Weil am Rhein Brücken schlagen statt Mauern bauen

Weiler Zeitung, 01.06.2017 22:42 Uhr

Weil am Rhein. Noch bis Pfingstmontag kann die Ausstellung „Parcours Humain“ in der städtischen Galerie Stapflehus angeschaut werden.

Im Auftrag des Kunstvereins hat Kurator Patrick Luetzelschwab dazu eine Reihe von international agierenden Künstlern ausgesucht. Bereits vor der Tür sind zwei Projekte ständig zu sehen. Am Turm hängt das farbige „Urban Knitting Projekt“ der deutschen Künstlerin Ute Lennartz-Lembeck, die das Gefühl der gemeinsamen Verbundenheit thematisiert. Die meditativ-kreative Herstellung verweist auf uralte Traditionen und auf die Stabilität eines Gewebes, das immer nur so stark ist, wie sein schwächstes Glied.

Mit dem Herstellen eines gemeinsamen „Strickwerks“ durch die Gruppe werden individuell eingeschriebene menschliche und soziale Beziehungen deutlich.

Sinnbildlich und symbolisch bedeutet es laut Kulturamtsleiter Tonio Paßlick ein Zusammenbringen, Zusammentragen, ein neue Pfade gehen, jedoch das Alte nicht außer Acht lassend, damit Nachhaltigkeit entstehen kann. Am Schluss wird alles kollektiv zusammengelegt und wiederum zu einem Ganzen zusammengefügt.

Zwischen den Gartenpfaden steht ein Zelt. In seinem Werk „Der Schlaf“ hat der Weiler Kesselhaus-Künstler Niels Tofahrn mit Zucker und Kohle schlafende Personen auf den Boden gemalt. Jeder Luftstoß und jede Berührung hinterlässt Spuren oder kann die Bilder sogar zerstören. Die Arbeit steht für die Schutzlosigkeit und Verletzlichkeit derjenigen, die doch eigentlich in den Zelten Schutz suchen.

u Die Ausstellung ist geöffnet am Samstag von 15 bis 18 Uhr und am Sonntag und Montag von 14 bis 18 Uhr. Die öffentliche Finissage mit vielen beteiligten Künstlern beginnt am Pfingstmontag um 15 Uhr.

Informationen unter www.kunstverein-weil.de oder www.parcourshumain.ch