Weil am Rhein Deutsch lernen und lehren

Weiler Zeitung, 29.08.2017 21:43 Uhr

Von Marco Fraune

Etwa ein Drittel der Arbeit der Weiler Volkshochschule entfällt aktuell auf die Integrationskurse, schätzt VHS-Leiter Tom Leischner. Um die Arbeit zu bewältigen, wird ab Oktober eine neue halbe Stelle geschaffen.

Weil am Rhein. Unterm Strich bleiben der Bildungseinrichtung aber Mehreinnahmen, womit die Teilnehmerbeiträge für die übrigen Kurse konstant gehalten werden und Ersatzbeschaffungen ohne lange Diskussionen erfolgen können.

Im vergangenen Semester liefen zwölf Integrationskurse in der VHS parallel. Jeder einzelne umfasst 700 Unterrichtseinheiten. Hinzu kam noch ein Flüchtlingskurs mit 300 Unterrichtseinheiten. Mit den gleichen Zahlen rechnet Leischner auch für dieses Jahr.

Da die Anforderungen für die Integrationskurse durch das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (Bamf) pro Kurs immer höher würden, müsse die Personaldecke aufgestockt werden, erklärte Leischner bei der Vorstellung des VHS-Programms. Eine ganze Stelle sei mit den Kursen beschäftigt, da Listen und Abrechnungen genau stimmen müssen.

Die Integrationskurse setzen sich aus sechs klassischen Modulen und einem Orientierungskurs zusammen, die jeweils 100 Stunden dauern. Die Lehrkraft muss laut Bamf-Auflage Deutsch als Fremdsprache studiert haben. Die Teilnehmer dürfen nicht unentschuldigt fehlen. Vor allem der Deutsch-Unterricht ist im Mittelpunkt. Im siebten Modul steht das Thema „Leben in Deutschland“ an, mit dem dann besonders für den Abschluss-Wissenstest geübt wird.

Das Bamf zahlt insgesamt 13 000 Euro pro Kurs. Damit müssen sowohl die VHS-Mitarbeiter als auch der Dozent bezahlt werden, der statt ansonsten 22,50 Euro hier 35 Euro pro Unterrichtseinheit erhält. „Ich kann nicht sagen, dass wir zu wenig Lehrkräfte haben“, ist Leischner mit seinem Personalpool zufrieden.

Für die nähere Zukunft geht der VHS-Leiter davon aus, dass die Zahl der Integrationskurse weiterhin auf dem bisherigen Niveau bleiben. „Es ist nicht absehbar, dass es weniger werden.“ In den Kursen sind neben Flüchtlingen auch viele andere Migranten, die Deutsch lernen wollen. Für Leischner steht fest: „Das Mittel zur Integration ist die Sprache.“ Somit trage die VHS auch dazu bei, dass die Menschen eine Chance auf dem Arbeitsmarkt erhalten.

 
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