Weil am Rhein (os). Das Trinationale Umweltzentrum (Truz) war am Samstag Gastgeber für den „Streuobstspaß 2017“, gemeinsam veranstaltet von den in der „Streuobstinitiative“ des Kreises Lörrach zusammenspannenden Institutionen aus dem Dreiländereck. Das Motto der Veranstaltung lautete „Packt an!“. Über 70 große und kleine Teilnehmer machten mit – sehr zur Freude der Gastgeber.

Drei Schauplätze hatte der „Streuobstspaß“. Da war zum einen das Sundgauhaus des Truz im Mattrain auf dem früheren LGS-Gelände. Dorf trafen sich die 70 angemeldeten Teilnehmer am Vormittag. Ein Teil davon blieb unten und machte beim vom Naturschutzbund gestalteten Programm rund ums Streuobst, vom Saftpressen bis zum Apfelkuchen-Backen, mit. Der größere Teil begab sich hinauf an den Tüllinger. Auf der Streuobstwiese des Truz wurde unter Anleitung von Kreisobstbauberater Klaus Nasilowski gemäht und gerecht, das Schnittgut abgefahren und zuvor das Streuobst eingesammelt. Dasselbe geschah einige hundert Meter weiter am Hang auf dem Gelände des Streuobstklassenzimmers von Armin Wikmann.

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Der Landwirt Trautwein Bachthaler zeigte den Teilnehmern dort – im Wesentlichen ein Klasse der Karl-Tschamber-Schule – das Mähen der Wiese mittels Traktor. Zuvor hatten die Kinder eifrig Äpfel und Birnen gesammelt. „Es ist erstaunlich viel zusammen gekommen, weil der Frost im April in diesen Höhen nicht so schlimm war wie weiter unten“, erklärte Dr. Astrid Deek vom Truz, die den Streuobstspaß federführend organisiert hat.

Armin Wikmann zeigte anschließend, dass Mähen auch Handarbeit mit der Sense ist, wobei die Kinder es selbst ausprobieren durften. Als sich später am Nachmittag die zwar ziemlich geschaffte, aber weiter muntere Schulklasse in Richtung Sundgauhaus verabschiedete, war Wikmann hoch erfreut: „Die Kinder haben super mitgezogen, und es ist uns gelungen, auf lockere und spielerische Weise deutlich zu machen, dass Streuobstwiesen in unserer Heimat im Markgräflerland nicht nur wichtig fürs Erscheinungsbild sind, sondern auch dazu beitragen, die Artenvielfalt zu erhalten.“

Deshalb auch war das Zimmern von Nistkästen ein weiteres Angebot im Streuobstklassenzimmer. Dabei machte auch die „Gemeinschaft für Vogelkunde und Vogelschutz“ aus Riehen mit.

Die Nisthilfen, die mittelfristig dafür sorgen sollen, dass sich Wiedekopf und Steinkauz wieder hier niederlassen, wurden an ausgesuchten Streuobstbäumen auch angebracht.

Nach knapp fünf Stunden Arbeit, viel Informationen und Erlebtem sowie Spaß ging es zurück zum Sundgauhaus, wo es bei einem Vesper einen gemütlichen Ausklang gab. „Der Streuobstspaß ist über die Erwartungen hinaus gut angekommen und wird in ähnlicher Form sicher wieder stattfinden“, sagte Astrid Deek.