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Weil am Rhein Das „Tor zu Europa“ wird neu gestaltet

Beatrice Ehrlich
Ihre Ideen haben die Architekten des Büro Hovenbitzer Moser Generalplaner in einer Visualisierung sichtbar gemacht. Foto: Link 3D, Merzhausen

Einen ersten Entwurf für die neue Gemeinschaftszollanlage am Grenzübergang Weil am Rhein/Basel Autobahn ist am Dienstag im Gemeinderat vorgestellt worden. Geplant ist ein rundum nachhaltiger Bau in Holzbauweise.

Die Gemeinderäte zeigten sich beeindruckt von dem Gebäude mit geschwungenem Dach und lichten Fußgängerbrücken zwischen den einzelnen Gebäuden, das unter der Ägide der Bundesbau Baden-Württemberg anstelle der bisherigen Zollanlage entstehen soll. Sie fragten aber auch nach deren Leistungsfähigkeit. Sollte diese nicht höher sein als bisher, werde die Problematik sich vor der Grenze stauender Lastwagen weiter zunehmen, fürchten die Räte.

Anlage ist nicht mehr zeitgemäß

Die Anlage aus den 1980er-Jahren sei in technischer Hinsicht nicht mehr zeitgemäß, führte Projektleiterin Franziska Friedrich vom Staatlichen Hochbauamt Freiburg zur Einführung aus. Von der Bundesanstalt für Immobilienaufgaben (BImA) als Eigentümerin habe die Bundesbau BW daher den Auftrag erhalten, die Gemeinschaftszollanlage zu modernisieren.

Außenanlagen sollen grüner werden

Vorgesehen sind ein neues Zollgebäude mit Fahrbahndach und Rampengebäude. Hinzu kommen neue Kontrollbereiche sowie Technikzentralen zur Versorgung der gesamten Liegenschaft. Nicht zuletzt sollen die Außenanlagen umgestaltet werden. Geplant sei, so unterstrich Friedrich, die Baumaßnahme ohne Unterbrechung des Zoll- und Autobahnbetriebs durchzuführen. Der Rückbau der nicht mehr sanierungsfähigen Bestandsgebäude soll dann weitestgehend nach der Fertigstellung der Neubauten erfolgen.

Architekt Jürgen Moser führte von Seiten des mit der Planung beauftragten Büros Hovenbitzer Moser Generalplaner aus, wie die Gebäude auf der Anlage künftig angeordnet sein könnten. Demnach sollen nördlich der bestehenden Gebäude zur Reisendenabfertigung insgesamt sieben mit Fußgängerbrücken (Passarellen) verbundene Baukörper parallel zur Fahrbahn entstehen. Funktionalität und Sicherheit sollen dadurch gesteigert werden, dass die Zahl der Fahrspuren zwar beibehalten, die Kontrollbereiche aber neu konzipiert werden, erläuterte Moser. So sei unter anderem einer Umplanung der Schwerlastspur vorgesehen, um die Verkehrsströme zu entflechten.

Silberstandard beim Energieverbrauch

Überhaupt stünden bei der Planung eine flächenschonende und nachhaltige Bauweise im Fokus, betonte Moser. Vorgesehen sei ein Holzbau mit Treppenhäusern als aussteifende Betonkerne. Die Anlage werde begrünte Dächer mit Photovoltaik-Anlagen erhalten und hohe Standards bei der Energieeffizienz erreichen. Ziele seien die Erfüllung des energetischen Standards EGB 40 sowie die Zertifizierung in Silber gemäß des Bewertungssystems Nachhaltiges Bauen, hielt Projektleiterin Friedrich fest.

Wolkenförmiges Stahldach als Blickfang

Ein von den mit der Planung betrauten Architekten ersonnenes geschwungenes Dach aus Stahl in Form einer „Wolke“ soll dem von den Auftraggebern gewünschten „Tor zu Europa“ sein besonderes Gepräge geben. Als solches soll die von der Schweizer und deutschen Zollverwaltung gemeinschaftlich genutzte Anlage künftig die aus Richtung Süden anfahrenden Autos und Lastwagen empfangen. Als Beitrag zur Nachhaltigkeit sei auch dieses Dach mit Photovoltaik-Modulen bestückt, versicherte Architekt Frank Hovenbitzer auf Nachfrage.

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