Weil am Rhein Die Bevölkerung beim Klimaschutz miteinbeziehen

Saskia Scherer
Die Hitzebelastung im gesamten Stadtgebiet soll reduziert und vermieden werden. Foto: Pixabay/geralt

Wie geht es weiter, nachdem die 3-Länder-Stadt nun über ein Klimaanpassungskonzept und ein Maßnahmenportfolio verfügt?

Nach der Vorstellung im Bau- und Umweltausschuss (wir berichteten) skizzierte Raum- und Stadtplaner Martin Berchtold vom Karlsruher Büro „berchtoldkrass space & options“ die Klimaanpassungsplanung am Dienstagabend auch noch im Gemeinderat. Die Räte zeigten sich angetan von dem Ergebnis, wollten aber vor allen Dingen wissen, wie es nun weitergeht.

Daten zurate ziehen

Als nächstes soll eine Umsetzungsstrategie erarbeitet werden, erklärte Berchtold. Ansonsten riet er dazu, „zweigleisig vorzugehen“. Es lägen nun priorisierte Orte und Maßnahmen samt Bewertungsmaßstab vor. Diese Daten könnten bei Vorhaben zurate gezogen werden. Außerdem gelte es, die Bevölkerung mitzunehmen. Letzteres hoben auch die Räte immer wieder in ihren Ausführungen hervor.

Vorschriften umsetzen

Es seien nun alle Grundlagen zum Handeln gegeben, meinte Nicole Sütterlin (Grüne). Die Verwaltung soll einen Fahrplan ausarbeiten, forderte sie. „Es liegt an uns.“ Vorgaben wie Dachbegrünungen müssten auch wirklich umgesetzt, das Projekt „1000 Bäume“ konsequent weiter vorangetrieben werden. Schottergärten gelte es abzuschaffen.

Johannes Foege (SPD) wies auf ein entsprechendes Verbot hin: „Wir müssen das nicht neu erfinden, nur umsetzen.“ Einige Bebauungspläne müssten wohl genauer darauf untersucht werden, „was erlaubbar ist und wo wir rechtlich prüfen müssen“. Vieles sei auch in privater Hand, meinte Eugen Katzenstein (UFW). Die Bürger würden aber auch schon erheblich mehr darauf achten als früher.

Auf seine Frage, wie Weil am Rhein hinsichtlich der Hitzebelastung im Vergleich mit anderen Städten dastehe, mochte Berchtold nicht antworten: „Das müssen Umweltmeteorologen beurteilen.“ Oberbürgermeister Wolfgang Dietz sieht die 3-Länder-Stadt „auf einem Champions-League-Platz“.

Diverse Dilemmas

Die bessere Durchsetzung von Vorschriften lasse sich nur mit mehr Personal bewerkstelligen, meinte Martin Fischer (Grüne). Er regte an, die Stelle des immer noch nicht gefundenen Mobilitätsmanagers zum „Klimaschutz- und Moblilitätsmanager“ zu erweitern. „Das Schlaraffenland ist nicht in Weil am Rhein zu Hause“, gab der OB zurück. Mit dem Geld ließen sich außerdem stattdessen aberhunderte Bäume pflanzen, sagte der OB. „Wir haben schon einiges erreicht, aber das muss auch alles finanziert werden“, gab auch Wolfgang Roth-Greiner (FDP) zu bedenken.

Dietz wies auf diverse Dilemmas hin: Durch Nachverdichtung werden Flächen versiegelt, bei verschatteten Radwegen stören sich Radler am Wurzelwerk. „Die Aufklärung steht für mich an erster Stelle. Ich gehe von mündigen Bürgern aus.“ Linn Fischer (Grüne) plädierte für eine Mischung aus „Aufklärung und Zwang“.

Mit Blick auf einen früheren SPD-Antrag auf Trinkwasserbrunnen, an den Irmgard Lorenz erinnerte, wies Dietz auf „eine ganze Reihe von Hygienethemen hin“. „Wir sind da keine Blockierer.“

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