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Weil am Rhein Bis zu 50 Sänger singen zusammen

Ines Bode
Ein seltener Anlass wurde in der Dorfkirche mit einem Gemeinschaftsauftritt gewürdigt. Foto: Ines Bode

Beim Jubiläumskonzert beeindruckten Gesangverein und Frauensingkreis mit Achtstimmigkeit.

Lange musste Pfarrerin Bertina Müller nicht aufs Lieblingslied warten: Kaum hatte sie auf das Doppel-Jubiläum hingewiesen, stimmte der Männerchor „Ne G’sang in Ehre“ an. Nicht passender hätte Dirigent Michael Friesen das Auftaktlied wählen können. Seit 180 Jahren bestehe der Gesangverein „Eintracht“ Ötlingen, seit 80 Jahren der Frauensingkreis, erinnerte „Eintracht“-Vorsitzender Ulrich Kunzendorf. Mehrfach wurde in diesem Jahr gefeiert.

Großes Repertoire

20 Herren und 30 Damen luden am Sonntag zum letzten Jubiläumskonzert – gleichzeitig das erste gemeinsame. Hinzu kam die fünfköpfige Brass-Band Kiew. Das Motto lautete „Chor trifft Blech“. Das Repertoire bestand aus feierlichen Liedern, sakralen Stücken und zwei Gospels. Los ging’s nach der erwähnten Ode mit „Am kühlenden Morgen“, ein Lied, das die hohen Stimmlagen der Sänger strapazierte. Das flotte „Du stilles Dörflein“ verlangte einen sauberen Schlusston.

Bei „Rock my Soul“ steckte der Anspruch in der Mehrstimmigkeit. Das Arrangement von „Ein Lied geht um die Welt“ leitete die offene Sichtweise ein. Danach erklang „Oh Herr, gib Frieden dieser Welt“. Es schien in der Akustik von St. Gallus zu schweben, so leicht gelang der Charakter der Harmonien.

„Die harte Probenarbeit im Jubiläumsjahr hat sich gelohnt“, freute sich der Dirigent im Anschluss. Sein Chor glänzte mit vollem Klang und disziplinierter Dynamik. Toppen ließ sich das, als der Frauensingkreis um das Leitungstrio Gisela Zuberer, Heidi Gerischer und Andrea Müller hinzukam. Friesen zufolge wurde es mit den Damen achtstimmig. „Hut ab“, zollte er den insgesamt 50 Stimmen Anerkennung. Im Publikum rechnete man nach: So eine große Stimmkraft für ein kleines Dorf in heutiger Zeit ist mit „ungewöhnlich“ einzustufen.

Singen vom Frieden

Dirigentin Alina Kohut hätte für „Danket dem Herrn“ vier Arme gebraucht: zwei für das Register auf der Empore und zwei für den Chor im Altarraum. Nachfolgend sangen die Frauen ihrerseits eindrücklich vom Frieden. Mit dem starken Sopran, Mezzosopran und Alt lasse sich gut arbeiten, meinte Kohut später. Das machte sich beim Gesamtauftritt bemerkbar. Beide Ensembles traten vors Publikum, um mit „Lobe den Herrn“ und „Jauchzet dem Herrn“ zwei beeindruckende Choräle zu interpretieren.

Dann riefen die Abendglocken, der Männerchor bewies erneut exzellente Dynamik. Dem schloss sich ein Hymnus mit den Bläsern an. Drei Soloauftritte hatten die Kiewer bis dahin absolviert: verschiedene Genres vermischt mit Spielfreude und Können. Die Blasinstrumente mit der Posaune als Hauptstimme und den hellen Trompeten hoben die Stimmung. Von Cohens „Halleluja“ über moderne Volksmusik und dem Dixie „When the saints“ war alles dabei.

Zum Schluss kam die Mendelssohn-Mottete mit den Sängern. So ergriffen und angetan wollte selbst nach den Zugaben niemand gehen. „Müsst ihr nicht nach Hause?“, wunderte sich Kunzendorf mit verschmitzter Miene. Mit dem zweiten Vorsitzenden Gerhard Linder händigte er Präsente aus. Weiter ging es dann in der kleinen Halle, wo die Festgesellschaft mit den Musikern den Doppel-Anlass begoss.

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