Weil am Rhein Corona und Baukonjunktur: Rathaus-Anbau dauert länger

 Foto: Marco Fraune

Die Rathauserweiterung befindet sich zwar auf der Zielgeraden, doch hinkt zeitlich etwas hinter den eigenen Vorgaben her. Die Baukonjunktur und Corona haben sich als Hindernisse erwiesen. Beim 22-Millionen-Euro-Budget sieht es besser aus.

Von Marco Fraune

Weil am Rhein. Eigentlich sollte die Fassade des Erweiterungsbaus bis Oktober abgeschlossen sein und mit der Fertigstellung der Erweiterung wurde noch vor drei Monaten bis zum Jahresende gerechnet. Doch aus verschiedenen Gründen kommt es nun dazu, dass der Umzug eines Teils der Belegschaft in das neue Gebäude ein Vierteljahr später, also im März nächsten Jahres erfolgen soll, wie Stadtsprecher Mirko Bähr auf Anfrage erklärt. Die Öffentlichkeit wurde darüber noch nicht informiert, der Gemeinderat wisse hingegen um den Zeitverzug.

Ob es bei dem März als Fertigstellungstermin des Erweiterungsbaus bleibt, ist aber nicht hundertprozentig gesichert. Bähr: „Es wird alles dafür getan, dass dann die Übergabe stattfinden kann.“ Doch bei solch einer großen Baustelle passiere immer mal wieder Unvorhergesehenes. Speziell der nun anstehende Innenausbau stehe schließlich an. Bodenleger, Trockenbauer oder auch Elektriker sind in diesem Rahmen im Einsatz. Falls es bei einem Gewerk Probleme gibt, kann sich dies schnell auf das andere auswirken – und damit auf den Zeitplan, wissen die Verantwortlichen. „Die komplizierteste Phase kommt jetzt“, erklärt Bähr.

Gründe für den Verzug

In den zurückliegenden Monaten lief bereits nicht alles reibungslos, was den Zeitverzug nach sich zog. So zeigte sich am Rathauserweitungsbau, was die Folgen einer derzeit überhitzten Baukonjunktur sind. Teilweise sind Firmen überlastet, teilweise können Termine nicht eingehalten werden. Die Pandemie hat außerdem für instabile und unterbrochene Lieferketten gesorgt. Konkret kam es beispielsweise zu Verzögerungen bei der Belieferung mit Dämmstoffen und Metallerzeugnissen. Personelle Ausfälle bei der Montage wegen Corona-Fällen bremsten den Baufortschritt auch noch aus.

Die Fassade ist mittlerweile zu drei Vierteln fertiggestellt. Zugleich sind die Dacharbeiten laut dem Stadtsprecher in vollem Gange. Auch die Trockenbauarbeiten laufen, sind aber größtenteils fertig. Begonnen wird mit den Malerarbeiten. Die Bodenarbeiten stehen hingegen noch aus. Parallel zu all diesen Arbeiten reihen sich die technischen Gewerke ein. Die Vergabe der Gestaltung der Außenanlagen läuft zudem. Bähr: „Bis in zwei bis drei Wochen erwarten wird die Angebote.“

„Reibungsloser Umzug“

Die Planung für den Umzug von bis zu 80 Mitarbeitern erfolgt angesichts des bevorstehenden Termins ebenso. Hier wurde eine Arbeitsgruppe gebildet, in der das Hauptamt, das Amt für Gebäudemanagement sowie der Projektsteuerer vertreten sind. „Man geht von einem reibungslosen Umzug aus.“

Das bestehende Rathaus-Gebäude wird ebenfalls ins Schuss gebracht. Konkret geht es um die sicherheitstechnische Instandsetzung, also besonders den Brandschutz. Die Fertigstellung des Bestandsgebäudes ist laut Plan voraussichtlich Ende August. Ein „Tag der offenen Tür“ soll dann folgen.

Knapp 22 Millionen Euro

Während auf den letzten Metern der Bauzeitenplan leicht ins Stolpern geraten ist, läuft es laut den aktuellen Rechnungen beim Budget genau passend. Die vom Gemeinderat für das Projekt bewilligten knapp 22 Millionen werden eingehalten. Nachdem es in der Anfangsphase zu großen Kostensteigerungen gekommen ist, wurde ein Projektsteuerer eingesetzt. „Dessen Einsetzung hat sich gelohnt“, sagt Bähr.

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