler-Gelände und das Haus im Jahr 1962 an die Einwohnergemeinde verkauft wurden. Zu dem umliegenden Gebäude gehört auch ein rund 20 000 Quadratmeter großes Areal.

Vor einigen Jahren kam die Idee auf, aus dem Bässlergut ein Golfhotel zu machen. Später bestand dann die Überlegung, ein Innovationszentrum „Triotop“ zu entwickeln. Neben dem Trinationalen Umweltzentrum als Hauptnutzer des Gebäudes sollten unter dem alten Scheunendach zehn bis 15 Container aufgestellt werden, in denen „grüne“ Start-up-Unternehmen arbeiten. Letztlich ließ sich das Projekt aber auch aufgrund der Kosten nicht verwirklichen. Zuletzt hatte das Bässlergut Schlagzeilen gemacht, da dieses kurzzeitig von vier Frauen und vier Männern aus der Schweiz besetzt war. Die Polizei rückte aber an und räumte.

Das Polizeirevier Weil am Rhein hat direkt die Ermittlungen zur Brandursache aufgenommen und bittet Zeugen, die Beobachtungen gemacht haben, sich unter Tel. 07621/97970 zu melden.

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