Weil am Rhein Bunte Pracht macht mächtig Arbeit

Weiler Zeitung, 10.10.2017 21:14 Uhr

Von Marco Fraune

Die Blätter fallen von den Bäumen – und was dann? Der Weiler Betriebshof hat hierzu eine klare Marschrichtung: Fegen, saugen und wegkarren.

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Weil am Rhein. Peter Kohler und Frank Kranz sind am Dienstagmorgen entlang der Blauenstraße in Friedlingen mit ihren Reisigbesen unterwegs. Sie fegen das bunte Laub zu großen Haufen zusammen, damit anschließend der am Trecker befestigte Schlauch zum Einsatz kommen kann, von dem die vormals bunte Pracht in den Anhänger verfrachtet wird. Dieser wiederum verfrachtet die direkt schon gehäckselten Blätter zur Grünschnittsammelstelle am Rumänenfriedhof, wo sich dann der Eigenbetrieb Abfallwirtschaft des Landkreises Lörrach um die weitere Verwertung kümmert.

„Es ist viel“, fällt es Betriebshofleiterin Andrea Müller erst einmal schwer, die im Herbst in Weil anfallende Laubmenge zu quantifizieren. Gemeinsam mit ihrem Stellvertreter Reiner Müller wird dann grob kalkuliert: Etwa 15 Kubikmeter sind es im Durchschnitt täglich – und hochgerechnet auf drei Monate ergäben sich etwa 1000 Kubikmeter.

Die größte Menge fällt davon in der Gartenstadt an. Auch im übrigen Stadtgebiet ist dort viel zu tun, wo viele Bäume stehen, wie an der Jurastraße in Haltingen, der Oberen Schanzstraße in Friedlingen, dem Friedhof in Ötlingen oder auch am Ehrenmal in Märkt. Hinzu müssen die Werkhof-Kräfte noch ein Auge auf die 46 Spielplätze im Stadtgebiet haben. „Doch dort ist die Priorität nicht so hoch, da den Kindern das Spielen mit dem Laub gefällt“, weiß die Betriebshofsleiterin.

Anders sieht es dort aus, wo das Laub bei Nässe für einen rutschigen Untergrund sorgt. Doch bei den meisten Bürgersteigen sind die Anwohner gefragt, da sie nach der städtischen Satzung nicht nur den Schnee räumen müssen, sondern eben auch das Laub. Für den städtischen Part ist im Herbst neben den sechs üblichen Kräften auch noch ein Dreiertrupp mit Traktor und Laubsauganhänger aktiv.

Der Betriebshof setzt herkömmlich auf Besen und Schaufeln und nur bedingt auf Laubblasgeräte. „Wir versuchen, den dezent einzusetzen“, erklärt Andrea Müller. Aber, so Reiner Müller, „ohne Laubbläser dauert es viel länger“. Doch mehr Laubblaseinsätze würde auch für mehr verärgerte Bürger sorgen. Insgesamt würden diese Verständnis dafür aufbringen, dass die Arbeit erledigt werden muss, betont das Betriebshofleiter-Duo. Zudem werde darauf geachtet, dass nicht schon um 7 Uhr der Laubbläser in den Wohngebieten eingesetzt wird.

Eine Prioritätenliste, wo zuerst das Laub entfernt wird, gibt es laut den Verantwortlichen im Gegensatz zum Winterdienst nicht. Klar ist laut Andrea Müller aber auch: „Wir können unmöglich überall gleichzeitig sein.“

Nachdem das Laub entfernt wurde, folgt für die Betriebskräfte schon der nächste Part. Denn insgesamt 4500 Sinkkästen werden abgefahren, damit der Zugang zu den Kanälen nicht verstopft ist. „Sechs bis acht Wochen sind wir damit beschäftigt“, unterstreicht die Betriebshofleiterin den enormen Arbeitseinsatz. Und dann steht auch bereits der Winterdienst mit dem Schneeräumen und vor allem dem Streuen an.

 
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