Weil am Rhein Corona-Folgen noch Jahre spürbar

Weil am Rhein - Zur Bestandsaufnahme eines ungewöhnlichen Schuljahres geriet der Schulbericht, der im Kultur-, Sport- und Verwaltungsausschuss (KSVA) vorgestellt wurde. Corona, die Auswirkungen einer möglichen zweiten Infektionswelle und damit verbunden der Stand bei der Digitalisierung waren die vorherrschenden Themen, die auch die Ausschussmitglieder in ihren Fragen beschäftigten.

Grundsätzlich sei festzuhalten, dass die Weiler Schullandschaft in einem „guten und zeitgemäßen Zustand“ ist, wie Hauptamtsleiterin Annette Huber in ihrer Einführung zum Schulbericht sagte. Ein Dauerthema sei der Brandschutz, dem auch im beginnenden Schuljahr durch umfangreiche Sanierungen Rechnung getragen wird.

Positiv sei, dass die Raumproblematik am Schulzentrum an der Egerstraße gelöst werden konnte: Sowohl die Realschule Dreiländereck als auch die Gemeinschaftsschule können die Räume der Sprachheilschule für ihre Vorbereitungsklassen (VKL) mit benutzen, wie Norbert Nussbaumer von der städtischen Schul- und Sportabteilung in der KSVA-Sitzung darlegte.

Digitalisierung forcieren

Ein ohnehin großes Thema, das durch die Corona-Pandemie weiter forciert worden ist, stellt die Digitalisierung dar. „Der Druck wird stärker“, meinte Huber, gerade mit Blick auf Heimunterricht in Corona-Zeiten. Durch eine Gutachter-Firma habe man eine Bestandsaufnahme machen lassen, im Herbst würden dann pädagogische Workshops für die Lehrer angeboten.

Wolfgang Roth-Greiner (FDP) zitierte hierzu Oberbürgermeister Wolfgang Dietz mit den Worten: „Eine Stadt ist nie fertig.“ Das, so Roth-Greiner, gelte auch für die Digitalisierung. Es sei „indiskutabel“, dass Deutschland in diesem Bereich europaweit auf Platz 21 liege und von Ländern wie Schweden oder Litauen längst abgehängt worden sei. Dietz selbst meinte hierzu, dass solche Vergleiche nur bedingt aussagekräftig seien und immer auch die Ausgangsbedingungen betrachtet werden müssten. Litauen etwa sei bei der Digitalisierung „von 0 auf 100“ durchgestartet, da sei ein Vergleich zu Deutschland schwierig.

Matthias Dirrigl (SPD) merkte an, dass aufgrund der Corona-Pandemie viele Maßnahmen nur aufgeschoben, aber nicht aufgehoben worden seien. Die digitale Infrastruktur an den Schulen sei in den vergangenen Jahren besser geworden, zeigte er sich überzeugt. Er plädierte für die Digitalisierung von der Grundschule an. Hierzu meinte Dietz, dass man „mit Maß und Mitte“ an diese Sache herangehen müsse und jetzt nichts übers Knie brechen dürfe.

Übersicht zum Stand an den einzelnen Schulen: "Vieles ist getan worden, vieles bleibt noch zu tun"

Corona-Auswirkungen

Zur Corona-Situation meinte das Stadtoberhaupt, dass man aus der Krise „nicht ohne eine Schramme“ herauskomme. Dieses Jahr lasse sich auch aufgrund staatlicher Hilfen noch manches überstehen, aber in den Jahren 2021, 2022 und 2023 würden sich dann „die Bremsspuren der Wirtschaft“ zeigen. „Auch im Schulbereich wird man mit dieser Wirklichkeit leben müssen“, stimmte Dietz den Ausschuss auf kommende Sparzwänge ein.

Roth-Greiner fragte hierzu an, ob Luftreinigungsanlagen, die in Talkshows des öffentlich-rechtlichen Fernsehens Thema waren, auch an den Weiler Schulen denkbar seien. Hierzu sagte Dietz, dass der Wunsch nach solchen Anlagen bisher nicht an ihn herangetragen worden ist. „Aber ich gehe davon aus, dass das ein Thema wird“, so der OB.

Claus Weibezahl (CDU) wies darauf hin, dass der Landkreis Lörrach als einer von drei Landkreisen unmittelbar nach Schuljahresbeginn wieder Schließungen hatte. Vor diesem Hintergrund fragte er die anwesenden Schulleiter, wie sichergestellt werde, dass alle Eltern die Corona-Verordnung auch vollumfänglich verstehen würden. Martin Haas vom Kant-Gymnasium antwortete hierzu stellvertretend für alle Schulleiter, dass E-Mails und die Internetseite der Schule hier die Kommunikationsmittel der Wahl seien. OB Dietz ergänzte, dass bei den Corona-Regeln vor allem Disziplin wichtig sei.

Die Frage von Susanne Engler (UFW), ob alle Schulen hinreichend mit Seife und Desinfektionsmittel versorgt sind, wurde von Nussbaumer bejaht.

Versorgung mit Tablets

Aus dem Ausschuss wurde ebenfalls die Frage laut, wie es bei der Versorgung mit digitalen Endgeräten wie Tablets aussehe, wenn aufgrund von Corona-Infektionen Schulklassen nach Hause geschickt werden müssten. Kant-Direktor Haas ging darauf ein, dass es bereits im vergangenen Halbjahr Einzelfälle gegeben habe, in denen mit einem Gerät ausgeholfen werden musste. Für das neue Schuljahr seien noch einmal 30 Laptops bestellt worden. „Man kann die Entwicklung nicht voraussagen“, sagte Haas.

Gabriele Sautter von der Hans-Thoma-Grundschule in Haltingen sagte: „Wir sind darauf eingestellt.“ Es könne jeden Morgen jede Schule mit Corona-Fällen konfrontiert werden.

Silke Wießner vom Oberrheingymnasium sah ihre Schule ebenfalls für den Notfall gut aufgestellt. Aber: „Das Ziel ist ganz klar der Präsenzunterricht.“

Auch der Oberbürgermeister plädierte dafür, hier Vertrauen in die handelnden Personen zu haben, die beim Thema Corona „hochsensibel seien“. Zudem wecke die Corona-Krise auch eine große Solidarität und Hilfsbereitschaft bei den Lehrern.

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