Weil am Rhein Schnitzelbänggler: Bestens humorvoll aufgestellt

Weil am Rhein - Von null auf 100 in null Komma nichts. Das ist die Beschreibung für einen furiosen Start, den die Schnitzelbänggler am Samstag auf ihrer ersten Tour durch die Beizen hinlegten.

Breit waren die Themen gestreut und obwohl auf Greta, Trump, die marode Lörracher Fridolinschule und Ruhestörungen in Weil am häufigsten spitze Pfeile abgefeuert wurden, tat jede Gruppe das auf andere humorvolle Weise. Dass die Lörracher und Schweizer immer ihr Fett wegbekommen, ist Tradition und darf in keinem Schnitzelbangg fehlen.

Zehn bestens humorvoll aufgestellte Gruppen waren in acht verschiedenen Lokalitäten unterwegs und wie sich zeigte, herrschte allerorten Hochstimmung. Die Gäste kamen verkleidet, voller Erwartung, und wurden nicht enttäuscht. Am kommenden Freitag und Samstag stehen zwei weitere Auftritte an.

D’ Riisneegel

D’ Riisneegel (René Knoll, Daniel Heiniger, Markus Hügel) sind neustens ganz CO2-neutral als Riisgretel unterwegs und stimmen für den WIIL-XIT – „eifach so usem Landkreis Lörrach usse“. Zu Ehren für 25 Jahre Lachsfrässer legten sie einen viel beklatschen Räbb auf.

D‘ Schereschliffer

Eine erfolgreiche Premiere feierten D‘ Schereschliffer (Rainer Gassner, Christian Hauth). Eine gelungene Idee, die Reime abwechselnd mit dem stimmigen Hey Jude von den Beatles und dem wilden Should I stay or shoud I go von The Clash auf der Gitarre zu begleiten. Sie glänzten hauptsächlich mit lokalen Themen und ernteten viel Applaus mit dem Rat, um Geld zu sparen, sollte das Rathaus nicht mit neuen Stockwerken, sondern mit neuen Stockbetten ausgestattet werden. Genauso mit dem Vorschlag, wenn in der Hangkante Geschäfte leer stehen: „do git’s nur eins, ä Shishabar mues her“.

Getto Singers

Einen würdigen 44-Jubiläumsjahr-Auftritt legten die Getto Singers (Stefan Heizmann, Silvano Nardone, Jürgen Ehlert, David Pakalski) hin. Sie mussten auf Reinhard Schühlein und Holger Rüping verzichten. Zudem brach sich der angekündigte Marco Läubin drei Tage zuvor den Fuß. Nicht nur, dass sie drei der blauen Originalsakkos, damals genäht von Helma Guggenbühler, aus Schühleins Mottenkiste hervorgeholt hatten, sie dankten ihren Vätern und Opas, dass die „anne 76“ die Getto Singers gegründet haben und trugen als Reminiszenz an die damalige Zeit einige gelungene Reime vor. Dann ging es nahtlos in die wichtigen Themen von heute über.

D‘ Rhy-Deufel

D‘ Rhy-Deufel-Schnitzelbangg (Manual Seewald, Michael Greulich, Thomas Seliger, Michael Steinhart) verstehen es prima, Themen aus aller Welt in einen örtlichen Bezug zu bringen. Vor allem die Tauschgeschäfte: Lörrach statt Grönland geht an Trump sowie Ostdeutschland geht an Russland zurück, um dafür Mallorca einzunehmen. Zudem gaben sie Streupakete aus, damit die Stadt beim Winterdienst sparen kann.

Schrätteli-Chörli

Das Schrätteli-Chörli oder auch „Schrätte Likörle“ (Lothar Aurich und Matthias Himmel), wie es auf dem Rücken der weißen Hemden gestickt ist und was auch ihr Logo ausdrückt, sehen es gelassen, dass von der Tigermücke in Friedlingen und Basel Nester gefunden wurden und Gefahr besteht. „Sie luege erscht mol aber ganz gwieß mir däde d’Getto-Singers no rette. Heladi, Heladiladiho…“

D’ Lachsfrässer

25 Jahre D’ Lachsfrässer (Stefan Arndt, Peter Müller) und kein bisschen leise. Alles lokale Themen haben sie gekonnt aufgespießt. Nur die „Umwelt Göre, s’Thunfisch-Gritli“ durfte nicht fehlen. Emotional wurde es beim Helgen der einen Clown zeigt, den die beiden ihrem im vergangenen Jahr verstorbenen „Fründ“ Dedy alias Zündkerzli mit „Fasnacht, Fasnacht, Fasnacht isch schööön – für alli wo sie richtig verstöhn“ widmeten.

Die Quärulante

Zu viert kamen schwungvoll die Quärulante (Frank Schöchlin, Frank Hallbauer, Markus und Daniel Weber) daher. Gekonnt änderten sie die Melodie „Von den blauen Bergen kommen wir“ in „Vo däm kalte Schwede kum ich her“ ab und hatten einiges über Greta zu berichten. Sie befürchten Ziebelewaie und Sauser werden verboten.

Schnurefridli un si Knecht

Es ist unglaublich, was Dr Schnurefridli un si Knecht (Peter Guggenbühler und Hans-Rudi Lienin mit neuer Weste aus feinen Tuch und echten Holzknöpfen) mit spitzer Zunge und Augenzwinkern wieder alles durch den Kakao ziehen. Mit ihrem „girili, girila, girilo – Prost“, sorgte das beim Auftritt nur Wasser trinkende Duo für Umsatz in den Beizen. Auch sie boten zum Schluss einen Vers über „das verloscheni Kerzli“ dar. „Un was hätti dr Detlef jetz zu uns g’ sait? Widder lache un Fasnacht mache!“ Nicht wenige hatten danach eine zurückgehaltene Träne im Augenwinkel.

D‘ Düpflischisser

Eine wahre Freude sind die Vorträge von D‘ Düpflischisser (Gabi Eberhard, Sabine Iles, Barbara Tretter). Zwar haben sie den Blues begraben, doch mit verschiedenen Melodien boten sie einen bunten Strauß an Themen. Immer wieder erfrischend, wie die drei über sich selbst lachen können. Sie scheuen sich nicht, auch mal Bärte aufzusetzen. Herausragend die Helgen mit Beleuchtung, wie zum Beispiel die blaue Kirche, die aus Kostengründen untervermietet wird.

Mooswaldsiechä

Die Mooswaldsiechä (Beate Böhringer, Berndt Walther, Anne Kasecker, Jürgen Beierer, Andreas Kiewewetter) sind eine richtig gut eingespielte Einheit. „Die Altweiler Nächte sind lang, aber, dass jetzt wieder wie domols im Keller wider g’firt“ werden muss, dass passt ihnen gar nicht. Sehr schön die verschiedenen Melodien zum Thema Kassenbon Leonard Cohens Halleluja, zum Klimanotstand die Biene Maja oder, dass Rosskopf droht, mit der Lörracher Gilde nach Köln zu fahren zum „Mer losse d‘ Dom in Kölle“ da steckt viel Fantasie dahinter.

Mehr zum Thema: D‘ Lachsfrässer hören nach 25 Jahren auf

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