Weil am Rhein Bedrohlich und poetisch

Alexandra Daisy Ginsberg in Zusammenarbeit mit Christina Agapakis von Ginkgo Bioworks, Inc.und Sissel Tolaas, Resurrecting the Sublime (Ausschnitt einer digitalen Rekonstruktion einer ausgestorbenen Landschaft). Foto: Alexandra Daisy Ginsberg

Weil am Rhein - Die britische Künstlerin Alexandra Daisy Ginsberg, 1982 in London geboren, beschäftigt sich mit dem Verhältnis zwischen Natur und Mensch und untersucht, wie sich dieses durch den Fortschritt von Design und Technologie verändert. Basierend auf ihren Forschungsarbeiten entwickelt sie suggestive Kunstwerke, die bedrohlich und poetisch zugleich wirken. Eine Auswahl davon zeigt die Gallery des Vitra Design Museums vom 20. Juli bis 24. November in einer Einzelausstellung.

Die ausgebildete Architektin und Interaktionsdesignerin interessiert sie sich besonders für die „Synthetische Biologie“, eine aufkommende Technowissenschaft, die sich mit dem Design lebender Materie beschäftigt. In diesem Zusammenhang ist Ginsberg schon lange von der Prämisse fasziniert, die allem Design zugrunde liegt: dem Bedürfnis nach „Verbesserung“.

Aber was genau bedeutet besser?

Aber was genau bedeutet besser? Besser für wen? Und wer entscheidet, was besser ist? Diese Fragen sind besonders in Zeiten von radikalem technologischen und wissenschaftlichen Fortschritt entscheidend und stellen die Grundlage für „Better Nature“ dar.

„Als ich als Studentin 2008 das erste Mal von der Synthetischen Biologie hörte, war ich direkt fasziniert von der dahinterstehenden Ideologie. Durch Fortschritte in der Biotechnologie begannen Wissenschaftler und insbesondere auch Ingenieure, lebende Materie zu gestalten. Ich war neugierig: Wenn Ingenieure nun auch gestaltend tätig werden, wie wird dann Natur gestaltet, wie wird Design definiert und durch wen – und welche Aufgabe haben Designer in einer solchen Zukunft? Um dieser Frage nachzugehen, habe ich in den vergangenen zehn Jahren Labore besucht und mit Vertretern der Synthetischen Biologie zusammengearbeitet. Dabei habe ich tiefe Einblicke in die olitische, kulturelle, wirtschaftliche und technologische Bedeutung dieses Forschungsfelds gewonnen“, so Ginsberg.

Ihre Auseinandersetzungen mit möglichen zukünftigen Realitäten, die mithilfe von Synthetischer Biologie erzeugt werden könnten, laden Besucher ein, den technologischen Fortschritt aus neuen Perspektiven zu betrachten.

Die Ausstellung präsentiert sechs Arbeiten Ginsbergs. Sämtliche Werke entwickelte sie in enger Zusammenarbeit mit Fachleuten, von Wissenschaftlern und Ingenieuren über Künstler und Historiker bis hin zu Sozialwissenschaftlern.

„Die Möglichkeiten, gestaltend in natürliche und biologische Prozesse eingreifen zu können, werden zunehmend auch im Design diskutiert – wenn es etwa um nachhaltigere Materialien geht, die mithilfe der Biotechnologie erzeugt werden können. In diesem Zusammenhang finden wir es besonders wichtig, eine Künstlerin wie Alexandra Daisy Ginsberg vorzustellen, denn sie betrachtet dieses neue Feld des Designs aus einer kritischen Perspektive und ermutigt die Betrachter ihrer Werke, dies ebenfalls zu tun“, so Kuratorin Viviane Stappmanns.   20. Juli bis 24. November; Eröffnung mit einem opening Talk: 19. Juli, 18 Uhr Vitra Design Museum Gallery, Weil am Rhein

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