Weil am Rhein Besondere Erinnerung an einen Künstler

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Die Zeichnung von Erwin Bowien aus dem Jahr 1965 Foto: zVg/Hörning

Weil am Rhein (ilz). Im Jahr 1965 fragt ein Kunde im Friseursalon Brotzler an der Weiler Hauptstraße nach Papier und Stift. Der Mann, der sich die Haare schneiden lässt, hält Strich für Strich die Szene fest, die er im Spiegel vor sich sieht. Anschließend schenkt der Mann dem Angestellten die Zeichnung. Das Werk zeigt zwei Männer: Der Friseur ist Emil Hörning, der Künstler Erwin Bowien.

Noch viele Jahre später wird Emil Hörning seiner Familie von diesem Erlebnis berichten. Sein Sohn Jürgen Hörning erinnert sich, dass sein Vater immer wieder erzählt habe, dass er einmal von einem bekannten Künstler gezeichnet worden sei. Der Vater habe die Bowien-Zeichnung denn auch die Jahre über aufbewahrt und hat sie sogar nochmals aufhübschen lassen, als der Zahn der Zeit an dem Werk zu nagen begann.

Mehr als 20 Jahre lang war Emil Hörning bei Brotzler angestellt, erinnert sich sein Sohn Jürgen, der davon ausgeht, dass Bowien Stammkunde im Salon war. Sein Vater habe auch berichtet, dass Bowien sehr sympathisch gewesen sei.

Die künstlerische Qualität des Werks spricht für sich: Die Linien auf dem Papier sind schwungvoll und zeugen von einer sicheren Hand und einer fundierten Technik. Durch Schraffierungen hat Bowien Licht und Schatten sowie die Kleidung angedeutet, die typische Bewegung des Friseurs fällt ebenso ins Auge, wie der konzentriert in den Spiegel blickende Kunde. Fast lässt sich erkennen, wie Bowien in diesem Moment die Zeichnung anfertigt, findet Hörning.

Für ihn, seinen Bruder und seine Schwester hat das Werk einen großen ideellen Wert. Denn es erinnert an die Geschichte, die Vater Emil erzählt hat und ist letztlich auch ein Zeugnis von ihm selbst. Denn Jürgen Hörning betont: „Mein Vater ist sehr gut getroffen.“ Deshalb wird die Familie die Zeichnung auch weiter in Ehren halten.

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