Weil am Rhein Die Armut überwinden

Eine grenzüberschreitende Begegnung von Armutsinitiativen gab es zum „UNO-Welttag“ in der Wärmestube. Foto: zVg Foto: Weiler Zeitung

Anlässlich des diesjährigen UNO-Welttags zur Überwindung von Armut und sozialer Ausgrenzung haben Armutsinitiativen aus Basel und Weil am Rhein am Dienstag ein grenzüberschreitendes Treffen organisiert.

Weil am Rhein. Die Veranstalter AGJ Wohnungslosenhilfe im Landkreis Lörrach, ATD Vierte Welt Region Basel, Caritas beider Basel, Sozialdienst der Reformierten Kirchgemeinde Kleinbasel sowie zahlreiche Betroffene sprechen in einer Pressemitteilung von einem großen Erfolg dieser Aktion.

1987 hatten sich erstmals an diesem Tag 100 000 Verteidiger der Menschenrechte auf dem Trocadéroplatz in Paris auf Einladung des Armenpriesters Joseph Wresinski, dem Gründer der Bewegung ATD Vierte Welt, getroffen. Ihr Ziel war es, Menschen zu ehren, die ein Opfer von Hunger, Gewalt und sozialer Unterdrückung wurden. Sie wehrten sich gegen die Ungerechtigkeit, im Elend leben zu müssen und riefen dazu auf, sich mit Nachdruck für die Menschenrechte einzusetzen.

Die Folgen von Armut seien auch heute im wohlhabenden Dreiländereck zu spüren. Davon berichteten Armutsbetroffene aus Basel und Umgebung, aus der Weiler Wärmestube für Obdachlose und aus der Lörracher Wohnungslosenhilfe. Zwar müsse niemand Hunger leiden, aber Armut und soziale Ausgrenzung seien oft eine große psychosoziale Belastung.

Als ein zentrales Thema wurden die steigenden Mieten in der Region ausgemacht, welche Einzelpersonen und Familien besonders hart treffen, die über ein geringes Einkommen, eine kleine Rente oder über Sozialleistungen verfügen.

„Soziale Teilhabe bleibt oft auf der Strecke“, betonte ein Betroffener, der von seiner kleinen Rente gerade so über die Runden kommt: „Ein Kinobesuch ist bei mir schon lange nicht mehr drin, am Monatsende bleibt einfach nichts mehr übrig. Armut macht auch einsam.“

Nicht nur das, schon eine Erkältung könne die Betroffenen in eine finanzielle Bredouille bringen, gängige Heilmittel seien einfach unerschwinglich, heißt es in einer Erklärung. Eine defekte Waschmaschine oder ein Küchengerät zu ersetzen, sei oft ein Ding der Unmöglichkeit. Die Gefahr von Überschuldung sei eine direkte Folge von Einkommensarmut.

Die beim Apéro in der Wärmestube in Friedlingen und bei Kaffee und Kuchen im Treffpunkt von ATD Vierte Welt in Kleinhüningen diskutierten Themen waren vielfältig. Die grenzüberschreitende Begegnung am Dienstag war nicht nur informativ, sondern ein Beitrag zur grenzüberschreitenden Solidarität. Darüber sind sich die Veranstalter einig. Deshalb wollen die Initiativen die Kontakte fortsetzen, wie es am Ende des Treffens hieß.

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