Von Manfred Herbertz

Sie sahen aus wie Marsmännchen oder geheimnisvolle Gestalten aus irgendeinem Splattervideo, in Plastiktüten gehüllt Masken vor dem Gesicht… und bei den Umstehenden? Lauter fröhliche Gesichter, denn die Aktion die vor einigen Tagen an der Trafostation der Badenova gegenüber dem Vitra Campus an der Römerstraße in Weil am Rhein stattfand, war alles anderes als bedrohlich. Statt tristem Grau sollte hier etwas Buntes und Fröhliches entstehen.

Trafostationen habe in Regel nichts mit Kunst gemein, sondern sind grau und langweilig. Das änderte sich in Weil am Rhein: In unmittelbarer Nachbarschaft des Vitra Campus’ entstand auf einer Trafostation Graffiti-Kunst. Das von Badenova initiierte Projekt haben Schüler der neunten Realschulklasse aus Weil am Rhein zusammen mit dem Graffiti-Künstler „zoolo“ umgesetzt. Bürgermeister Christoph Huber fand die Idee toll: „Eine klasse Idee und ein echter ,Hingucker’ sowohl für unsere Bürger als auch für Besucher“.

Die Schüler hatten zunächst ihre Ideen skizziert bevor es an eigentliche Sprayaktion ging. Und es wurde ein farbenfrohes Bild, in dem man bei genauem Hinsehen auch ein Gasmolekül entdecken kann. Auch ein Schriftzug lässt sich erkennen, überwiegend jedoch sollte das Graffiti-Werk aber durch seine Farbgebung zum „Eyecatcher“ werden.

Kunst und Design spielen in Weil am Rhein, der „Stadt der Stühle“, seit jeher eine herausragende Rolle. Deshalb war es für den Energieversorger Badenova an der Zeit, die graue Trafostation gegenüber dem Vitra Campus mit seinen besonderen architektonischen Highlights, wie dem Design Museum oder dem Vitra Haus, künstlerisch aufzuwerten. Dazu holte man sich auch „Sprayer-Sachverstand“ in Gestalt des Graffiti-Künstlers „zoolo“, alias Andreas Ernst (www.inzoolo.de), sowie Realschüler aus Weil am Rhein ins Boot. „Mit bunten, fröhlich aussehenden Trafostationen wollen wir optische Akzente setzen und außerdem den Betrachter zum Nachdenken anregen“, sagte Rainer Kühlwein, Kommunalbetreuer der Badenova.

Der Graffiti-Künstler „zoolo“ ist bei Badenova fast schon so etwas wie ein Haussprayer. Denn unter seiner Hand wurden bereits die Außenfassade eines Holzheizwerks, sowie insgesamt knapp 80 Trafostationen im gesamten Marktgebiet der Badenova farblich gestaltet. „Die Weiler Schüler gingen mit ganz viel Begeisterung und Elan an die Sache“, berichtete Leonie Bank, die bei Badenova die Aktion federführend betreut. Auch „zoolo“ teilte die Begeisterung: „Die Motivation war großartig. Die Tatsache, dass die Schüler die Möglichkeit hatten, auf dem Stadtgebiet bleibende Kunstwerke zu schaffen, trug zu dieser Motivation wesentlich bei.“ Die Resonanz der Passanten aus Weil auf diese Aktion war durch die Bank positiv. Nach anfänglicher Skepsis, ob das Sprayen erlaubt ist, lobten sie das Projekt. Und so hat die Stadt Weil am Rhein jetzt einen neuen bunten Willkommensgruß am Ortseingang, der noch ein Gegenstück am Ortsteingang von Haltingen gefunden hat, wo die Schüler ebenfalls eine Trafostation verschönerten.