Von Gundula Weissenrieder

Viel „Herzblut und Engagement“: Das steht groß hinter der Film- und Fotoausstellung, die der Stadtteilverein Friedlingen für Samstag, 6. Mai, initiiert hat.

Weil am Rhein. Mit Begrüßung durch OB Wolfgang Dietz um 14 Uhr im reich bebilderten Foyer der Rheinschule öffnet sich ein Rundgang durch Zeitenfluss und Wandel. Er führt weiter zum Kesselhaus – mit Ausstellung im Kulturcafé und Filmvorführungen im VHS-Raum- und Textilmuseum. Und er führt zu Begegnungen – mit Stadtführung samt Chronistin vielleicht zu manch verschütteter Erinnerung oder Erkenntnis. Ein anregendes Ereignis.

Alles fing an einem Stammtischabend an. „Seit der Gründung des Stadtteilvereins Friedlingen im Juni 2014 hat sich einiges bewegt. Vieles nimmt seinen Ausgangspunkt an den regelmäßigen Treffen im Kulturcafé, an denen sich so vielseitig Interessierte, aber auch immer wieder neue Gesichter, einfinden. Es sind wirklich spannende Interaktionen“, erinnert sich Gabriele Moll, Vorsitzende des Stadtteilvereins, an jene zwei Damen, die die Initialzündung zur Ausstellungsidee einleiteten.

Der in Folge angeregte Info-Austausch samt lebhafter Diskussion – „Wie anders das Ortsbild doch früher aussah; oder dass noch eine Vielzahl der heutigen Läden fehlten…“ – samt einem erfolgten medialen Aufruf um Bildmaterial brachte enorme Zustimmung und Unterstützung. „Aber ja, ich hab doch auch noch alte Bilder!“ gibt die Organisatorin den Aktionismus vieler Ansässiger wieder. Sie offenbarten so begeistert wie spontan ihre Bestände: Fotoschätze, aus denen charakteristische Alltagsgeschichten – etwa von Großmutters Garten oder der einstigen Metzgerei mit den adretten Verkäufern hinter der Theke – jeden Betrachter grüßen, im ewig gebannten Augenblick. Der berührt, wie vieles dem Vergessen Entrissene – wenngleich sich manche der bildgebannten Protagonisten, bisweilen fragmentarisch, noch im modernen Stadtgefüge durchzeichnen: „Wir haben etliche örtliche Gegebenheiten zueinander gruppiert, wie das Bilderpaar auf unserem Flyer – die Hauptstraße einst und jetzt –, um aufzuzeigen, wie sich alles veränderte.“

Dass Veränderung schwungvoll voran schreiten kann, beweist das pfiffig angelegte Event selbst: Bietet es doch Alt und Jung ein visuelles Eintauchen in den liebevoll detailfein ausgestalten Reichtum des Stadtteils – samt der angeregten Begegnung zwischen Besuchern und hochmotivierten Ausstellungsakteuren. Diese werden an den vier Themenplätzen für Gespräche und Aktionen – wie dem attraktiven Kinderprogramm mit Luftballonwettbewerb, die vereinseigene Kaffeestube oder dem Infostand im neuen Zelt in der Rheinschule – zugegen sein.

Am Ausstellungs-Ausgangspunkt startet auch Rena Hadji-Cheykh um 16 Uhr die Stadtführung. Wie sich auch die „Stadtchronistin“ Angelika Schilling, entsprechend gekleidet, unter die Besucher mischt, um über jene Ereignisse im Zeitensprung zu berichten, die nicht in den aufgelegten archivierten Zeitungsausschnitten oder Büchern aufscheinen.

In vergnüglichem Kleid lädt das Textilmuseum, selbst ein Stück Friedlinger Geschichte, mit der „Alti Fabriknäscht Cligge Friedlingen“ und ihren Exponaten zum Eintreten ein. Ebenso stehen die Türen im gegenüberliegenden Kulturcafé Kesselhaus offen, um der Einzelausstellung Christian Flurys, die über den Thementag hinaus mehrere Wochen präsent sein werden, die Aufwartung zu machen. Erlebenswert sind im VHS-Raum 4 die Filmpräsentationen von Dieter Zöbelin und Michael Sesiani, die Slide-Show Rolf Freis, die das Ereignis gelungen abzurunden verstehen.

„Wir sind beglückt, auch beeindruckt, welche Fahrt diese Aktion aufgenommen hat“, weiß der selbst rührige Vorstand um Volker Henschel und Gabi Moll die Tatkraft und Hingabe der etlichen, selbst betagten, doch immer agilen, Mitwirkenden zu schätzen. „Alle haben damit etwas Großartiges auf die Beine gestellt.“