Weil am Rhein Der Sport prägt sein Leben

Siegfried Feuchter
Hellmut Seitzl feiert heute seinen 85. Geburtstag. Foto: Siegfried Feuchter

Hellmut Seitzl, der den 8848 Meter hohen Mount Everest und zahlreiche Sechs- und Siebentausender bezwungen hat, schon 85 Jahre alt? Wer sich mit dem passionierten Sportler unterhält und erfährt, wie er noch vielfältig aktiv ist, der kann es kaum glauben, dass er am heutigen Freitag seinen 85. Geburtstag feiert.

Von Siegfried Feuchter

Weil am Rhein. Betätigung bis ins hohe Alter, sei es Tennisspielen, Radfahren, Wanderungen oder kleinere Bergtouren in der Schweiz, halten den dreifachen Familienvater und Opa von sechs Enkeln fit.

Die Krönung seiner sportlichen Karriere war im Mai 1994, als Hellmut Seitzl mit damals 57 Jahren als einer der ältesten Bergsteiger nach siebenwöchiger Expedition im Himalaya und nach herausragender Leistung auf dem höchsten Berg der Welt stand. Solch extreme Herausforderungen, weiß der gebürtige Haltinger, können nur durch hartes Training, monatelange intensive Vorbereitungen, Konzentration und Selbstvertrauen in die eigene Stärke bewältigt werden. Das einmalige Abenteuer wird dem Gipfelstürmer immer gegenwärtig bleiben. „Es war ein sehr bewegender Moment, 20 Minuten auf dem Dach der Welt zu stehen und die grandiose Aussicht zu genießen“, sagt der Jubilar rückblickend.

Ebenso unvergessen bleibt für den erfolgreichen Bergsteiger 1988 sein Absturz in 5900 Meter Höhe, als er den extrem schwierigen, 8125 Meter hohen Nanga Parbat besteigen wollte. Aufgrund eines Materialfehlers eines Scherensteigeisens war er 300 bis 400 Meter tief in eine Gletscherspalte auf ein Schneebrett gestürzt. Zum Glück hatte er einen großen Schutzengel und überlebte den Absturz unter anderem mit mehreren schweren Rippenbrüchen. „Auch wenn man weiß, dass beim Bergsteigen immer etwas passieren kann, darf man keine Angst haben. Aber man muss Respekt vor den Bergen haben und bestens vorbereitet sein“, sagt Hellmut Seitzl, den ein starker Wille und eiserne Disziplin bis heute auszeichnen. Er brauchte ein Jahr, um dieses Unglück zu verarbeiten. Und sechs Jahre später bezwang er dann den Mount Everest.

Sport prägt das Leben des gelernten Raumausstatters und Bodenlegermeisters, der in Basel beruflich tätig war und in seiner Firma zum Geschäftsführer avancierte, ehe er sich 1995 selbstständig machte und den Betrieb übernahm. Über den Turnsport im ESV hatte Hellmut Seitzl seine Frau Christine kennengelernt, die ihm nicht nur bei seinen großen Expeditionen in Peru, Pakistan, Nepal oder im Himalaya den Rücken freigehalten hatte. „Es war immer ein Spagat zwischen Familie, Betrieb und Sport“, sagt der stets bescheiden gebliebene Jubilar, der auch ein sehr erfolgreicher Turner war. Zweimal wurde er im Sechs-Kürkampf Deutscher Meister der Eisenbahner Sportvereine, war Badischer Kunstturnmeister, Basler Kunstturnmeister, Vorturner und Kampfrichter, um nur ein paar seiner ausgezeichneten Leistungen aus seinem sportlichen Leben herauszugreifen. Und Tennis spielt er auch leidenschaftlich gerne – und das seit rund fünf Jahrzehnten. Heute noch ist Hellmut Seitzl – ein Sportler durch und durch – in den Seniorenmannschaften des TC Blau Weiß in Weil und eines Basler Clubs aktiv.

Wanderungen, Skitouren und mehr

Damit der agile 85-Jährige vital bleibt, setzt er sich zudem jede Woche aufs Mountainbike – die größere Tour über Neuenweg beträgt rund 80 Kilometer, die kleinere über Kandern und die Scheideck 45 Kilometer. Und Skitouren in den Schweizer Bergen gehören im Winter ebenso zu seinen umfangreichen Aktivitäten wie in den anderen Jahreszeiten Wanderungen und leichtere Bergtouren. Solange die Gesundheit mitmacht, will Hellmut Seitzl aktiv bleiben. „Ich muss mich nicht zwingen, es macht einfach Spaß.“ Die Ära Bergsteigen dagegen hat der agile Mann, der viel erlebt hat, vor einigen Jahren beendet.

So sehr ihn der Sport und die Bewegung ein Leben lang begleiten, der vielseitig aktive Mann hat auch noch andere Interessen. Zum Beispiel unternahm er mit seiner Frau zahlreiche Reisen zu besonderen Zielen, an die er sich ebenso gern erinnert wie an die Familienurlaube. Hellmut Seitzl, der ein gutes Essen und ein Glas Rotwein schätzt, ist jedenfalls dankbar für die Gesundheit, die ihm die sportliche Betätigung bis ins hohe Alter ermöglicht.

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