Weil am Rhein Narrenbaumstellen in Alt-Weil vor großer Kulisse

Die erhofften 1500 Zuschauer waren da, das Wetter passte mit Sonnenschein – und so waren am Samstagnachmittag die Narrenbaum-Aktivisten um Bammert Tobias Nordmann und IG-Straßenfasnacht-Chef Uwe Wissler hoch zufrieden mit dem Narrenbaumsetzen als Auftakt für die „Stroße-Buurefasnacht“.

Weil am Rhein. „Denn vor toller Kulisse macht der Stichel-Einsatz erst so richtig Spaß“, sagte Nordmann unterm Narrenbaum, dem 38. in Alt-Weil übrigens. Stichel sind die hölzernen Teile, mit denen per Zacken-Kette der Narrenbaum in die Verankerung gehoben wird. An diesen Sticheln waren einmal mehr die gestandenen Mannen der Cliquen Rhy-Waggis und Räbbuure gekonnt im Einsatz.

Wissler begrüßte einige Ehrengäste, etwa OB Wolfgang Dietz und den obersten Chef des Verbands Oberrheinischer Narrenzünfte (VON), Klaus-Peter Klein, aber auch den SPD-Landtagsabgeordneten Rainer Stickelberger, närrische Freunde aus Schönau sowie den Chef der Lörracher Narren, Jörg Rosskopf. Der nutzte die Gelegenheit, am Mikrofon den Weiler Narren-Kollegen dafür zu danken, vor zwei Wochen seinen Lörracher Baumstellern mit den benötigten Gerätschaften ausgeholfen zu haben. Denn die Lörracher Stichel waren einem Brand zum Opfer gefallen.

Zinke-Waggis sorgen für Musik

Wie gewohnt umrahmten die Zinke-Waggis mit Musikchef Hendrik Dufner das gut eineinhalbstündige Zeremoniell. Dieses Mal waren sie ganz besonders engagiert bei der Sache, denn aus Anlass des 55-jährigen Bestehens waren die Zinke-Waggis auch die Baumsponsoren – und hatten das gute Stück mit ihrem Emblem verziert.

An der Bratpfanne über dem offenen Feuer im Einsatz waren Hanspeter „Jean-Piere“ Bader, Hartmut „Hassa“ Dauter und Guido „Shido“ Hoferer und brieten 150 Eier nebst Speck.

Das eigentliche Narrenbaumstellen zelebrierten die Mannen von Tobias Nordmann wie bei den 37 zurück liegenden Ausgaben auch nicht als närrisch-ausgelassenes Spektakel, sondern mit dem Flair eines gewissenhaften Handwerks. Die vielen Zaungäste erfuhren von Wissler auch noch, dass der diesjährige Narrenbaum rund 26 Meter lang und 840 Kilo schwer ist und dass man in Weil am Rhein den Narrenbaum nicht stellt, sondern passgenau setzt.

Nachdem man seitens der Baumsetzer eine Zeit lang ziemlich gemütlich zur Sache gegangen war, kam nach gut einer Stunde ein klein bisschen Hektik auf – die Tanne drohte schräg in die Verankerung im Kopfsteinpflaster des Lindenplatzes zu rutschen. Doch mit gekonntem Sticheleinsatz brachten die Mannen um Nordmann und mit Unterstützung von „Ehrenbammert“ Reinhard Schmid den Baum gerade in die Verankerung.

Hölzerne Symbolfiguren werden angebracht

Das war genau um 16.30 Uhr, die Baumsetzer klatschten sich in Sportlermanier ab, derweil Räbbuure-Alt-Cliquenchef „Wolfi“ Hanser seinem Cliquenkollegen Zsolt „Isti“ Istenes in die Steigeisen half. Dieser kletterte die Tanne hoch, brachte den von Gärtnermeister Dieter Bache geschaffenen Tannen-Reisig-Ring mit den hölzernen Symbolfiguren der Buurefasnacht unter der Krone an.

Dann wurden die Absperrungen aufgehoben, die Zinke-Waggis fetzten zur Übergabe der Tanne noch einige Weisen, ehe es sich die Zuschauer und die Akteure an den Cliquenständen und in den Domizilen von Mooswaldsiche, Rhy-Waggis, Räbbuure und Spielmannszug noch lange gut gehen ließen.

Besucherstimmen

Mit dem Narrenbaum verbinde man ein Stück Heimatgefühl, sagte Elvis Böhlmann. Der Weiler ist schon seit Kindesbeinen beim Spektakel auf dem Lindenplatz zugegen und verspürt, obwohl das Prozedere eigentlich alle Jahre das selbe ist, keinerlei Langweile. Und Tochter Lilly, mit dem Papa zum fünften Mal in Folge auf dem Lindenplatz mit dabei, freute sich über die flotte Musik der Zinke-Waggis und die schmackhaften Speckeier besonders.

Fritz Rupp, altgedienter Rhy-Waggis und Baumsetzer im Ruhestand, freute sich darüber, dass „richtig viel Lüt do sin“ und dass sein Sohn und Schwiegersohn am Stichel die Familientradition hoch halten. Sarah Habeck lebt schon viele Jahre in Weil am Rhein, war aber noch nie beim Narrenbaumsetzen. Dieses Mal verfolgte sie das Spektakel durchs Schaufenster ihres Unverpackt-Ladens. Und befand das Gesehene und Gehörte als „richtig coole Sache“.

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