Weil am Rhein Dank für 24 ereignisreiche Jahre

Beatrice Ehrlich
Wolfgang Dietz bedankte sich bei seiner Familie, seinen Mitarbeitern und wichtigen Weggefährten seiner Amtszeit. Foto: Beatrice Ehrlich

Noch bis Ende Mai ist Oberbürgermeister Wolfgang Dietz im Amt. Seinen Abschied hat er aber schon, umgeben von guten Freunden und Weggefährten, in dieser Woche gefeiert. Einmal mehr wurden seine Verdienste um die Stadt Weil am Rhein ins Licht gerückt.

Es gab viel zu sagen: In den sehr persönlichen, oft von enger Zuneigung geprägten Festreden bei seiner Verabschiedung im Rathaus wurden Wolfgang Dietz’ Verdienste um seine Heimatstadt, aber auch um viele Menschen deutlich, mit denen er in seinen 24 Dienstjahren als Oberbürgermeister zu tun hatte. Der sächsische Innenminister Armin Schuster, lange Jahre Bundestagsabgeordneter des Wahlkreises Lörrach-Müllheim, meldete sich mit einer Videobotschaft aus Dresden. Ohne Wolfgang Dietz stünde er heute nicht dort, sagte er. Mit Wunschtiteln des scheidenden OBs, darunter „Tie a Yellow Ribbon Round the Ole Oak Tree“ und eine Bossa-Nova-Version des Badner Lieds schuf die Bond’s Bigband einen stimmigen musikalischen Rahmen, nachdem die Stadtmusik schon zur Begrüßung aufgespielt hatte. Marion Gentges, Ministerin für Justiz und Integration des Landes Baden-Württemberg, überraschte in ihrer Rede mit Anekdoten aus Dietz’ Anfängen bei der Landesvertretung Baden-Württembergs in Brüssel. Sie würdigte Dietz als „heimatverbundenen Europäer mit Herz“. Ausdrücklich bedankte sich Gentges bei Christine Dietz: „Vielen Dank, dass Sie Ihrem Mann ermöglicht haben, das zu tun, was er getan hat.“

„Eine südbadische Urgewalt“

Conradin Cramer, seit 1. Mai Regierungspräsident des Schweizer Kantons Basel Stadt, rühmte die „hervorragenden nachbarschaftlichen Beziehungen in unserer Region“. Dietz, genieße in der Schweiz höchsten Respekt. Er werde gar als „südbadische Urgewalt“ wahrgenommen.

Der Basler Regierungspräsident Conradin Cramer fand treffende Worte. Foto: Beatrice Ehrlich

Jean-Marc Deichtmann, Bürgermeister der Partnerstadt Huningue, erinnerte an die „prachtvolle“ Einweihung der Dreiländerbrücke im Juni 2007. Das Verhältnis zwischen ihnen beiden sei so eng, dass man die Gedanken des anderen habe lesen können. „Wir wussten oft schon im Voraus, dass wir uns einig waren“. Für weitere Gesprächspartner sei das oft nicht leicht gewesen. Deichtmann ernannte, sichtlich bewegt, seinen guten Freund Dietz zum Ehrenbürger Huningues.

Lörrachs Oberbürgermeister Jörg Lutz fand für Dietz das Bonmot, dass er, der Europa kenne wie seine Westentasche, in Weil am Rhein Europa in der Westentasche vorgefunden habe. Dietz’ Verlässlichkeit und sein steter Einsatz für die kommunale Selbstverwaltung hätten ihm stets imponiert. „Wokeness war nicht Dein Ding.“

Dietz setze seine Worte mit der Leichtigkeit eines Floretts und mit der Schärfe eines Degens, hielt Landrätin Marion Dammann fest. Freundlich gestimmt rief sie in Erinnerung, wo man gemeinsam Dinge vorangebracht habe, etwa die familienfreundliche Kommune.

„Wokeness war nicht Dein Ding“

Mit einer unterhaltsamen Rede lenkte Oberbürgermeister-Stellvertreter Jürgen Walliser über zum Thema Gemeinderat: OB Dietz habe stets verstanden, Wichtiges von Unwichtigem und Fakten von Vermutungen zu trennen. Er sei kein Mann des „Schönsprech“. Oft habe man hitzig diskutiert, nicht selten bis spät in die Nacht. Seine persönlichen Interessen habe Dietz der Arbeit immer hintangestellt. Dafür gebühre seiner Frau, Christine Dietz, besonderer Dank. Dass der OB rund um die Uhr für das Wohl der Stadt im Einsatz war, bestätigte Personalratsvorsitzende Christine Krauth. Sie bedankte sich im Namen der Mitarbeiter im Rathaus bei ihrem langjährigen Chef.

„Ein Feuerwerk von Erinnerungen“ spiele sich gerade in seinem Kopf ab, gestand Wolfgang Dietz am Ende, nachdem ihm von seinem Weiler Weggefährten der ersten Stunde, Rudolf Koger, das Ehrenbürgerrecht zugesprochen worden war. Zum Abschluss erhoben sich alle im Saal, um dem scheidenden Stadtoberhaupt zu applaudieren.

Zum Abschied gab es Applaus für OB Wolfgang Dietz Foto: Beatrice Ehrlich

Vom Schwimmenlernen in der „Badi“, über Handballspiele auf rotem Sand bis hin zu den vielen Möglichkeiten, die sich ihm hier eröffnet hätten, fasste er Erinnerungen zusammen zu einer Liebeserklärung an die Stadt Weil am Rhein und das Dreiländereck. Sein Dank galt seiner Frau und seinen Kindern, die oft auf den Vater hätten verzichten müssen, aber auch seinen Mitarbeitern: „Sie ersetzen Stellenanteile durch Engagement“, sagte er.

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