Weil am Rhein Den Enkel wieder umarmen können

Weil am Rhein - Im Eingangsbereich der Wohnanlage in der Danziger Straße 17 gibt es am Dienstagmorgen nur ein Thema: den Piks in den Arm. 120 Senioren im betreuten Wohnen erhalten hier ihre Erstimpfung gegen Covid-19 – und freuen sich darauf, damit zugleich wieder ein Stück Normalität zurück zu erhalten.

„Ich will meinen Enkel wieder umarmen können“, sagt eine Seniorin, die gemeinsam mit zwei anderen gerade darauf wartet, aufgerufen zu werden und weiter zum Impfen gehen zu dürfen. Sie finde es „prima“, dass durch den Betreuungsdienst Schell diese Impfaktion organisiert wurde. Zwar habe sie mit familiärer Unterstützung auch schon versucht, einen Termin im Lörracher Kreisimpfzentrum (KIZ) zu erhalten. Aber das sei mehr als schwierig, sagt die Seniorin, die ihren Namen nicht in der Zeitung lesen will.

Das Impfteam arbeitet derweil Hand in Hand, um die Wartezeit erträglich zu halten. Im Einsatz sind neben fünf Helfern vom Betreuungsdienst Schell auch zwei Koordinatoren sowie eine Pharmakologin. Wer aus dem Wartebereich heraus aufgerufen wird, muss einen regelrechten kleinen Parcours zurücklegen, sagt Steffen Schell im Gespräch mit unserer Zeitung. „Wir haben alles darauf angelegt, dass die Menschen sich so wenig wie möglich begegnen“, sagt der Betreuungsdienstleiter.

Bedenken gibt es kaum

Das Vorgehen ist dabei so, dass es die Stationen Datenerfassung, Beratung und Impfung gibt. Bedenken müssen beim Vorgespräch aber keine ausgeräumt werden, legt Anja Lais, Personalleiterin beim Betreuungsdienst Schell, dar. „Die Menschen freuen sich darauf, dass sie ihre Erstimpfung erhalten“, sagt sie. Nur wenige Bewohner sind skeptisch und wollten zunächst abwarten, wie sich die Pandemie weiter entwickelt.

Frage nach dem Impfstoff

Die maßgebliche Frage sei dabei stets die, welcher Impfstoff sich denn in den Ampullen befindet. „Wir verimpfen das Vakzin von Biontech/Pfizer“, sagt Lais. Es sei wichtig, sich Zeit für jeden zu nehmen. „Wir wollen unsere Senioren nicht hetzen“, bringt es die Personalleiterin auf den Punkt.

Geimpft werden neben den Bewohnern der Wohnanlage in der Danziger Straße 17 auch Menschen aus den Wohnanlagen Erlenhof, Große Gass 2a in Haltingen, Stettiner Straße 12 und Breslauer Straße 25. Für die vier umliegenden Wohneinrichtungen wurde ein Fahrdienst eingerichtet, wobei immer nur eine Person transportiert werden konnte. Geimpft wird an diesem Tag durchgehend von 9 bis etwa 14.30  Uhr.

Erleichtert nach dem Piks

Beim Impfen selbst durfte unsere Zeitung unter Verweis auf die beengten Räumlichkeiten nicht dabei sein. Aber der Blick in die Gesichter derjenigen, die nach dem Piks den Erholungsraum betreten, zeigt Erleichterung. „Es ist großartig, dass hier alles organisiert wurde und man zuhause abgeholt wird“, sagt etwa Harald Bogner, der soeben geimpft wurde. Es sei „alles normal“ verlaufen, Nachwirkungen verspürt er bisher keine.

Von der Psyche her sei er jetzt schon erleichtert, räumt Bogner im Gespräch mit unserer Zeitung ein. „Man hat doch ein gutes Gefühl, wenn man zumindest den ersten Schutz hat.“ Eine halbe Stunde sollte sich jeder, der geimpft wurde, vor dem Nachhauseweg noch im Erholungsraum aufhalten.

Zweitimpfung Mitte Mai

Für ihn wie für alle anderen Personen, die an diesem Tag geimpft werden, gilt, dass sie ihren Ärmel noch einmal hochkrempeln müssen: Voraussichtlich am 18. Mai erhalten sie dann ihre Zweitimpfung.

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