Weil am Rhein Bewusstseinsbildung für die Belange

Beim Ländertreffen nutzten der Weiler Oberbürgermeister Wolfgang Dietz, Elsbeth Müller von der Unicef Schweiz, Louise Thivant von der Europazentrale der Unicef in Genf, Sebastian Sedlmayr, Abteilungsleiter Kinderrechte und Bildung des Deutschen Komitees für Unicef, die Weiler Hauptamtsleiterin Annette Huber und David Hagen, Kinderrechtsexperte der Unicef Österreich (von links), die Gelegenheit zum Austausch über Ländergrenzen hinweg. Foto: Adrian Steineck Foto: Weiler Zeitung

Die Gelegenheit zum grenzüberschreitenden Erfahrungsaustausch bot das internationale Ländertreffen von Vertretern der Child Friendly Cities Initative (CFCI), das gestern und am Donnerstag Experten aus Deutschland, Österreich und der Schweiz nach Weil am Rhein brachte. Dabei tauschten die Angereisten nicht nur im stillen Kämmerlein ihre Erfahrungen aus.

Weil am Rhein. Sie sahen sich gestern auch einige Fixpunkte des Jugendlebens in Weil am Rhein an, das seit 2014 das Siegel der Kinderfreundlichen Kommune trägt. Dabei wurde deutlich, dass sich die Vorstellungen, wie eine kinderfreundliche Kommune auszusehen hat, in den verschiedenen Ländern allenfalls in Nuancen unterscheiden.

Unterschiede So wird etwa der Verein „Kinderfreundliche Kommunen“, der das entsprechende Siegel vergibt, in Deutschland vom Deutschen Kinderhilfswerk und der Unicef getragen. In der Schweiz vergebe die Unicef dieses Siegel autonom, wie Elsbeth Müller von der Unicef Schweiz sagte, während in Österreich laut dem Kinderrechtsexperten David Hagen im Rahmen eines so genannten Audit, eines Untersuchungsverfahrens im Bereich Qualitätsmanagement, das Zertifikat „Kinderfreundliche Gemeinde“ vom UNO-Kinderhilfswerk Unicef Österreich vergeben werde.

Gemeinsamkeiten Allen Ländern gemein ist aber, dass dieses Siegel sich an den Kinderrechtskonventionen der Vereinten Nationen orientiert. Ähnlich sei in allen drei Ländern auch der grundlegende Prozess, den Sebastian Sedlmayr, Abteilungsleiter Kinderrechte und Bildung des Deutschen Komitees für Unicef, so umriss: „Man beteiligt die Kinder und erstellt einen Aktionsplan.“ Dabei sei die Entwicklung hin zur kinderfreundlichen Kommune ein laufender Prozess, da waren sich alle einig.

Weiler Einschätzung Nach Abschluss der ersten zwei Jahre sei es für die Verantwortlichen in Weil am Rhein interessant, im Austausch mit anderen Ländern zu schauen, wo man stehe und was sich noch verbessern lasse, sagte die Weiler Hauptamtsleiterin Annette Huber. Generell sei die Bewusstseinsbildung für die Belange von Kindern und Jugendlichen gelungen, was sich etwa bei der geplanten Neugestaltung des Rheinparks in Friedlingen zeige, bei dem junge Leute schon früh beteiligt worden seien. Mit der Orientierung an den Leitlinien einer kinderfreundlichen Kommune setze sich die Stadt Weil am Rhein zugleich dem Urteil der Öffentlichkeit aus, wie Oberbürgermeister Wolfgang Dietz sagte. „Aber wir tun das aus Überzeugung.“

Für das Kindeswohl Generell sei es wünschenswert, so Sedlmayr, die Zuständigkeiten für Kinder und Jugendliche nicht in eine einzelne Verwaltungseinheit zu pressen, sondern zu sehen, dass das Kindeswohl bei vielen Bereichen wie der Stadtplanung und der Verkehrsführung berücksichtig werden müsse. „Den Kindern in Deutschland geht es vergleichsweise gut“, war Sedlmayr überzeugt. Zugleich machte er sich dafür stark, dass Kinderrechte im Grundgesetz verankert werden sollten, was auch das Anliegen der 2007 gestarteten Kampagne „Kinderrechte ins Grundgesetz“ des Aktionsbündnisses Kinderrechte ist. Generell attestierte er, das Weil am Rhein auf einem guten Weg sei.

Nachtsport als Beispiel Zu den ausgewählten Leuchttürmen des Kinder- und Jugendlebens in Weil am Rhein, die die internationalen Vertreter gestern zum Abschluss des zweitägigen Treffens besuchten, gehörte der Nachtsport als jüngstes Beispiel dafür, was für die jungen Leute getan werde. Seit Ende Januar gibt es das gemeinsam mit dem Sozialen Arbeitskreis (SAK) aus Lörrach geschaffene Angebot, immer freitags in der Sporthalle an der Egerstraße zu trainieren, was rege angenommen werde.

Dass das Eingehen auf die Bedürfnisse von Kindern und Jugendlichen keineswegs selbstverständlich sei, belegte Huber mit einer Anekdote vom Besuch einer koreanischen Delegation in Weil am Rhein. Diese sei sehr überrascht gewesen, im Jugendzentrum Juke in Haltingen einen „Kummerkasten” für Anregungen oder Kritik der jungen Besucher zu finden.

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