Weil am Rhein Die Halle zum Kochen gebracht

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99 Jahre plus ein Jahr: die Alti Fabriknäscht Cligge feierte mit und für ihre närrischen Freunde in der Märkter Halle ein großes Fest. Ehrungen, Gastauftritte befreundeter Cliquen und ein amüsantes Rahmenprogramm – die Jubiläumsfeier in der voll besetzten Halle war rundum gelungen.

Weil am Rhein (sc). Unter den Gästen befanden sich Jochen Bockstahler, der Chronist des Verband Oberrheinischer Narrenzünfte, der auch die Ehrungen vornahm. Oberzunftmeister Dietmar Fuchs mit seinem Vertreter, Markus Schmieder sowie der Vorsitzende der Interessengemeinschaft Straßenfasnacht, Uwe Wissler, und sein Vertreter Andreas Kiesewetter hatten es sich nicht nehmen lassen, sich in die Reihe der Gratulanten einzufügen.

Stefan Kirn führte temperamentvoll durch das Programm. Volker Rüping, erster Vorsitzender der Alti Fabriknäscht Cligge (AFC), begrüßte die Gäste und bat um eine Schweigeminute für den kürzlich verstorbenen Zunftmeister Jürgen Schaller. Ein beeindruckender Moment: In der Halle wurde es trotz der vielen Besucher so still, man eine Nadel hätte fallen hören können.

Zurück zu den Anfängen

Der erste Auftritt gehörte der AFC und führte musikalisch in das Gründungsjahr. „Mein kleiner grüner Kaktus“ von den Comedian Harmonists lud zum Mitsingen ein. Die Guggemusik Notehobler im traditionellen Clownskostüm sorgte anschließend für beste Stimmung im Saal. In Krachledernen, mit nacktem Oberkörper tanzten die Männer des AFC zum Gassenhauer des Vox Club. „Jetzt sage ich einen Vollblutfasnächtler der Weiler Fasnacht an, der weit über die Stadtgrenzen hinaus bekannt ist.“ Es sei ihm eine Ehre, diesen Mann anzukündigen, der sein Hobby zu seinem Leben gemacht habe, sagte Kirn. Damit kündigte er Kurt Ruser an, der die Losig vortrug. In Reimform gab es zudem Lob vom 86-jährigen Ruser für die AFC.

In einer langen Reihe standen anschließend die Gratulanten auf der Bühne, die allesamt Glückwünsche und ein Präsent überbrachten. „Deshalb mach mer Fasnacht…“ – der Refrain der Ghetto Singers wurde im Saal bei deren Auftritt kräftig mitgesungen.

Mit den beiden Marsmenschen, die in einem Experiment „das menschliche Gehirn heraussogen“, wurden die Nachbarn aus der Schweiz auf die Schippe genommen. „Britney Spears“ begeisterte mit laszivem Tanz und selbstredend wurde im Saal auch dieses bekannte Lied mitgesungen.

Dann hieß es Vorhang auf für die Wiler Rätschgosche. Die Damen rollten das Alter von hinten auf. Zuerst mühsam mit Rollator im Ärmelschurz, dann zünftig im kessen Dirndl und schließlich sexy im Fitnesstrikot überraschten und begeisterten sie das Publikum.

Gekonnt schräge Töne

Zum Kochen brachte die Guggemusik „Zinke Waggis“ die Halle mit ihren gekonnt schrägen Tönen. Dann kam die letzte Programmnummer, in der das Publikum traditionell einen Tanz der AFC Männer erwarten durfte. „Die Glocken von Rom“ – hier war Reinhard Schühlein als Sängerin ein umwerfender Anblick. Gekleidet in einen schwarzen Tüllrock mit passendem Pullover sang er hingebungsvoll. Dazu gab es den Glockenklang von den AFC Tänzern, die einen Kochtopf vor den Bauch gebunden hatte.  Ein Bericht über die Ehrungen folgt.

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